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Gay-Pride-Parade in Istanbul - Gummigeschosse gegen Gay Pride-Demonstranten

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Bei der verbotenen Istanbuler Gay-Pride-Parade hat die Polizei Gummigeschosse auf dutzende Teilnehmer abgefeuert. Außerdem wurde Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt. Die Beamten wollten etwa 40 Aktivisten von dem zentralen Taksim-Platz vertreiben.


Die Istanbuler Polizei hat am Sonntag mit Tränengas und Personenkontrollen das Verbot einer Parade von Schwulen und Lesben durchgesetzt. Kleine Personengruppen widersetzten sich dem Verbot mit spontanen Demonstrationen und wurden von Polizisten vertrieben.

Die Demonstration ist seit drei Jahren verboten

Der Gouverneur von Istanbul hatte die auf dem zentralen Taksim-Platz geplante Demonstration das dritte Jahr in Folge verboten. Er hatte dies mit der öffentlichen Ordnung und Sicherheit begründet. Die Polizei hinderte am Sonntag Gruppen daran, die zu dem Platz führende Istiklal-Straße zu betreten. Die Beamten wiesen Personen ab, von denen sie glaubten, dass sie mit der Parade in Verbindung stehen.

Mindestens 100 Protestierende versammelten sich in der Nähe des Platzes und riefen Parolen wie "Seid nicht still, ruft laut, Schwule gibt es." Aktivisten zufolge setzte die Polizei auch Gummigeschosse ein, um die Menge aufzulösen. Die Beamten nahmen mehrere Personen fest.

Seit 2003 hatte der "Marsch des Stolzes" für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender und Intersexuellen (LGBTI) in Istanbul jeweils Zehntausende Menschen angezogen, 2014 kamen bis zu 100.000 - eine der größten derartigen Veranstaltungen in der muslimischen Welt. Seither haben die Behörden den Marsch nicht mehr genehmigt.

Homosexualität steht in der Türkei nicht unter Strafe

Anders als in anderen muslimischen Ländern steht Homosexualität in der Türkei nicht unter Strafe. LGBTI-Aktivisten kritisieren aber, sie seien rechtlich nicht geschützt und würden gesellschaftlich stigmatisiert. Die türkische Regierung hat erklärt, es gebe im Land keine Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung.

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