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Nach fast 30 Jahren - Gladbecker Geiselgangster Degowski aus Haft entlassen

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Der Gladbecker Geiselgangster Dieter Degowski ist nach fast 30 Jahren Haft aus dem Gefängnis entlassen worden. Das bestätigte der Sprecher des Landgerichts Arnsberg dem ZDF.

Der Gladbecker Geiselnehmer Dieter Degowski beim Kontrollgang durch den gekaperten Bus.
Der Gladbecker Geiselnehmer Dieter Degowski beim Kontrollgang durch den gekaperten Bus.

Dieter Degowski hatte am 16. August 1988 mit seinem Komplizen Hans-Jürgen Rösner eine Bank in Gladbeck überfallen. Im Verlauf ihrer dreitägigen Flucht mit einem Linienbus erschossen die Täter zwei Geiseln, ein Polizist kam während des Einsatzes durch einen Verkehrsunfall ums Leben. Rösner und Degowski wurden 1991 zu lebenslangen Freiheitsstrafen verurteilt. Später stellten Gerichte bei beiden Tätern eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren ausschließt.

Strafe auf Bewährung ausgesetzt

Dabei wurde für den in Werl inhaftierten Degowski eine Mindesthaftdauer von 24 Jahren festgelegt, die er längst verbüßte. Das Landgericht Arnsberg setzte im Oktober vergangenen Jahres die Strafe Degowskis auf Bewährung aus.

Das Gladbecker Geiseldrama

Zur Vorbereitung der Entscheidung für eine Freilassung Degowskis hatte das zuständige Gericht unter anderem das Gutachten eines renommierten Sachverständigen eingeholt, der eine positive Prognose erstellt hatte. Degowskis Anwältin Lisa Grüter hatte bereits im vergangenen Oktober mit Blick auf die nahende Entlassung ihres Mandanten mitgeteilt, dass er künftig nicht mehr Degowski heißen werde. Mit einem neuen Namen wolle er "dieses Stigma" loswerden, dass "er sich mit Degowski vorstellen muss, dem Namen, der so viele Erinnerungen weckt", erläuterte Grüter. Zudem sei er dankbar dafür, "dass er von der Gesellschaft noch eine Chance bekommt".

Rösner noch in Haft

Rösner sitzt noch in der Justizvollzugsanstalt Aachen und bemüht sich derzeit um Haftlockerungen. Rösners Anwalt erklärte im Januar, es laufe auch noch ein Antrag auf erneute Begutachtung der Gefährlichkeit durch einen Sachverständigen. Zuletzt seien Rösner und Degowski vom selben Sachverständigen begutachtet worden. Das gehe nicht, sagte Anwalt Rainer Dietz.

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