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Regelmäßig Geld sparen - Strompreise: Warum Wechseldienste sich lohnen

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Die nächste Strompreiserhöhung kommt bestimmt. Höchste Zeit, dann nach neuen Anbietern zu suchen. Wer das nicht selbst machen will, dem helfen Wechseldienste - wie gut sind sie?

Stecker wird in Steckdose gesteckt
Wer den Stromanbieter regelmäßig wechselt, kann viel Geld sparen.
Quelle: dpa

Vor gut zwanzig Jahren wurde der deutsche Strommarkt liberalisiert. Seitdem können Verbraucher ihren Stromanbieter frei wählen, zu teure Tarife kündigen und Verträge bei günstigeren Anbietern abschließen. Studien zeigen: Wer den Anbieter wechselt, kann eine Menge Geld sparen. Doch die Wechselbereitschaft der deutschen Stromkunden ist trotzdem gering.

Angst vor Stromausfall unbegründet

Laut Bundesnetzagentur stieg die Zahl der wechselbereiten Kunden in den letzten Jahren zwar an. Doch rund 70 Prozent der Haushalte sind nach wie vor Stammkunden bei ihrem lokalen Grundversorger, also den Gemeinde- und Stadtwerken ihres Wohnortes. Jeder dritte Haushalt bezieht seinen Strom zudem im Grundversorgungstarif. Der ist aber oft besonders teuer.

"Viele Verbraucher haben die Angst, im Dunklen zu sitzen, falls bei einem Anbieterwechsel etwas nicht wie geplant funktioniert", sagt Christoph Hermann, Gründer von WechselFabrik, einem kommerziellen Dienst, der Stromkunden beim Anbieterwechsel helfen will. Diese Angst ist unbegründet. Denn läuft beim Anbieterwechsel etwas schief, springt automatisch der örtliche Versorger ein. Ein Blackout in der eigenen Wohnung ist also nicht zu befürchten.

Regelmäßiger Anbieterwechsel spart Geld

Stromanbieter locken Neukunden meist mit Tarifen, die im ersten Jahr besonders günstig sind. Viel sparen kann also, wer auf solche Neukundentarife setzt und den Anbieter regelmäßig wechselt, sich also rechtzeitig vor Ablauf der Mindestvertragslaufzeit nach einem anderen Anbieter umsieht. Aber nicht jeder Kunde hat Zeit und Lust, auf Vergleichsportalen Jahr für Jahr nach günstigen Anbietern zu fahnden, alte Verträge fristgerecht zu kündigen und neue abzuschließen.

Wechseldienste wollen in die Bresche springen. Sie werben damit, dass sie für ihre Kunden alle Formalitäten übernehmen, die mit dem Anbieterwechsel zusammenhängen. Die Wechseldienste beobachten zudem penibel den Strommarkt und schlagen ihren Kunden rechtzeitig vor Ablauf des Vertrags bei ihrem alten Anbieter günstigere Tarife vor. Anschließend wird der alte Vertrag gekündigt und ein neuer beim günstigeren Anbieter abgeschlossen.

Stromanbieter wechseln: So sparen Sie Geld oder schonen die Umwelt.

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Test zeigt: Hohe Einsparungen möglich

Wie gut und zuverlässig arbeiten diese Dienste? Stiftung Warentest hat für die April-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" neun Wechseldienste unter die Lupe genommen und einen Langzeittest durchgeführt. 27 Haushalte haben die Dienste über einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten getestet – vom Tarifvorschlag für das erste Vertragsjahr über den ersten Versorgerwechsel bis hin zum Tarifvorschlag für das zweite Jahr. Das Ergebnis: Bei allen Diensten funktionierten Tarifauswahl und Wechsel reibungslos.

Die meisten Wechseldienste bieten ihre Dienstleistung für den Kunden nicht kostenlos an, sondern verlangen eine erfolgsabhängige Provision, die zwischen 20 und 30 Prozent der erzielten Ersparnis liegt. Trotzdem lässt sich mithilfe der Wechseldienste sparen. Die Experten von Stiftung Warentest ermittelten Einsparungen, die zwischen 73 und mehr als 400 Euro lagen. Die konkreten Einsparungen hingen vom Stromverbrauch der Testhaushalte, von ihrem Wohnort sowie von ihren bisherigen Stromtarifen ab.

Nur seriöse Anbieter werden vorgeschlagen

Unseriöse Anbieter gibt es überall – auch auf dem umkämpften Strommarkt. Für Schlagzeilen sorgte kürzlich die Pleite des Billigstromanbieters Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV). Rund eine Viertelmillion Verbraucher waren betroffen. Sie blieben nicht nur auf bereits geleisteten Zahlungen sitzen, sondern mussten sich auch einen neuen Anbieter suchen. Bis sie den gefunden hatten, sprangen die örtlichen Grundversorger ein.

Alle Wechseldienste versprechen, ihre Kunden vor solchen schwarzen Schafen zu schützen. "Wir analysieren sehr genau Beschwerdeportale und unsere eigenen Erfahrungen, die wir in der Betreuung unserer Nutzer sammeln", sagt Céline Iding vom Wechseldienst SwitchUp. So habe man bereits 2017 gemerkt, dass BEV "ein sehr fragwürdiger Anbieter" sei. Auch die anderen Wechseldienste sortieren dubiose Versorger konsequent aus. Kein Dienst habe im Testzeitraum einen unseriösen Anbieter empfohlen, heißt es bei Stiftung Warentest.

Zwei Dienste "nicht empfehlenswert"

Mit Esave, SwitchUp, Wechselpilot und Wechselstrom-ac erhielten vier der neun getesteten Dienste von Stiftung Warentest das Prädikat "sehr empfehlenswert". Drei wurden als "empfehlenswert" eingestuft. Zwei Dienste wurden mit "nicht empfehlenswert" bewertet. Schuld waren unter anderem Fehler bei der Ersparnisberechnung. Fazit der Warentester: Wer Stromkosten sparen wolle, aber keine Lust habe, sich jedes Jahr selbst um den Anbieterwechsel zu kümmern, für den seien Wechseldienste eine gute Wahl.

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