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Morandi-Brücke - Architekt warnte schon 1979 vor Rost

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Der Ingenieur der Morandi-Brücke in Genua warnte bereits 1979 vor der Gefahr durch Rost. Das Bauwerk müsse beständig gewartet werden, die aggressive Korrosion mache ihn ratlos.

Eingestürzte Brücke des Architekten Riccardo Morandi in Genua am15.8.2018
Eingestürzte Brücke des Architekten Riccardo Morandi in Genua am15.8.2018
Quelle: ap

Schon vor Jahrzehnten zeigte sich Riccardo Morandi alarmiert. Der Ingenieur, der die vor Kurzem eingestürzte Brücke in Genua entworfen hat, hatte bereits 1979 vor den Gefahren der Korrosion gewarnt. Die nach ihm benannte Brücke müsse beständig gewartet werden, schrieb Riccardo Morandi in einem Bericht, aus dem der Fernsehsender RAI am Sonntag Auszüge veröffentlichte.

Der Einsturz eines großen Teils der Autobahnbrücke am vergangenen Dienstag kostete 43 Menschen das Leben. Zu den Umständen des Unglücks sind Ermittlungen eingeleitet worden. Morandi schrieb 1979, Meeresluft sowie Abgase von einem nahe gelegenen Stahlwerk hätten bereits zu einem "bekannten Verlust der chemischen Oberflächenresistenz des Betons" geführt. Damals war die Konstruktion zwölf Jahre alt. Morandi bestätigte, dass die Konstruktionsweise der Brücke zwar zuverlässig sei, warnte aber: "Früher oder später, vielleicht in ein paar Jahren, wird es nötig sein, eine Behandlung anzuwenden, die aus der Entfernung von allen Rostspuren besteht."

Suche nach Vermissten eingestellt

Morandi sprach nach eigenen Angaben die Warnung aus, da ihn der Verfall durch die aggressive Korrosion ratlos machte. In dieser Form habe er dies noch nie an ähnlichen Bauwerken in anderem Umfeld gesehen. Er empfahl damals, Brückenteile mit Kunststoffharz zu überziehen und so zu verstärken.

Anwohner in der Gegend mussten nach dem Teilbrückeneinsturz ihre Wohnungen und Häuser räumen. Ingenieure begannen am Sonntag mit der Inspektion der eingestürzten Teile, nachdem Rettungskräfte ihre Suche nach Vermissten eingestellt hatten. Der Chef des Ingenieurteams, Roberto Ferrazza, sagte, eine erste Untersuchung lege mehrere mögliche Ursachen für den Einsturz nahe. Es sehe so aus, als seien zunächst Verzerrungen in der Brückenspannung aufgetreten. Mit Blick auf den Bruch in der Struktur müssten sich die Experten die genaue Lage der Trümmer ansehen, sagte Ferrazza der italienischen Nachrichtenagentur Ansa.

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