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Geiselnahme in Köln - Polizei schließt Terror-Hintergrund nicht aus

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Das Motiv für die Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof ist noch unklar. Die Behörden schließen aber einen terroristischen Hintergrund nicht aus.

SEK-Beamter vor dem Hauptbahnhof Köln
Quelle: Reuters

Eine Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof hat die Polizei am Montag stundenlang in Atem gehalten. Die Sicherheitsbehörden schließen einen terroristischen Hintergrund nicht aus, ermitteln aber nach eigenen Angaben "in alle Richtungen".

14-Jährige in Restaurant durch Molotowcocktail verletzt

Der Geiselnehmer sei mit Gaskartuschen und Brandbeschleuniger bewaffnet gewesen, so die Ermittler. Es seien zudem mehrere blaue Campinggaskartuschen entdeckt worden, von denen einige mit Klebeband verbunden gewesen seien, berichtete Einsatzleiter Klaus Rüschenschmidt bei einer Pressekonferenz am Abend.

Der Täter zündete demnach am Mittag in einem Schnellrestaurant im Bahnhof zunächst einen Molotowcocktail, durch den ein 14-jähriges Mädchen verletzt wurde. Als durch den Brandsatz die Sprinkleranlage in dem Restaurant ausgelöst wurde, ergriff der Mann die Flucht und verschanzte sich in einer gegenüberliegenden Apotheke im selben Gebäude mit einer Frau als Geisel.

Papiere von Syrer in Apotheke gefunden

Nach zwei Stunden stürmte ein Spezialeinsatzkommando die Apotheke, verletzte den Geiselnehmer durch Schüsse schwer und befreite die Geisel, die leichte Verletzungen erlitt. Eine weitere Person im Schnellrestaurant erlitt einen Schock.

"Im Zusammenhang mit dem Betreten der Apotheke soll er Passanten zufolge auch gerufen haben, dass er zur Terrorgruppe Daesh gehört", sagte Rüschenschmidt. Weitere Hinweise dazu gebe es aber nicht. "Daesh" ist der arabische Name für die Terrormiliz Islamischer Staat.

Am Tatort wurden laut Kriminalpolizei Papiere eines 55 Jahre alten Syrers gefunden. Der Besitzer dieser Papiere habe eine Duldung bis Mitte 2021 erhalten. Der Geiselnehmer sei mit "hoher Wahrscheinlichkeit" der Passinhaber. Die Ermittler betonten aber auch, dass die Identität des Täters noch nicht eindeutig geklärt sei. Der Inhaber des gefundenen Dokumentes sei seit 2016 umfangreich wegen verschiedener Delikte wie Diebstahl und Bedrohungen bekannt.

Zugverkehr rund um Köln ausgebremst

Der Polizeieinsatz rund um die Geiselnahme hatte für ein Chaos auf den Bahnstrecken rund um die Millionenmetropole Köln gesorgt. Der Bahnhof wurde evakuiert und war auch Stunden nach der Geiselnahme gesperrt, Züge wurden weiträumig umgeleitet, einige endeten vorzeitig. Der Bahnverkehr rund um den zentralen Knotenpunkt Köln kam nahezu zum Erliegen. Hinzu kam, dass auch die Schnellstrecke nach Frankfurt nach einem ICE-Brand mehrere Tage gesperrt ist. Nach einer Schätzungen der Deutschen Bahn NRW waren Hunderte Züge von der stundenlangen Sperrung des Kölner Hauptbahnhofes betroffen.

Dieser gehört zu den meistfrequentierten in Deutschland. Der Schienenknotenpunkt liegt im Stadtzentrum direkt neben dem Kölner Dom. Täglich durchströmen ihn rund 1.300 Züge, bis zu 280.000 Reisende kommen hier auf elf Gleisen an oder fahren ab.

Inzwischen ist der Kölner Hauptbahnhof wieder freigegeben. Das twitterte die Deutsche Bahn am Montagabend. "Gleise 1 bis 9 wieder befahrbar", hieß es weiter. Es komme aber weiterhin zu Verspätungen rund um den viel befahrenen Schienenknotenpunkt.

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