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Demonstrant beim G20-Gipfel - Wer ist der Mann mit dem Edeka-Schild?

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Seit gestern kennen viele Leute das Gesicht von Andre Kramer. Der Comedian hat mit seinem Schild bei der "Welcome to Hell"-Demo gegen den G20-Gipfel in Hamburg einen viralen Hit gelandet. Viele fragen sich: Ist das eine Werbekampagne von Edeka?

Sein Pappschild ragte heraus, aus den Krawallen in Hamburg: mit Humor statt Aggression. Andre Kramer hat mit seinem Schild bei der "Welcome to Hell"-Demo einen Social Media Hit gelandet.

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"Das war überhaupt nicht geplant. Ich hatte tatsächlich Hunger und wollte mir eine Pizza im Supermarkt holen", sagt Andre Kramer. Er steht auf der Straße in seinem Viertel, St. Pauli. Das habe sich seit einer Woche extrem verändert: "Die Demonstranten demonstrieren, einige friedlich, einige gewaltvoll, die Polizei demonstriert Präsenz, die G20-Politiker demonstrieren Macht, ich wollte gegen das alles demonstrieren und einfach nur mein Viertel zurück haben", sagt der 37-Jährige.

Der schönste Anruf kam von seiner Oma

Innerhalb von zwei Minuten habe er das erste Demoschild seines Lebens gebastelt. "Ich wollte zum Supermarkt und zeigen: Ich bin keine Gefahr, für niemanden, ich habe nur Hunger." Doch weit kam er damit nicht. Leute hielten ihn an und machten Fotos. Wildfremde hätten ihm das Handy unter die Nase gehalten, weil sein Foto in irgendwelchen WhatsApp-Gruppen kursierte.

"Das war schon abgefahren. Das hat mich so ein bisschen überrollt", sagt Kramer. Der schönste Anruf am Abend kam von seiner 85-jährigen Oma: Kramer hatte gegen 18 Uhr das Haus verlassen, um 20:30 Uhr rief sie ihn an und sagte: "Junge, da ist ein Mann im Fernsehen mit einem Schild, der sieht aus wie Du." Kramer lacht.

Edeka reagierte auf sein Foto

Und warum jetzt ausgerechnet Edeka? Ist doch was dran an der Vermutung, dass das eine geschickt eingefädelte Werbekampagne ist? "Das ist einfach der Supermarkt, der hier am nächsten ist. Das war keine abgesprochene Aktion", sagt Kramer.

Edeka reagierte auf sein Schild: Am Freitagmorgen postete die Supermarktkette ein Foto auf ihrer Facebook-Seite. Neben Kramers Schild, gab es ein weiteres: "Bleib zuhause. Wir bringen Dir was. Bitte."

Humor bei gewaltsamen Auseinandersetzungen?

Kramer einigte sich mit Edeka, dass die Lebensmittel an die Tafel in St. Pauli gehen sollen. Kommende Woche wollen sie sich treffen und die Lebensmittel übergeben - eine gelungene Werbekampagne, sowohl für Edeka als auch den Comedian. Bevor er hauptberuflich auf Comedy umsattelte, war er übrigens Social-Media-Manager - und seit sein Foto viral ging, stiegen seine Social-Media-Fans sprunghaft an.

Keine Frage, der Mann hat Humor. Aber ist Humor das probate Mittel, wenn sich in seinem Viertel Demonstranten und Polizei seit Tagen gewaltsame Auseinandersetzungen liefern? Man könne den G20-Gipfel doch nur mit Humor ertragen, sagt Kramer. Dieses Ereignis ausgerechnet in Hamburg zu veranstalten, in den Messehallen, 500 Meter von einem der aktivsten linksautonomen Zentren in Europa, Kramer schüttelt den Kopf: "Das ist, wie einen Snowboardurlaub in Mordor zu buchen - einfach maximal bescheuert."

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