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Ehemalige DFB-Funktionäre doch vor Gericht

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Anklage wegen WM-Affäre 2006 - Ehemalige DFB-Funktionäre doch vor Gericht

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Wende in der Aufarbeitung des Sommermärchen-Skandals: Der früheren Spitzenriege des DFB wird wegen der WM-Vergabe 2006 nun doch auch in Deutschland der Prozess gemacht.

Theo Zwanziger (r) und Wolfgang Niersbach. Archivbild
Theo Zwanziger (r) und Wolfgang Niersbach. Archivbild
Quelle: Arne Dedert/dpa

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt/Main hat die Anklage gegen die Ex-Präsidenten Wolfgang Niersbach und Theo Zwanziger sowie den langjährigen Generalsekretär Horst R. Schmidt wegen Steuerhinterziehung im zweiten Anlauf zugelassen. Auch der ehemalige Generalsekretär des Weltverbandes FIFA, der Schweizer Urs Linsi, muss sich vor Gericht verantworten.

Es bestehe bei insgesamt vier Angeklagten ein hinreichender Tatverdacht, gab das OLG am Montag bekannt.

Entscheidung des Landgerichts Frankfurt revidiert

Das Oberlandesgericht revidierte damit eine Entscheidung des Landesgerichts Frankfurt, das im Oktober 2018 die Eröffnung eines Hauptverfahrens abgelehnt hatte. "Weder die Tatsache noch der Inhalt des Beschlusses ändern etwas an der von hier aus vertretenen Rechtsauffassung, wonach die Vorwürfe gegen meinen Mandanten unbegründet sind", hieß es in einer Mitteilung des Anwaltes von Zwanziger.

Das OLG bewertete die Sachlage anders: "Nach vorläufiger Bewertung liegt ein hinreichender Tatverdacht dafür vor, dass die vier Angeklagten im Zusammenhang mit der als Betriebsausgabe 'Kostenbeteiligung FIFA-Gala 2006' bezeichneten Rückzahlung eines Darlehens an den Fußballer F.B. in Höhe von 6,7 Mio. Euro im Jahr 2006 eine Steuerhinterziehung bzw. Beihilfe zur Steuerhinterziehung begangen haben", hieß es in einer Pressemitteilung.

Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren

Nach Angaben des OLG drohen den Angeklagten Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen. Dazu verurteilt werden könne man "bei unrichtigen oder unvollständigen Angaben über steuerlich erhebliche Tatsachen"; wenn man die Behörden "über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis" lasse oder "pflichtwidrig die Verwendung von Steuerzeichen oder Steuerstemplern unterlässt und dadurch Steuern verkürzt oder für sich oder einen anderen nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt", wie es in der Mitteilung des OLG heißt.

Anfang des Monats waren Zwanziger, Schmidt und Linsi von der Schweizer Bundesanwaltschaft wegen der weiterhin dubiosen Millionenzahlungen rund um die Fußball-WM 2006 wegen des Verdachts des Betrugs in Mittäterschaft und Niersbach wegen des Verdachts des Betrugs in Gehilfenschaft angeklagt worden.

Der in der Mitteilung des OLG als "Fußballer F.B." abgekürzte Franz Beckenbauer gehört beim Verfahren in Frankfurt nicht zu den Beschuldigten. In der Schweiz wurde sein Verfahren von den weiteren Beschuldigten wegen des Gesundheitszustands des Kaisers abgetrennt.

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