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Ronaldo, Kane & Co. in Top-Form - Die WM der Superstars

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Kane, Lukaku und Ronaldo treffen um die Wette - und auch Messi hat endlich Erfolg. Werden die großen Namen den hohen Erwartungen bei der WM diesmal gerecht? Es sieht danach aus.

Harry Kane am 18.06.2018 in Wolgograd
Tunesien - England: Harry Kane Quelle: reuters

Als selbst die kühnsten Optimisten die Hoffnung schon aufgeben wollten, schlug er plötzlich doch noch zu: Lionel Messi. Mit einer Ballannahme der Extraklasse, die bei ihm als Selbstverständlichkeit durchgeht, legt sich der fünffache FIFA-Weltfußballer das Spielgerät in vollem Tempo zurecht. Der Rest ist bekannt: ein Rechtsschuss in den langen Winkel - und Argentinien geht mit 1:0 gegen Nigeria in Führung. Messi jubelt kniend und mit ausgestreckten Armen an der Eckfahne, auf der Tribüne ballt Fußball-Legende Diego Maradona ekstatisch die Fäuste. Die Südamerikaner, die nach dem 0:3 gegen Kroatien im zweiten Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand standen, besiegen Nigeria schließlich mit 2:1 und ziehen doch noch ins Achtelfinale ein.

Illustre Torjägerliste

WM 2018 - Nigeria gegen Argentinien am 26.06.2018 in Sankt Petersburg (Russland)
WM 2018 - Nigeria gegen Argentinien Quelle: reuters

Ist bei Messi, der bis dato eher einen apathischen Eindruck hinterlassen hatte, der Knoten jetzt geplatzt? Das wird sich in der K.o.-Runde zeigen, in der dem 31-Jährigen bei seinen bisherigen drei Weltturnier-Teilnahmen (2006, 2010, 2014) noch kein Treffer gelang.

In jedem Fall reiht sich Messi aber in die Liste der WM-Torjäger ein, die in diesem Jahr so prominent wie lange nicht mehr besetzt ist. Englands Superstar Harry Kane von den Tottenham Hotspurs führt das Klassement mit fünf Treffern an - die er wohlgemerkt schon nach den ersten zwei Spielen der Gruppe G mit einem Doppelpack gegen Tunesien (2:1) und drei Toren gegen Panama (6:1) beisammen hatte. Bei der 0:1-Niederlage der "Three Lions" gegen Belgien im letzten Vorrundenmatch schonte Englands Trainer Gareth Southgate den 24-Jährigen für das Achtelfinale gegen Kolumbien.

Torjägerduell fällt flach

Da auch Belgiens Coach Roberto Martinez auf den Einsatz von Romelu Lukaku (Manchester United) verzichtete, fiel das Duell der beiden Top-Stürmer der WM am Donnerstagabend komplett flach. Der 25-jährige Lukaku steht bei vier Treffern - und vollbrachte im zweiten Gruppenspiel gegen Tunesien (5:2) ein Kunststück, das zuletzt dem großen Maradona geglückt war: Als erster Spieler seit der argentinischen Fußball-Legende 1986 schnürte Lukaku in zwei aufeinanderfolgenden WM-Begegnungen einen Doppelpack. Nur einen Tag später legte Englands "Hurricane" - so Harry Kanes naheliegender Spitzname - mit seiner Tor-Gala gegen Panama indes noch einen drauf.

Romelu Lukaku trifft gegen Griechenland zum 2:1-Endstand - und Belgien fährt zur WM.
Romelu Lukaku trifft gegen Griechenland zum 2:1-Endstand - und Belgien fährt zur WM. Quelle: dpa

Den zweiten Platz in der Torschützenliste teilt sich Lukaku mit keinem Geringeren als Cristiano Ronaldo. Der fünffache FIFA-Weltfußballer von Real Madrid hatte dem WM-Turnier in Russland mit drei Treffern beim Auftaktspiel Portugals gegen Spanien (3:3) die erste Sternstunde beschert, er war der Dreh- und Angelpunkt beim amtierenden Europameister. In der zweiten Gruppenpartie gegen Marokko (1:0) legte "CR7" das frühe Siegtor nach. Mit Ausnahme des Brasilianers Ronaldo (acht Tore 2002) kam seit 1978 kein WM-Torschützenkönig über sechs Tore hinaus - diese Marke wackelt nun.

