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Generalleutnat Hodges im Wortlaut - Trumps Nato-Politik "ein kolossaler Fehler"

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Der ehemalige Kommandeur der US-Streitkräfte kritisiert Trumps Nato-Politik mit scharfen Worten. Seine Besorgnis kommt im Wortlaut zum Ausdruck:

Generalleutnant a. D. Ben Hodges (Archivbild)
Generalleutnant a. D. Ben Hodges (Archivbild)
Quelle: imago

"Ich bin sehr besorgt darüber. Es zeigt entweder ein völliges Unverständnis oder eine völlige Missachtung für den Wert des Zugangs, den wir von Stützpunkten in Europa (Deutschland, Italien, Türkei, Griechenland usw.) aus haben, die für unsere eigene Sicherheit wesentlich sind. Dafür haben wir Truppen oder Fähigkeiten in Übersee. Man kann Amerika nicht von Virginia, North Carolina und Kalifornien aus verteidigen.

EUCOM (European Command) und AFRICOM (African Command) in Stuttgart sind nicht da, um Deutschland zu schützen. Sie sind als vorgeschobene Zentrale für die Zusammenarbeit mit Verbündeten und Partnern da und zur Verbesserung der Beziehungen, die für unsere eigene Sicherheit unerlässlich sind. Wo wären wir ohne Ramstein Air Force Base oder Incirlik Air Force Base? Oder die Marine im Mittelmeer? Oder die Möglichkeit, Truppen rasch an Krisenherde in Europa, im Nahen Osten oder in Afrika einzusetzen?

Die USA haben nicht die Fähigkeit, alles zu tun, um die eigene Sicherheit und die Sicherheit kritischer Räume und Vermögenswerte zu gewährleisten. Wir brauchen Verbündete, und unsere zuverlässigsten Verbündeten kommen aus Europa, Kanada, Australien, Japan und Südkorea. Warum prügeln wir ständig auf sie ein?

Könnten einige von ihnen mehr tun, vor allem Deutschland und Norwegen und einige andere? Sicher, und wir sollten sie weiter unter Druck setzen. Aber die 30.000 US-Soldaten in Europa sind nicht dazu da, Deutschland oder Italien dort zu schützen, wo sie stationiert sind und wo sie trainieren. Sie sind dazu da, unsere Interessen zu schützen. Dazu gehört eine starke Allianz, die wir sicherlich brauchen werden, wenn der unvermeidliche Krieg mit China in den nächsten Jahren stattfindet.

Ich denke, dass wir am Ende verlieren werden, wenn sich daraus eine reine Geschäftsbeziehung entwickelt und die Verbündeten uns Dinge in Rechnung stellen, die sie derzeit für uns tun, die aber nicht in der Zwei-Prozent-Liste erscheinen. Die USA zahlen derzeit sicher nicht für den Cyber-Schutz des Bremerhavener Hafens oder den Himmel über Europa. Diese sind jedoch unabdingbar für unsere nationale Sicherheitsstrategie und die Fähigkeit, Macht zu projizieren.

Ich hoffe, dass ich überreagiere und dass hier nur einige gute Stabsoffiziere eine mögliche Anforderung des Weißen Hauses vorhersehen und sie prüfen. Wenn es aber tatsächlich eine Anforderung aus dem Weißen Haus ist, dann halte ich das für einen kolossalen Fehler. Und die Russen und Chinesen werden sich wundern, wie viel Schaden wir unserem eigenen Bündnis zufügen."

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