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Geiselnahme in Frankreich - Macron: Geiselnahme war islamistischer Terror

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Bei der tödlichen Geiselnahme in Trèbes spricht Präsident Macron von Terror. Vier Menschen sind tot - auch der Täter. Er war als radikalisiert bekannt und wurde bereits beobachtet.

Ein mutmaßlicher Islamist hat bei Attacken und einer Geiselnahme in Südfrankreich drei Menschen getötet und weitere verletzt. Die Polizei erschoss den Täter.

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat die Attacke und Geiselnahme in Südfrankreich als islamistischen Terroranschlag bezeichnet. Der Angreifer habe drei Menschen getötet und 16 weitere verletzt, sagte Macron am Freitagabend in Paris. Mindestens zwei Verletzte seien in einem kritischen Zustand. Ein Polizist, der sich freiwillig als Geisel hatte eintauschen lassen, ringe mit dem Tod. "Er hat Leben gerettet", sagte Macron.

Eine Untersuchung müsse nun klären, wann und wie der Angreifer sich radikalisiert und wo er sich seine Waffe beschafft habe. Der Staatschef verwies darauf, dass die Terrormiliz Islamischer Staat die Tat für sich reklamiert hatte - diese Mitteilung werde derzeit analysiert.

Innenminister spricht von Einzeltäter

Innenminister Gérard Collomb identifizierte den Täter am Freitag als einen 26 Jahre alten Kleinkriminellen, der als radikalisiert betrachtet worden sei und unter Beobachtung der Polizei gestanden habe. Die Polizei habe den Supermarkt gestürmt, in dem sich der Mann verschanzt hatte, und ihn dabei getötet, sagte Collomb.

Die Ermittler äußerten die Vermutung, dass der Verdächtige ein Auto kaperte, nachdem er die nahegelegene Stadt Carcassonne verlassen hatte. Eine Person in dem Fahrzeug sei getötet worden, hieß es. Nach Angaben von Collomb schoss der 26-Jährige später auf eine Gruppe Polizisten, ehe er sich in dem Supermarkt verschanzte, wo er zwei weitere Menschen tötete. Er habe alleine gehandelt, sagte Collomb.

Der Täter berief sich auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Terroristen reklamierten die Tat ebenfalls für sich, nannten den Täter über ihr Sprachrohr "Amak" einen ihrer "Soldaten". Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Sie leitete eine Untersuchung wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit Terrorismus ein, wie die Behörde mitteilte. Außerdem wird wegen Freiheitsberaubung ermittelt.

Freilassung Abdeslams gefordert?

Der Geiselnehmer soll laut einem Medienbericht die Freilassung des Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gefordert haben. Das meldete der Sender BFMTV, eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der französische Staatsbürger Abdeslam soll zu einer Zelle des IS gehören, die die schweren Anschläge in Paris im November 2015 und in Brüssel im März 2016 verübte. Er sitzt in Frankreich in Untersuchungshaft.

Karte
Trèbes im Südwesten Frankreichs
Quelle: ZDF

Das Innenministerium hatte während der Geiselnahme auf Twitter dazu aufgerufen, den Bereich um den Supermarkt "Super U" in dem 5.500-Einwohner-Ort zu meiden. Laut französischen Medien wurde das Gebiet abgeriegelt. "Ein großer Teil der Mitarbeiter und der Kunden des Super U konnten fliehen", zitierte AFP eine namentlich nicht genannte informierte Person.

Juncker sagt EU-Unterstützung zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel bekundete ihre Anteilnahme. "Wir sind natürlich bei den Betroffenen und Angehörigen und sprechen ihnen aus vollem Herzen unsere Anteilnahme aus", sagte sie beim EU-Gipfel in Brüssel. "Wir stehen, wenn es um terroristische Bedrohungen geht, natürlich an der Seite Frankreichs und wo immer wir helfen und unterstützen können, werden wir das tun."

Ähnlich äußerte sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. "Frankreich wurde erneut von einer feigen und blutigen Tat getroffen", sagte Juncker in Brüssel. Er sagte der französischen Regierung und der Bevölkerung die "volle Unterstützung" der EU zu.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Die Behörden sprechen regelmäßig von einer weiterhin hohen Gefahr.

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