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Rede von Ex-US-Präsident - George W. Bush kritisiert US-Politik: "Blinder Eifer"

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George W. Bush war lange still, jetzt meldet sich der frühere republikanische US-Präsident mit harscher Kritik an der Ära Trump zu Wort. "Blinder Eifer scheint auf dem Vormarsch", kritisierte Bush. Für "Lügenmärchen" sei die US-Politik anfälliger denn je. Er mahnte, weltweit die Demokratie zu stärken.

Der ehemalige republikanische US-Präsident George W. Bush kritisiert Donald Trump harsch. Er verurteilt Trumps Politik, ohne ihn auch nur einmal beim Namen zu nennen.

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Bush nannte Donald Trump in seiner Rede kein einziges Mal beim Namen, dennoch war der amtierende US-Präsident klarer Adressat seiner eindringlichen Rede - und mit ihm seine Ideen, seine Weltsicht, seine Äußerungen und seine Politik.

Dass sich ehemalige US-Präsidenten überhaupt zur Tagespolitik ihres Landes äußern, ist selten. Umso bemerkenswerter ist Bushs Rede, die er in seinem Institut hielt.

"Unsere Identität nicht von Blut und Boden bestimmt"

"Blinder Eifer scheint auf dem Vormarsch. Unsere Politik ist anfälliger denn je für Verschwörungstheorien und regelrechte Lügenmärchen", sagte Bush.

"Anders als für andere Nationen wird unsere Identität nicht von Geografie, ethnischer Zugehörigkeit, Blut oder Boden bestimmt", sagte Bush mit Blick auf Trump, der eine Abschottung der USA vorantreibt. "Das bedeutet, dass Menschen jeder Ethnie, Religion oder Zugehörigkeit gleichberechtigte Amerikaner werden können." Bush fügte hinzu: "Das bedeutet, dass blinder Eifer und weißer Nationalismus in jeder Form eine Schmähung für das Credo Amerikas sind."

Bush: Auf unsere Werte besinnen

Der 71-Jährige rief die USA dazu auf, weltweit die Demokratie zu unterstützen und der Versuchung zu widerstehen, sich zurückzuziehen. Isolationistische Empfindungen ließen außer Acht, dass die Sicherheit Amerikas unmittelbar vom Chaos und der Verzweiflung entfernter Orte bedroht werde.

"Wir müssen uns unserer eigenen Identität erinnern und sie wiedererlangen", forderte Bush. Amerikaner hätten einen großen Vorteil, sagte der frühere Präsident: "Um unser Land zu erneuern, müssen wir uns nur unserer Werte erinnern."

Ex-Präsident erntet Lob und Kritik

Die Rede sorgte in den USA für großes Aufsehen. Während viele Kommentatoren Bush für seine offenen Worte lobten, wurde auch scharfe Kritik laut: Bei Bushs Kriegen gegen Afghanistan und den Irak sei es mit vermeintlich hohen Werten der USA ebenso wenig weit her gewesen wie bei der immensen Stärkung der Geheimdienste in seiner Amtszeit, hieß es in sozialen Netzwerken.

Ein anderer Nutzer schrieb im Netz: "So weit ist es unter Trump gekommen, dass ich jetzt gut finden muss, was George W. sagt. Unglaublich."

Bush sagte, man habe zuletzt gesehen, wie Nationalismus sich in Nativismus verdreht habe. Unter diesem Begriff versteht man kurz gefasst den politischen Kampf der in einem Land Geborenen gegen Zuwanderer. "Wir vergessen die Dynamik, die Immigration immer nach Amerika gebracht hat", sagte Bush. "Wir sehen schwindendes Vertrauen in den Wert freier Märkte und internationalen Handels - dabei wird vergessen, dass Konflikte, Instabilität und Armut dem Protektionismus auf dem Fuß folgen."

Bush mahnt Zusammenhalt an

Bush mahnte einen größeren Zusammenhalt der zunehmend fragmentierten Gesellschaft in den USA an. Eindringlich sprach er sich dafür aus, für Bürgerrechte einzustehen. Der öffentliche Diskurs sei von "zwangloser Grausamkeit", meinte Bush.

Die "New York Times" zitierte einen Reporter, der Bush nach seiner Rede fragte, ob seine Rede wohl im Weißen Haus gehört werde - darauf habe Bush leise genickt und gesagt: "Ich denke, das wird sie." Als Trump kurz danach im Weißen Haus gefragt wurde, ob er die Rede schon gehört habe, sagte er Nein.

Der Republikaner Bush war von 2001 bis 2009 US-Präsident. In seine Amtszeit fallen Feldzüge gegen Afghanistan und den Irak, der so genannte Krieg gegen den Terrorismus, ein gravierendes Beschneiden der Bürgerrechte im "Patriot Act" nach dem 11. September 2001 und die Einrichtung des Gefangenenlagers Guantánamo Bay auf Kuba.

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