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Brasilien gegen die Schweiz - Mehr als Neymar und die anderen

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Die zehn anderen: Brasiliens erneuerte Nationalmannschaft ist weit mehr als nur Superstar Neymar. Trainer Tite setzt auf eine feste Stammelf. Sehr im Fokus: Stürmer Gabriel Jesus.

Gabriel Jesus und Neymar Arm in Arm beim Training
Gabriel Jesus (l.) und Neymar Arm in Arm beim Training
Quelle: dpa

Bei der Heim-WM 2014 pflegte Gabriel Jesus noch eine Landessitte: Zur Unterstützung der Seleção malte er die Straßen seines Viertels in São Paulo in den brasilianischen Farben an. Er war 17 Jahre alt und hatte nicht mal bei den Profis debütiert.

Gabriel Jesus – Symbol der Erneuerung

Heute Abend in Rostow werden sich auch auf ihn die Augen der Welt richten. Der Mittelstürmer ist vielleicht das auffälligste Gesicht der Erneuerung der Seleção - und gleichzeitig längst nicht mehr aus ihr wegzudenken. Jesus stand in der Olympiaauswahl, der 2016 durch einen Finalsieg im Elfmeterschießen gegen Deutschland den ersten Schritt aus dem Jammertal des 1:7 von Belo Horizonte im Halbfinale 2014 gelang. Und er rückte dann auch in die A-Mannschaft, die unter Nationaltrainer Tite weitere Tränen trocknete. Knapp zwei Jahre und 17 Siege aus 21 Spielen nach dessen Amtsantritt startet sie gegen die Schweiz heute als Topfavorit auf den Titel.

In diesen zwei Jahren hat sich eine feste Elf eingespielt, die durchaus mehr ist als "Neymar und zehn andere". Denn auf dem Platz sind die zehn anderen viel zu gut, um unter ferner liefen abgehandelt zu werden. Im Falle von Philippe Coutinho bestätigen das schon die exorbitanten 160 Millionen Euro Ablöse, die der FC Barcelona im Januar für ihn mit Liverpool vereinbarte.

Vom magischen Dreieck zum Quadrat

Mit Neymar und Gabriel Jesus (Manchester City) bildete der flinke Coutinho zunächst ein magisches Dreieck. Mittlerweile erweitert es Tite durch den temporeichen und schussstarken Willian (Chelsea) meist zum Quadrat. Die Angreifer rochieren viel und machen der gegnerischen Abwehr eine klare Zuordnung unmöglich. Sobald sie Raum bekommen, gibt es dann kein Halten. "Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt, mehr gibt es nicht zu sagen", erklärte zuletzt der Österreicher Marko Arnautovic nach dem 0:3 seiner Elf. Tore: Jesus, Neymar, Coutinho.

Die Partie war insofern typisch für Tites Brasilien, als es sich gemächlich in sie hineinsteigerte. Meistens ergeben sich in der zweiten Halbzeit ja mehr Räume. Bis dahin kann sich die Mannschaft auf ihre tadellose Organisation und ihre sicheren Kombinationen verlassen. Sowie auf die kaum zu bezwingende Defensive. Nur 0,42 Gegentore pro Spiel hat Stammkeeper Alisson (AS Rom) bekommen.

João Miranda – Spätberufener Abwehrchef

Vor ihm gilt als wichtigster Mann ein Spätberufener, João Miranda. Der 33-jährige Abwehrchef perfektionierte seine Kunst einst bei Atlético Madrid unter Defensivkönig Diego Simeone und spielt inzwischen bei Inter Mailand. Neben ihm variiert Tite zwischen den Pariser Vereinskollegen Thiago Silva oder Marquinhos.

Gemeinsam mit den zentralen Mittelfeldspielern Casemiro (Real Madrid) und Paulinho (Barcelona) übernimmt Miranda auch die Absicherung des Spezialagenten im Team. Linksverteidiger Marcelo ist ein Risiko für alle Beteiligten. Noch fast jeder Trainer kam allerdings zu dem Schluss, dass jenes für den Gegner größer ist als die eigene.

Marcelo- der echte Brasilianer

Einen Marcelo-Kompaktkurs erhielten etwa die Bayern im Halbfinal-Hinspiel der Champions League. Binnen weniger Minuten räumte der Real-Profi zunächst höflich seine Abwehrseite zur Münchner Führung frei, um wenig später aus Stürmerposition den Ausgleich zu erzielen. Marcelos Ballannahmen, Dribbelkünste und Spielideen sind für einen Verteidiger einmalig. "Wo andere die Außenbahn umpflügen, pflanzt er Blumen", sagte der argentinische Fußball-Weise Jorge Valdano mal über ihn. Und über wen lässt sich so etwas schon sagen außer über einen echten Brasilianer.

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