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Gedenken an Eschede-Unglück - "Unvergessene Katastrophe"

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20 Jahre nach dem ICE-Unglück in Eschede mit 101 Toten haben viele Menschen der Opfer gedacht. Die Katastrophe sei unvergessen, sagte Ministerpräsident Weil.

20 Jahre nach dem Zugunglück gedachten Hinterbliebene an der Unglücksstelle der Opfer. 101 Menschen verloren dabei ihr Leben.

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Die Stufen hinunter zu dem Hain aus 101 Kirschbäumen und zu der Gedenktafel mit den vielen Namen: Für die Hinterbliebenen und Überlebenden des größten Bahnunglücks in der bundesdeutschen Geschichte, ist es ein schwerer Gang bei der Gedenkveranstaltung in Eschede. Mancher wischt sich über das Gesicht. Genau 20 Jahre nach der ICE-Katastrophe in dem kleinen Ort in der Lüneburger Heide sehen sich Überlebende, Verwandte von Opfern und damalige Helfer wieder. Auf der Tafel neben der Brücke, in die der Unglückszug damals hineinraste, stehen die Namen aller 101 Toten mit Geburtsort und -datum: Ehepaare mit und ohne Kinder, Kleinkinder mit ihrer Mutter, Junge und Alte.

Viele, die jetzt gekommen sind, blicken von oben auf die Gleise, in die Ferne, und als ein ICE mit vollem Tempo vorbeidonnert, wird die Wucht der Katastrophe von damals für einen kurzen Moment greifbar. Angehörige lassen den Gefühlen ihren Lauf, halten einander im Arm oder stützen sich. Auch Feuerwehrleute halten vor der Gedenktafel inne, mancher spricht von erschütternden Details des Einsatzes.

Weil: Technik bietet keine absolute Sicherheit

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) versichert beim Gedenken: "Das Zugunglück von Eschede, diese Katastrophe, ist unvergessen." Ein Grund sei, dass das Unglück die Menschen in einem Moment getroffen habe, als sie sich vollkommen sicher fühlten. Technik biete keine absolute Sicherheit, mahnt Weil. Und für das Bundesverkehrsministerium sagte Staatssekretär Ennak Ferlemann (CDU), die für Sicherheit Zuständigen müssten immer wieder an ihre Verantwortung erinnert werden. "Wir dürfen an dieser Stelle nicht sparen."

"Die Erinnerung daran ist ständige Mahnung, dass Sicherheit Vorrang vor allem anderen haben muss", sagt Bahn-Vorstand Richard Lutz. Er bekräftigt die Entschuldigung der Bahn für das entstandene menschliche Leid. Alle Menschen, die damals in dem Unglückszug saßen, hätten sich der Bahn anvertraut. "Und wir müssen dazu stehen, dass wir dieser Verantwortung an diesem Tag nicht gerecht geworden sind", sagt Lutz. Dass es die Bahn erst nach 15 Jahren über sich brachte, sich für die Katastrophe zu entschuldigen, spricht Lutz ebenfalls an: "Die Entschuldigung gilt auch für fehlende Sensibilität im Umgang mit Betroffenen."

Hinterbliebener: Sicherheit vor Gewinnmaximierung

Von einer vermeidbaren Katastrophe und einer gescheiterten juristischen Aufarbeitung spricht Heinrich Löwen von der Selbsthilfe Eschede, in der sich Angehörige und Opfer zusammenschlossen haben. "Es waren Fehleinschätzungen von Menschen, die zu diesem Unglück führten - Fehlleistungen." Unbegreiflich sei, dass es keine juristischen Folgen gegeben habe für die Nachlässigkeit bei der Wartung der Räder. "Das Gericht hat uns mit der Einstellung des Verfahrens ein weiteres Mal verletzt."

Für die Zukunft hat Löwen eine Bitte: Politik und Bahn müssten sich dafür einsetzen, dass Sicherheit absolute Priorität vor allem anderen habe, vor Gewinnmaximierung und Geschwindigkeitsrekorden. "Menschen, die mit dem Zug fahren, sollten unversehrt und sicher ihr Ziel erreichen, denn nichts ist kostbarer als das Leben als solches." Löwen verlor am 3. Juni 1998 Frau und Tochter.

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