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Krawalle in Frankreich und Belgien - Hunderte Festnahmen bei "Gelbwesten"-Protesten

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Um neue Gewalt bei "Gelbwesten"-Protesten zu verhindern, sind Zigtausende Polizisten im Einsatz. Dennoch kommt es wieder zu Zusammenstößen - nicht nur in Frankreich.

Die "Gelbwesten"-Proteste haben viele tausend Protestierende in ganz Frankreich gegen eine hohe Steuerlast auf die Straßen gebracht. Die Regierung ruft zum friedlichen Dialog auf, aber es kommt zu Gewalt, brennenden Autos und vielen Verhaftungen.

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Bei Demonstrationen der "Gelbwesten" ist es in Paris erneut zu Ausschreitungen und Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. In Paris war am Samstag ein massives Aufgebot an Sicherheitskräften im Einsatz, um erneute gewalttätige Krawalle zu verhindern. Am Nachmittag spitzte sich die Lage jedoch zu. Wieder brannten Autos, Geschäfte wurden angegriffen, Demonstranten versuchten, Barrikaden zu errichten. Auch in Belgien und den Niederlanden gingen Menschen in Warnwesten auf die Straße.

In Frankreich nahmen die Proteste jedoch wieder das größte Ausmaß an. Landesweit waren fast tausend Menschen vorläufig festgenommen worden. Mehr als 720 seien weiter in Polizeigewahrsam, hieß es am Samstagnachmittag von Seiten der Polizei. Die meisten Festnahmen erfolgten demnach in Paris. Die Polizei schätzte die Zahl der Demonstranten am Nachmittag landesweit auf fast 77.000. In Paris wurden nach Angaben der Polizeipräfektur rund 650 Menschen vorläufig festgenommen, 536 verblieben in Polizeigewahrsam. Es ist das vierte Wochenende in Folge, an dem die Bewegung der "Gelben Westen" in Frankreich massiv auf die Straße geht.

"Gelbe Westen" - Proteste in Paris
Alleine bei den Protesten in Paris soll es um die 650 Festnahmen gegeben haben.
Quelle: reuters

Rauch und Tränengas-Dunst in den Straßen

Dieses Mal griff die Polizei schon vor Beginn der Proteste in Paris durch: Bereits am Morgen wurden mehrere Hundert Menschen festgenommen. Grund sei in den meisten Fällen gewesen, dass die Menschen sich einer Gruppe angeschlossen hätten, die "Gewalt gegen Personen oder die Zerstörung von Gegenständen" vorbereitet habe, hieß es bei der Polizei.

Dennoch kam es ab dem Mittag in der Hauptstadt vermehrt zu Spannungen und Zusammenstößen mit der Polizei. Vielerorts lag Rauch und Tränengas-Dunst in den Straßen. Demonstranten rissen auf dem Prachtboulevard der Champs-Élysées Holzbretter herunter, die Schaufenster von Geschäften schützen sollten, wie der Sender BFMTV berichtete. Einzelne Läden wurden demnach geplündert. Im Zentrum der Stadt gingen wieder Autos in Flammen auf. Vereinzelt setzte die Polizei in der Innenstadt Wasserwerfer ein, um Demonstranten zurückzudrängen, die versuchten, Barrikaden zu errichten.

Frankreich - Proteste in Paris
Bereits am Morgen hatte die Polizei Tränengas eingesetzt.
Quelle: ap

Pferdestaffeln und gepanzerte Fahrzeuge auf den Straßen

Premierminister Édouard Philippe sprach von einem "außergewöhnlichen" Sicherheitskonzept. In der Hauptstadt waren am Samstag nach früheren Angaben des Premiers 8000 Polizisten und andere Ordnungskräfte im Einsatz. Die Polizei kontrollierte Taschen und Rucksäcke von Passanten und war mit Pferdestaffeln unterwegs. Auch gepanzerte Fahrzeuge der Gendarmerie waren erstmals im Zuge der "Gelbwesten"-Proteste im Einsatz.

Der Innenminister habe die Sicherheitskräfte angewiesen, nach den Krawallen der Vorwoche ihre Strategie anzupassen, sagte eine Sprecherin der Polizei im Sender France Inter. "Die Idee für uns ist wirklich, die friedlichen Demonstranten (...) von anderen, möglicherweise feindseligeren Demonstranten, Plünderern und Randalierern zu trennen."

Geschäfte und Metrostationen geschlossen

Frankreich - Feuermann steht neben brennenden Auto
Im Pariser Zentrum gingen wieder Autos in Flammen auf.
Quelle: reuters

Bereits am vergangenen Wochenende war es in Paris und anderen Städten zu Krawallen gekommen. Geschäfte wurden geplündert, der Triumphbogen wurde stark beschädigt. Die Regierung legte wegen der Proteste der "Gelbwesten" die geplante Steuererhöhung für Benzin und Diesel bereits auf Eis. Die Wut der Protestbewegung hatte sich einst an diesem Vorhaben entzündet - mittlerweile reichen die Forderungen viel weiter: von mehr Steuergerechtigkeit über mehr Kaufkraft bis hin zum Rücktritt Macrons.

Im Zentrum der Hauptstadt blieben am Samstag zahlreiche Metrostationen auf Geheiß der Polizei geschlossen - die Bahnen hielten nicht an, sondern fuhren einfach durch. Etliche Geschäfte im Zentrum der Stadt öffneten mitten in der Vorweihnachtszeit nicht für ihre Kunden - darunter auch berühmte Kaufhäuser wie die Galeries Lafayette.

Großteils friedlicher Protest in anderen Städten

Bei Protesten in Paris ist es zu Ausschreitungen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein, hunderte Menschen wurden festgenommen.

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Auch viele Sehenswürdigkeiten in Paris blieben geschlossen, darunter zahlreiche Museen und das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm. Am Morgen war es dort menschenleer - Touristen standen dort nicht wie üblich Schlange. Die Stimmung in der Innenstadt war angespannt - Hubschrauber kreisten über dem Zentrum. Teilweise irrten Touristen umher, die nicht mitbekommen hatten, dass die großen Kaufhäuser geschlossen haben.

In zahlreichen anderen Städten Frankreichs demonstrierten ebenfalls "Gelbe Westen" - zum Großteil friedlich, wie verschiedene Medien berichteten. Wieder wurden mehrere Autobahnen im Land bei dem Protest blockiert. Die Polizei kontrollierte bis zum frühen Nachmittag nach eigenen Angaben mehr als 5.000 Menschen auf den großen Verkehrsachsen und an Mautstellen.

Zusammenstöße mit Polizei auch in Belgien

"Gelbe Westen" - Proteste in Brüssel
Auch bei den Protesten in Brüssel gab es Zusammenstöße mit der Polizei.
Quelle: reuters

Im Nachbarland Belgien wurden bei "Gelbwesten"-Protesten nach Angaben der Polizei rund 100 Menschen festgenommen. Vor allem im Brüsseler Europaviertel kam es zu Zusammenstößen von Protestierenden mit der Polizei. Rund 500 Demonstranten seien bis vor die EU-Gebäude in der Innenstadt gezogen, die von der Polizei abgeriegelt worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur Belga. Einem kleinen Teil der Gruppe sei es gelungen, die Barrikade zu durchbrechen. Dabei seien Flaschen und ein Wegweiser auf Polizisten geworfen worden. Diese hätten mit Tränengas reagiert.

Zeitgleich besetzten mehrere Hundert "Gelbwesten" einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt im Brüsseler Europaviertel. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die Straßenbesetzer vor. In kleinerem Umfang gab es auch in den Niederlanden Protestaktionen.

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