Kaum Leistungsabfälle

Auch die Namen hinter diesem Spitzentrio müssen sich nicht verstecken - und bestätigen den Eindruck, dass sich in Russland viele Superstars in Bestform präsentieren. Leistungsabfälle im WM-Sommer nach einer langen Fußballsaison? Bislang weitestgehend Fehlanzeige. Denis Cheryshev (FC Villareal), einst bei Real Madrid als ewiges Talent verschrien, war in den ersten zwei Partien der Antreiber beim Gastgeberteam und steht bei drei Treffern – genauso wie Spaniens Sturmtank Diego Costa von Atlético Madrid.

Gleich 13 Spieler stehen nach der Vorrunde bei zwei Turniertoren - und auch hier findet sich geballte Fußball-Prominenz wieder: Belgiens Offensiv-Maestro Eden Hazard vom FC Chelsea, Kroatiens überragender Mittelfeld-Taktgeber Luka Modric von Real Madrid, der Ägypter Mohammed Salah von Champions-League-Finalist FC Liverpool, Luis Suarez (Uruguay) und Coutinho (Brasilien) vom FC Barcelona. Als einer der Shootingstars des Turniers wähnt sich außerdem der Nigerianer Ahmet Musa von ZSKA Moskau nach seinem sehenswerten Doppelpack gegen Island auf Augenhöhe mit der internationalen Elite.

DFB und Bundesliga fallen ab

Auffällig ist, dass fast alle genannten Akteure in der englischen Premier League oder in der spanischen Primera División auflaufen - und dass weder die Bundesliga noch die bereits ausgeschiedene deutsche Nationalmannschaft in dieser Auflistung eine besondere Rolle einnehmen. Bayerns Top-Angreifer Robert Lewandowski gehörte mit Polen zu den Enttäuschungen des WM-Turniers und trat die Heimreise ohne eigenen Treffer an. Kolumbiens James Rodriguez, WM-Torschützenkönig von 2014 und ebenfalls beim FC Bayern unter Vertrag, glänzte bisher nur beim 3:0-Sieg über Polen mit einer Traumvorlage auf Falcao.

Der von Chelsea an Borussia Dortmund verliehene Belgier Michy Batshuahy drückte den Ball beim 5:2 gegen Tunesien nach mehreren Fehlversuchen in der 90. Minute über die Linie. Die mitunter beste Tendenz zeigt Ante Rebic. Frankfurts Pokalheld drosch beim 3:0-Erfolg Kroatiens über Argentinien einen verunglückten Abstoß von Torwart Willy Caballero humorlos unter die Latte und gehörte beim 2:0-Auftaktsieg gegen Nigeria zu den auffälligsten Spielern beim Geheimfavoriten aus Südosteuropa. Der DFB-Tross fällt nach dem überraschenden Vorrunden-Aus ab. Der Last-Minute-Freistoßtreffer von Toni Kroos beim 2:1-Sieg über Schweden wird als einer der wenigen Lichtblicke in Erinnerung bleiben.

Was ist mit Neymar und Griezmann?

Zwei heiß gehandelte Namen sind derweil noch außen vor. Brasiliens Superstar Neymar, im Sommer 2017 für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro von Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt, sorgte lediglich beim 2:0-Sieg der "Seleção" über Costa Rica für den zweiten brasilianischen Treffer in der Nachspielzeit. Auch der Franzose Antoine Griezmann von Atlético Madrid konnte bis auf ein Elfmetertor gegen Australien kaum Duftmarken setzen - was streng genommen auf die gesamte französische Mannschaft zutrifft, die trotz des ersten Platzes in Gruppe C spielerisch bisher blass blieb.

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