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Kasseler Regierungspräsident - Generalbundesanwalt übernimmt Fall Lübcke

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Im Fall des erschossenen Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke ermittelt jetzt der Generalbundesanwalt. Ein Verdächtiger sitzt in U-Haft - er hatte Kontakt in die rechte Szene.

Wer hat den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erschossen? Am Wochenende hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Nun übernahm der Generalbundesanwalt die Ermittlungen.

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Spezialkräfte hatten den 45-jährigen Verdächtigen am frühen Samstagmorgen in Kassel festgenommen. Seit Sonntag sitzt er unter dringendem Mordverdacht in Untersuchungshaft. Sein Motiv ist bislang unbekannt. Der Mann stand nach ZDF-Informationen der rechten Szene nahe oder hatte zumindest in der Vergangenheit Kontakte in das rechte Milieu. Berichten zufolge wird gegen ihn wegen eines Tötungsdeliktes mit politischem Hintergrund ermittelt.

Der 65-jährige Lübcke war in der Nacht zum 2. Juni gegen 0:30 Uhr auf der Terrasse seines Wohnhauses in Wolfhagen-Istha entdeckt worden. Er hatte eine Schussverletzung am Kopf und starb wenig später im Krankenhaus. Seither ermittelt eine mittlerweile 50-köpfige Sonderkommission. Nach dem Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung starb Lübcke an einem Schuss aus kurzer Distanz.

Wegen Haltung zu Flüchtlingen bedroht

Der Regierungspräsident war in der Vergangenheit wegen seiner Haltung zu Flüchtlingen bedroht worden. Er hatte sich 2015 auf einer Informationsveranstaltung gegen Schmährufe gewehrt und gesagt, wer gewisse Werte des Zusammenlebens nicht teile, könne das Land verlassen. Nach dem Tod Lübckes hatten hasserfüllte und hämische Reaktionen aus der rechten Szene im Internet für Empörung gesorgt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sagte, wie sich manche in sozialen Netzwerken geradezu hermachten über dessen Tod, sei "zynisch, geschmacklos, abscheulich, in jeder Hinsicht widerwärtig".

Zu den Gründen für die Übernahme der Ermittlungen wollte sich die Sprecherin der Bundesanwaltschaft nicht äußern. Der Generalbundesanwalt verfolgt Taten terroristischer Vereinigungen. Ermittlungen gegen Einzeltäter kann er aber dann übernehmen, wenn dem Fall wegen dem Ausmaß der Rechtsverletzung und den Auswirkungen der Tat "besondere Bedeutung" zukommt.

DNA-Spur gibt entscheidenden Hinweis

Die "Süddeutsche Zeitung" schrieb unter Berufung auf Ermittlerkreise, da man nicht ausschließen könne, dass eine rechtsextreme Bande am Werk sei, sei Karlsruhe der richtige Ort. "Wir haben aus den Fällen NSU und Amri gelernt", wurde ein Ermittler zitiert. Im Fall der rechtsextremen Terrorzelle NSU und im Fall des islamistischen Attentäters vom Berliner Breitscheidplatz, Anis Amri, waren die Ermittlungen erst zu einem späten Zeitpunkt von der Bundesanwaltschaft übernommen worden.

Die Festnahme des Verdächtigen in Kassel geht nach Angaben der hessischen Ermittler auf eine DNA-Spur zurück, die zu einem Treffer in einer Datenbank führte.

Lübcke, der als Regierungspräsident eine Art Mittelbehörde zwischen dem Land und den Kommunen leitete, hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Kinder. Am Samstag - dem Tag der Festnahme des Tatverdächtigen - war der 65-Jährige in seinem Heimatort in Nordhessen beigesetzt worden.

Chronologie des Falles Walter Lübcke

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