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Rechte Bewegung drängt nach Europa - Gegenwind für Steve Bannon

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Europas Rechte sollen prominente Unterstützung aus den USA bekommen: Steve Bannon, Donald Trumps Ex-Berater. Politiker deutscher Parteien reagieren alarmiert.

Steve Bannon - Der Trump-Flüsterer: Schwarz gekleideter, grauhaariger Mann aus Froschperspektive, geht an einem stramm stehenden Polizisten vorbei.
Hat Pläne in Europa: Trumps ehemaliger Chefstratege Steve Bannon
Quelle: ZDF/POOL New

Deutsche Politiker wollen dem US-Rechtspopulisten Steve Bannon mit seinen Plänen für eine Unterstützung gleichgesinnter Parteien im Europawahlkampf 2019 offensiv entgegentreten. "Wir müssen jetzt kämpfen, mit guten Argumenten, selbstbewusst und wahrhaftig", sagte Europastaatsminister Michael Roth (SPD) der "Welt". Europa dürfe "keine Angst haben vor den nationalistischen Kampagnen, mit denen Herr Bannon meint, Europa in die Knie zwingen zu können", sagte Roth. "Unsere Werte sind stärker als sein Hass und seine Lügen."

Hahn: Pläne "ernst zu nehmen"

Bannon, ein früherer Berater von US-Präsident Donald Trump und Gallionsfigur der radikalen Rechten in den USA, will nach einem Bericht des Nachrichtenportals "The Daily Beast" vor der Europawahl 2019 eine "rechtspopulistische Revolte" anzetteln. Ziel sei es, im Europäischen Parlament eine "rechtspopulistische Supergruppe" zu bilden, der bis zu ein Drittel der Abgeordneten angehören solle. Mit einer Stiftung namens "The Movement" (Die Bewegung) wolle er zudem einen Bogen schlagen zwischen rechtspopulistischen Gruppen in Europa und der Trump nahe stehenden Gruppe Freedom Caucus.

Bannons Stiftungspläne in Europa sind nach Ansicht des CSU-Europapolitikers Florian Hahn "ernst zu nehmen". Man müsse sich nun "gegen jede unzulässige Wahlbeeinflussung von außen wehren", sagte der europapolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Schneider mit Seitenhieb gegen Union

Mit Kritik an der CSU verband hingegen Carsten Schneider, Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, seine Reaktion auf Bannons Vorstoß. "Dass Bannon auch mit CSU-Freund Viktor Orban kooperieren will, wirft ein Licht auf den Zustand der Union", sagte Schneider. Nun gelte es umso mehr, gute Politik zu machen.

"Wir müssen den Populisten in ganz Europa den Nährboden entziehen, indem wir die Probleme lösen, die die Menschen wirklich umtreiben", sagte Schneider. "Der Schlüssel dafür" sei auf vielen Gebieten "die europäische Kooperation". Dafür müsse man "offensiv werben und die Debatte nicht den Nationalisten überlassen". Denn "Populismus und Nationalismus würden die EU ins Chaos stürzen."

AfD-Spitze uneins

Als "Frontalangriff gegen die EU und die europäischen Werte" bezeichnete die FDP-Außenpolitikerin Renata Alt das Bannon-Projekt. Sie appellierte an "alle Proeuropäer, notwendige Reformen endlich umzusetzen".

Wohlwollend reagierte hingegen die AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel. Sie bezeichnete Bannons Pläne in der "Welt" als "sehr spannend und ambitioniert". AfD-Chef Jörg Meuthen hatte eine Unterstützung seiner Partei durch Bannons Stiftung zuvor abgelehnt.

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