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Proteste im Irak fordern weitere Todesopfer

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Gegen Korruption und Stillstand - Proteste im Irak fordern weitere Todesopfer

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Die Wut über die politische Elite im Irak ist groß. Die Menschen klagen über Misswirtschaft. Seit Tagen gibt es Demonstrationen. Die Polizei geht hart gegen sie vor, es gibt Tote.

Der Irak wird von wütenden Protesten erschüttert.
Der Irak wird von wütenden Protesten erschüttert.
Quelle: Hadi Mizban/AP/dpa

Der Irak wird von wütenden Protesten erschüttert. Sicherheitskräfte gehen seit Dienstag mit Gewalt gegen Demonstranten vor. Dabei kamen bislang mindestens 28 Menschen ums Leben, fast 1.500 wurden verletzt.

Die Proteste richten sich gegen Korruption, die schlechte Wirtschaftslage und politischen Stillstand. Die Demonstranten blockierten in Bagdad Straßen und zündeten Autoreifen an. In mehreren Provinzen stürmten sie Gebäude und legten Feuer. Angeführt werden die Demonstrationen vor allem von jungen Männern.

Explosionen in der Grünen Zone

Aus der stark gesicherte Grüne Zone im Zentrum Bagdads, wo Regierungsgebäude und Botschaften liegen, wurden Explosionen gemeldet. Ministerpräsident Adel Abdel Mahdi verhängte eine Ausgangssperre in Bagdad, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen.

Der Irak kommt seit Jahren nicht zur Ruhe. 2014 überrannte die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) große Teile des Landes und errichtete dort eine brutale Herrschaft. Mittlerweile sind die Extremisten militärisch besiegt, Zellen bleiben aber aktiv. Nach dem langen Kampf gegen den IS sind vor allem im Norden und Westen des Iraks viele Städte zerstört. Der Aufbau geht nur langsam voran.

Platz 168 von 180 im Anti-Korruptions-Index

Die Politik wird zugleich gelähmt durch ein Proporzsystem, das die Macht auf die unterschiedlichen religiösen und ethnischen Gruppen verteilt. Die Mehrheit der Iraker sind Schiiten und gehören somit zu einer der beiden großen Strömungen des Islam. Kritiker werfen den führenden Politikern seit Jahren vor, sie nutzten ihre Positionen vor allem dazu, sich ihre eigenen Taschen und die ihrer Klientel zu füllen.

Im Anti-Korruptions-Index der Organisation Transparency International steht der Irak auf Platz 168 von 180 Ländern. Der Irak nehme jedes Jahr Milliarden aus dem Ölverkauf ein, sagte der Demonstrant Al-Ubaidi. "Leider geht das Geld über unterschiedliche Kanäle zu den Parteien und politischen Blöcken."

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