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Geplante Gesetzesänderung - Werden Batterien und Akkus bald nachhaltiger?

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Giftige Schwermetalle und schlechte Energie-Bilanzen: Batterien und Akkus sind praktisch, aber auch umweltschädlich. Regierung und Forschung arbeiten an umweltschonenden Lösungen.

Batterien (undatierte Aufnahme)
Batterien enthalten unter anderem toxische Schwermetalle wie Blei oder Quecksilber.
Quelle: photocase

50.634 Tonnen Batterien und Akkus wurden allein 2017 in Deutschland verkauft – umgerechnet etwa zwei Milliarden AA-Zellen: über 70 Prozent davon Primärbatterien, also nicht wiederaufladbare Modelle. Einmal aufgebraucht, landen sie oft im Hausmüll. Dabei bestehen sie aus Wertstoffen wie Eisen oder Kupfer, aber auch toxischen Schwermetallen wie Blei oder Quecksilber. Um Umweltfolgen einzudämmen und mehr Rohstoffe wiedergewinnen zu können, soll nun das 2009 in Kraft getretene Batteriegesetz (BattG) angepasst werden.

Das Bundesumweltministerium (BMU) hat dafür im Juni einen Entwurf zur Gesetzesänderung vorgelegt. Dabei sind nicht nur Hersteller und Rücknahmesysteme gefragt, auch das Engagement der Verbraucher ist wesentlich. Denn nur so könne laut Umweltbundesamt (UBA) die derzeitige Sammelquote von gerade mal 45 Prozent erhöht werden. Damit Verbraucher die Rücknahmestellen im Handel und in den Kommunen leichter erkennen, sieht der Gesetzesentwurf eine einheitliche Kennzeichnung der Rücknahmestellen vor.

So soll es weiter gehen

Zusätzliche Einrichtungen zur Abgabe von Altbatterien sind jedoch nicht geplant. Georgios Chryssos, Vorstandsmitglied der Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS), bedauert das. Er glaubt, dass "die Strukturen des GRS hervorragend geeignet sind, wirkungsvolle Maßnahmen zur deutlichen Steigerung der Batteriesammlung umzusetzen", so Chryssos. Dabei könne eine weitaus bessere Sammelquote erzielt werden.

Um eine deutschlandweite Entsorgung zu gewährleisten, sei außerdem ein Fortbestand des GRS nötig – doch der sei gefährdet, meint Chryssos. Weil Hersteller vermehrt auf eigene Systeme setzen, drohe das Solidarsystem zu kollabieren, heißt es. Hohe Kosten einer flächendeckenden Rücknahme können angesichts des Negativtrends nicht länger getragen werden. Die mögliche Folge: Ein fachgemäßes Entsorgen von Batterien sei in entlegenen Regionen Deutschlands dann nicht mehr sichergestellt. Damit es nicht so weit kommt, soll das Rücknahmesystem neu durchdacht und eine faire Verteilung per Gesetz geregelt werden.

Denn nach wie vor gilt: Verbraucher müssen alle anfallenden Altbatterien und Altakkumulatoren im Handel oder an Sammelstellen wie Wertstoffhöfen abliefern. Eine unsachgemäße Entsorgung kann je nach Bundesland zwischen 50 und 2.500 Euro kosten. Hersteller stehen unterdessen in der Pflicht, die Kosten der Rückgabe und der umweltverträglichen Entsorgung der gesammelten Batterien zu tragen. Neben den Gerätebatterien gilt das Batteriegesetz auch für Fahrzeugbatterien.

Jugend forscht zu E-Mobilität

Knapp 425.000 Elektroautos und Hybride fahren bereits auf Deutschlands Straßen. Damit es künftig mehr werden, wird geforscht – auch von Schülern und Schülerinnen. Im Rahmen des "2° Campus" der Umweltorganisation WWF entwickeln sie gemeinsam mit Klimaforschern Ideen, um die globale Erwärmung zu begrenzen. Das Forschungsteam "Mobilität" untersucht dafür Antriebsbatterien von E-Autos, sogenannte Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Das Ziel: Eine nachhaltigere Herstellung der Akkus.

Denn bei deren Erzeugung wird eine enorme Energiemenge benötigt und tonnenweise Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. Etwa 125 Kilogramm CO2 entstehen so laut IFEU-Institut (Heidelberg) für eine Kilowattstunde Batteriekapazität. Bei der Produktion eines Kleinwagens mit einem Stromspeicher von 24 Kilowattstunden fallen demnach drei Tonnen CO2 an. Das entspricht rechnerisch der Menge CO2 pro Passagier bei einem Flug von Berlin nach New York.

Silizium aus Glasabfällen gewonnen

Das Projekt des "2° Campus" arbeitet an einer umweltschonenden Lösung und setzt die Forschungen aus dem letzten Jahr fort. "Dabei haben wir die Methode noch verbessert, um effizientere Batterien zu erzeugen", berichtet die 16-jährige Teilnehmerin Christina Pleschka. Der Akkumulator besteht so zum Teil aus recyceltem Silizium, gewonnen aus Glasabfällen. Die jungen Forscher arbeiten zudem an der Speicherkapazität der Akkus. Am 22. Juli werden die Forschungsergebnisse in Berlin präsentiert.

Bis die geplanten Änderungen des Batteriegesetzes wirksam werden, dauert es voraussichtlich noch bis zum Jahr 2022. Zu lang, findet die Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien (GRS). Sie fordert zur Sicherung der flächendeckenden Batterieentsorgung, sofort zu handeln.

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