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Lyrik - Georg-Büchner-Preis an Jan Wagner verliehen

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Der Lyriker Jan Wagner ist mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. In seinen Gedichten geht es um Regentonnen, Teebeutel oder Zaunlatten.

Der Georg-Büchner-Preis, der bedeutendste Literaturpreis Deutschlands, geht in diesem Jahr an einen Lyriker: Jan Wagner.

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Der Berliner Schriftsteller Jan Wagner hat in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis 2017 erhalten. "Seine Gedichte vereinen spielerische Sprachfreude und meisterhafte Formbeherrschung", begründete der scheidende Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, Heinrich Detering, die Wahl. Wagners "poetische Sprachkunst schärft unser Denken und unsere Wahrnehmung der Welt". Der mit 50.000 Euro dotierte Büchner-Preis gilt als renommierteste Literaturauszeichnung in Deutschland.

Wagners Bildsprache sei geprägt von nahezu unergründlicher Klarheit, sagte der schwedische Literaturwissenschaftler, Schriftsteller und Übersetzer Aris Fioretos in seiner Laudatio. "Wagners Bilder, die immer überraschen und dennoch selbstverständlich wirken, verweilen nach der Lektüre wie eine Nachglut." Großzügig streue er präzise Beobachtungen, sorgsam balancierte Gefühle und zarte Einsichten, denen er nicht selten einen diskreten Humor abgewinne, sagte Fioretos über den Preisträger. "Einerseits sorgt seine Musikalität für unbeschwerte Atmung und eine alerte Zunge. Andererseits lässt die abgeklärte Bildsprache den Leser in die poetische Entsprechung zur Kontemplation versinken."

Gedichtbände, Essays und Kritiken

Der in Hamburg geborene Jan Wagner wuchs im schleswig-holsteinischen Ahrensburg auf und lebt seit 1995 in Berlin. Er studierte Anglistik in Hamburg, Dublin und an der Humboldt-Universität Berlin. Sein Werk umfasst Gedichtbände, Essays und Kritiken, Anthologien sowie Übersetzungen englischsprachiger Lyrik und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden.

Der Georg-Büchner-Preisträger Jan Wagner trägt für uns sein Gedicht "Giersch" vor.

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Wagners lyrisches Debüt "Probebohrung im Himmel" erschien 2001. Es folgten unter anderem die Gedichtbände "Guerickes Sperling" (2004), "Australien" (2010) und die "Regentonnenvariationen" (2014). Im vergangenen Jahr erschien "Selbstporträt mit Bienenschwarm. Ausgewählte Gedichte 2001-2015". Neben den Gedichtbänden veröffentlichte Wagner unter anderem im vergangenen Frühjahr die Prosasammlung "Der verschlossene Raum".

Preis wurde erstmals 1923 vergeben

Der Büchner-Preis ist nach dem in Darmstadt aufgewachsenen Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Sozialrevolutionär Georg Büchner (1813-1837) benannt. Der Preis wurde erstmals 1923 vergeben, seit 1951 geht er ausschließlich an Schriftsteller. Preisträger waren unter anderen Carl Zuckmayer (1929), Max Frisch (1958), Günter Grass (1965), Peter Handke (1973), Sarah Kirsch (1996), Wilhelm Genazino (2004) und zuletzt Marcel Beyer (2016).

Georg-Büchner-Preis 2017

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