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Virtuelle Kicker - FIFA-Serie gewinnt die Champions League

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Die Fußball-WM startet - wem das Gucken nicht reicht, der kann zusätzlich an Konsole oder PC zocken. Zur Auswahl stehen die Serien von FIFA und PES, doch letztere bröckelt.

Besucher der Computerspielmesse Gamescom spielen am 23.08.2017 das Computerspiel "FIFA 18"
"FIFA 18" auf der Gamescom (Archiv)
Quelle: dpa

Beim Fußball dreht sich vieles um Geld: Auf dem Transfermarkt und bei Verhandlungen zu Übertragungsrechten sind die Verträge milliardenschwer. Bei Fußball-Videospielen ist das nicht anders. Hier gibt es zwei Bewerber: Die FIFA-Serie des US-Herstellers Electronic Arts und den Konkurrenten Pro Evolution Soccer (PES) des japanischen Herstellers Konami. Vor gut zehn Jahren waren diese beiden Anbieter noch auf Augenhöhe, was die weltweiten Verkäufe betrifft - inzwischen liegt FIFA jedoch deutlich vorn.

Electronic Arts bekommt auch Zuschlag für UEFA

Lizenzen sind in diesem Markt entscheidend. Denn nur die Vertragspartner von DFL, UEFA und FIFA, sowie der einzelnen Vereine und Spieler dürfen Stadien exakt nachbauen, offizielle Vereinslogos und die Spielernamen verwenden und die virtuellen Kicker auch so aussehen lassen wie die echten Stars.

Hier hatte die FIFA-Serie schon immer die Nase vorn - die offizielle Lizenz des Fußball-Weltverbands trägt sie schließlich im Titel. Nun haben die Entwickler aber auch noch die Rechte an der Champions League erworben. Zehn Jahre lang konnte PES wenigstens damit glänzen und so einige der europäischen Spitzenvereine in ihre Spiele integrieren. Vor zwei Jahren noch gingen auch die Rechte an der Europameisterschaft nach Japan. Doch der Vertrag mit der UEFA ist ausgelaufen und Electronic Arts bekommt nun den Zuschlag.

Erfolgsrezept: Lizenzen für Verbände und Vereine

"Wir haben eine ganze Abteilung von Leuten, die sich ausschließlich um unsere Lizenzen und entsprechende Verpflichtungen kümmern", erklärt Aaron McHardy, Executive Producer der FIFA-Serie. "Ich kann natürlich keine Details aus den Verhandlungen verraten. Aber ich möchte Folgendes sagen: Wir versuchen hier das authentischste Erlebnis zu schaffen. Und wesentlicher Bestandteil davon ist, möglichst viele authentische Lizenzen zu bekommen und möglichst authentische Inhalte anbieten zu können."

Nicht nur die Verbände schließen Verträge mit den Spieleherstellern ab. Auch die einzelnen Vereine können sich entscheiden - und entscheiden sich auch schon mal um. Der BVB ist vor kurzem von PES zu FIFA gewechselt. Schalke beschritt kurz darauf den umgekehrten Weg. Doch der Trend ist eindeutig. Konami wird in Zukunft fast nur noch Fantasie-Vereine in Fantasie-Stadien gegeneinander antreten lassen dürfen.

PES innovativer, aber nicht erfolgreicher

Dabei galt PES lange als spielerisch besser, war der Geheimtipp für viele, denen Detailtiefe und Realismus wichtiger waren als ein Spielername und -gesicht. Die englische Zeitung Metro schrieb dazu neulich, man bekomme den Eindruck, dass sich FIFA den Erfolg lediglich erkauft habe. PES dagegen habe ihn sich erarbeitet.

Innovativer waren einige PES-Teile auch. In Versionen für die Wii-Konsole zeichnete der Spieler Pfeile mit dem Controller, der einer Fernbedienung ähnelte, und gab so die Laufwege vor. Durchgesetzt hat sich diese Art der Steuerung zwar nicht. Doch viele Kritiker vermissen solche innovativen Ansätze.

Qualität oder Authentizität entscheidend?

Der Erfolg spricht jedoch für FIFA. Denn auch wenn jedes Jahr ein neuer Teil - die aktuelle PC-Version kostet um die 30 Euro - erscheint und sich manchmal durch nicht viel mehr als aktuelle Namen und Gesichter vom Vorgänger unterscheidet, so macht doch FIFA mehr als ein Zehntel des Jahresumsatzes des US-Giganten Electronic Arts aus.

Und der hat mit "Battlefield", "The Sims" oder "Mass Effect" durchaus andere profitable Spiele im Köcher. Sind Lizenzen also wichtiger als ein gutes Spiel? "Das würde ich nicht sagen", betont McHardy und lacht. "Das Spiel ist natürlich von zentraler Bedeutung. Aber Lizenzen sind auch sehr wichtig. Authentizität ist eine wichtige Säule für uns. Aber die beginnt doch mit dem, was auf dem Rasen passiert."

Als ehemaliger Fußball-Profi setzt McHardy auf Fair Play. "Die Fans haben jedes Jahr die Wahl, für welches Spiel sie sich entscheiden", sagt er. "Ohne einen Mitbewerber wie PES könnten wir einander wohl nicht gegenseitig anspornen, wie das jetzt der Fall ist."

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