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Nach G20-Gipfel - Gutes Klima minus eins

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Das ist nochmal gutgegangen. 19 Gipfelteilnehmer stehen hinter dem Pariser Abkommen zum Schutz des Weltklimas. Die USA bleiben dabei, sie wollen aus dem Abkommen austreten. Das scheint jetzt kein großes Problem mehr zu sein.

Der G20-Gipfel ist zu Ende. Die Bilanz: Kompromisse in der Handelspolitik. Uneinigkeiten gibt es aber nach wie vor beim Klima.

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So ein G-XY-Treffen (egal, ob 20 oder 7 oder…) ist noch nie Zusammenkunft einer Weltregierung gewesen. Von Beginn an - dem Treffen der Finanzminister als Reaktion auf die asiatische Wirtschafts- und Finanzkrise 1997, damals noch als G22 - hat die Zusammenkunft den Charakter eines informellen Treffens. Harte Entscheidungen sind schon deswegen nicht zu erwarten.

Abschlusskommuniqué ein Erfolg

Porträt Volker Angres
Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion

Umso erfreulicher ist deshalb die Verständigung aller G20-Staaten auf die Notwendigkeit, "den Weg für eine nachhaltige Entwicklung zu bereiten". Im Abschlusskommuniqué wird diesem Thema breiter Raum gewidmet. Ausdrücklich wird auf die UN-Agenda 2030 verwiesen und jedwede Unterstützung der Länder zugesagt. Das ist ein Erfolg.

Auch die Themen Kampf gegen die Meeresvermüllung und Bekämpfung der Antibiotikaresistenzen sind übereinstimmend verabschiedet worden. Die Einsicht in die Förderung der Energie- und Ressourceneffizienz genießt ebenfalls Konsens. Insofern hat der Gipfel diesmal eine deutlichere Ausrichtung für mehr Umwelt- und Naturschutz und wirbt für einen stringenten Einstieg bzw. die Fortführung einer nationalen und globalen nachhaltigen Entwicklung.

USA - doch nicht so ganz raus?

Doch beim Klimaschutz klemmt es mit der Einstimmigkeit. Das allerdings war ja nach der Trump-Ankündigung, das Pariser Abkommen zu verlassen, schon vorher klar. Es heißt aber nicht, dass in den USA jetzt die Kohleschornsteine qualmen wie noch nie. Im Abschlusskommuniqué ist vermerkt, dass die USA ihr "nachdrückliches Engagement für einen Ansatz, der Emissionen verringert und dabei das Wirtschaftswachstum unterstützt und die Energiesicherheit verbessert" ausdrücklich bekräftigen.

Übersetzt heißt das: Es wird zunächst weiter gehen mit der Nutzung von fossilen Energieträgern. Deren Verbrennung soll aber durch modernste Techniken so sauber wie möglich gemacht werden. Und was die Zusammenarbeit mit anderen Ländern angeht erklären die USA, sie wollten helfen, dort "erneuerbare und andere saubere Energiequellen einzusetzen, angesichts der Bedeutung, die dem Zugang zu Energie und der Energiesicherheit bei ihren national festgelegten Beiträgen zukommt".

Steilvorlage für UN-Klimakonferenz

Apropos andere Länder: Bundeskanzlerin Merkel betonte in ihrer Abschlusspressekonferenz, dass nicht nur auf staatlicher Ebene, sondern nun gerade auch die Zusammenarbeit des privaten Sektors in Sachen Klimaschutz weiter vorangetrieben werde. Auch darüber konnte Einigkeit erzielt werden. Zu verstehen als eine Steilvorlage für die anstehende UN-Klimakonferenz im November in Bonn.

Denn genau das ist ja mit Umsetzung des Pariser Abkommens gemeint: Neue Weg finden, um modernste, effiziente und klimaschonende Techniken in die Länder bringen, die bisher vor allem auf Kohle als Hauptenergieträger gesetzt haben. Wichtig ist diese Weichenstellung genau jetzt deshalb, weil der Strombedarf weltweit bis zum Jahr 2050 um rund 60 Prozent ansteigen wird. Die entsprechenden Investitionen stehen jetzt an. Eine Horrorvision, wenn es nicht gelingt, die Gelder in Richtung erneuerbare Energien zu lenken.

Übrigens: Unbeabsichtigt hat Donald Trump doch zum Klimaschutz beigetragen. Das Waffenstillstandsabkommen für Syrien heißt nichts anderes: Die Panzer rollen nicht mehr, Raketen bleiben in ihren Abschussrampen. Das reduziert viel CO2 und Feinstaub.

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