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Supermarkt in Trèbes - Ermittler: Geiselnehmer in Südfrankreich getötet

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Die Geiselnahme im südfranzösischen Trèbes ist beendet. Der Geiselnehmer wurde von Sicherheitskräften erschossen. Er hatte zuvor mindestens zwei Menschen getötet.

Ein Mann hat in Trèbes, südöstlich von Toulouse, Geiseln in einem Supermarkt genommen. Dabei sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Einzeltäter soll sich zum IS bekannt haben.

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Mehr als drei Stunden läuft der Polizeieinsatz. Am Nachmittag dann die Meldung: Der Geiselnehmer ist tot. Sicherheitskräfte hätten den Mann erschossen, erklärten die Ermittler. Der Angreifer hatte zuvor mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere verletzt.

Schauplatz des Dramas ist Trèbes, ein kleiner Ort im Südwesten Frankreichs nahe Carcassonne. Gegen 11:15 Uhr drang der bewaffnete Mann in einen Supermarkt ein. Er nahm Geiseln, Zeugen hörten Schüsse. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft bekannte sich der Täter zur IS-Terrormiliz, so die Nachrichtenagentur AFP.

Der französische Sender BFM berichtete, der Geiselnehmer fordere die Freilassung des mutmaßlichen Attentäters der Pariser Anschläge im Jahr 2015, Salah Abdeslam. BFM beruft sich dabei auf nicht näher bezeichnete Informanten.

Antiterror-Einheit übernimmt Ermittlungen

Alle vorliegenden Informationen ließen vermuten, dass es sich um einen Terrorakt handele, sagte Premierminister Édouard Philippe am Mittag vor Journalisten in Mulhouse. Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte nach dem EU-Gipfel in Brüssel: "Alles weist auf einen Terroranschlag hin." Er werde nach Paris zurückreisen und von dort aus alle notwendigen Maßnahmen treffen.

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Trèbes im Südwesten Frankreichs Quelle: ZDF

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Sie leitete eine Untersuchung wegen Mordes und versuchten Mordes im Zusammenhang mit Terrorismus ein, wie die Behörde mitteilte. Außerdem wird wegen Freiheitsberaubung ermittelt.

Das Innenministerium hatte auf Twitter dazu aufgerufen, den Bereich um den Supermarkt "Super U" in dem 5.500-Einwohner-Ort zu meiden. Spezialkräfte der Gendarmerie waren am Tatort, Verstärkung aus Paris war auf dem Weg. Das Gebiet wurde abgeriegelt. Premierminister Édouard Philippe sprach von einer "ernsten Lage". Innenminister Gérard Collomb kündigte an, nach Trèbes zu reisen.

"Ernste Lage"

In Carcassonne wurde am Freitag zudem ein Polizist verletzt, als ein Unbekannter das Feuer auf Beamte eröffnete, die gerade vom Jogging zurückkamen. Das bestätigte ein Polizeisprecher. Ob es einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen gibt, war zunächst unklar.

Frankreich war in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel islamistischer Anschläge. Vor allem die Attacken von Paris 2015 und Nizza 2016 hatten das Land schwer erschüttert. Die Behörden sprechen regelmäßig von einer weiterhin hohen Gefahr.

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