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Chinas Präsident - Xi Jinping beim G20-Gipfel unter Druck

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Am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka wird es ein viel beachtetes Treffen geben. Chinas Staatspräsident Xi trifft auf US-Präsident Donald Trump. Der Druck auf Xi ist hoch.

Xi Jinping am 27.06.2019 in Osaka
Xi Jinping
Quelle: ap

Der chinesische Präsident Xi Jinping ist bereits in Osaka gelandet. Ob man ihm, dem chinesischen Präsidenten, den Druck anmerkt? Meistens nicht. Dabei hat er Druck, denn der Handelskrieg zwischen den USA und China geht weiter und alle schauen darauf, was der chinesische Präsident dann wohl mit dem amerikanischen besprechen wird.

Demonstrativer Besuch in Nordkorea

Am Rande des Gipfels sollen sie sich treffen. Und der Druck auf Xi Jinping ist hoch. Er kommt auch aus den eigenen Reihen in Peking. Immer wieder heißt es, dass viele Kader nicht zufrieden sind, mit Xi und der Art und Weise, wie er mit dem Handelskrieg mit den USA umgeht. Dabei hat China auch nicht mehr viel entgegenzusetzen.

Deswegen gab es dann wohl auch den Besuch Xi Jinpings in Nordkorea mit Machthaber Kim Jong Un. Xi will damit zeigen, wie "gut" die Beziehungen zwischen China und Nordkorea sind. Dass Trump ihn, Xi, also braucht, um voranzukommen mit Nordkorea und der Denuklearisierung, den Verhandlungen, dem Friedensprozess, den Vorbereitungen für einen dritten Gipfel zwischen Donald Trump und Kim Jong Un. Der chinesische Präsident hat damit nochmal klar gemacht, dass er mitredet bei allem, was Nordkorea betrifft. Ob das aber reicht, wird dann wohl erst am Samstag nach dem Treffen zwischen Xi und Trump klar werden.

Xi Jinping (links) und Kim Jong Un in Pjöngjang.
Xi Jinping (links) und Kim Jong Un in Pjöngjang.
Quelle: --/Xinhua/dpa

Treffen mit Trump in chinesischen Medien kein Thema

So sehr das Thema aber auch die internationale Berichterstattung prägt, das chinesische Staatsmedium, die englischsprachige Tageszeitung "China Daily" spricht das Treffen zwischen den beiden Regierungschefs nicht an. Eher hebt die Zeitung auf ihrer Onlineversion hervor, was Xi alles geschafft hat, mit wem er sich in letzter Zeit alles getroffen hat.

Russland will offenbar lieber auf dem Berg sitzen und dem Tiger beim Kampf zusehen.
Zhang Lifan, Historiker

Und das waren nicht wenige. Da war zum Beispiel der russische Präsident Wladimir Putin, mit dem sich Xi mehr verbünden wollte. Was aber laut dem Experten und Historiker Zhang Lifan nicht funktioniert hat. "Russland will offenbar lieber auf dem Berg sitzen und dem Tiger beim Kampf zusehen, egal wie groß das Geschenk Xis auch sein mag bei seinem Staatsbesuch. Russland wird China nie mehr als nur einen Kuchen oder Eis zurückgeben."

Xi hat kaum ein Druckmittel

Also bleibt nicht viel, was Xi Jinping noch als Druckmittel hat, um seinen eigenen Druck zu mildern. Sicherlich wird Xi eine Fortführung des Handelskriegs mit den USA in der Form nicht wollen, und trotzdem kann er auch nicht zu sehr einlenken, denn das würde auch einen Gesichtsverlust bedeuten.

Doch ist auch klar: sollten China und die USA keine Annäherung finden und sich gegenseitig mit noch mehr Sanktionen belegen, wird das weiterhin Auswirkungen haben auf die Wirtschaft in China und den USA. Es wird weiterhin keinen Gewinner des Handelskriegs geben. Auch wenn die Staatszeitung "China Daily" ein anderes Bild vermitteln will.

Noch wurde auch dort nichts von einem "vorläufigen" Burgfrieden im Handelskrieg zwischen den USA und China verkündet. Die Hongkonger "South China Morning" verkündete, dass angedrohte Ausweitungen der Strafzölle vorübergehend verschoben worden seien. Das sei eine der Bedingungen gewesen, dass Chinas Regierungschef Xi sich mit US Präsident Donald Trump trifft. Doch kann dieser Burgfrieden auch wieder ein jähes Ende finden. Der Druck bleibt.

Stefanie Schoeneborn ist Korrespondentin im ZDF-Studio Peking.

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