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AKK beim Deutschlandtag der JU - "Mit der JU kuschelt man nicht, mit der streitet man"

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Der Urwahlantrag der JU gilt als Angriff auf die CDU-Chefin. Sie lässt ihn außen vor, erhält für ihren kämpferischen Auftritt aber Applaus. Und doch kommt sie nicht so recht an.

Nach starker Kritik hat sich die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer auf dem Deutschlandtag der Jungen Union kämpferisch gezeigt. Andere mögliche CDU-Kanzlerkandidaten hatten zuvor umjubelte Auftritte: Merz, Spahn und Laschet.

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Annegret Kramp-Karrenbauer ist eine Kämpferin, keine die sich wegduckt. Aber der Auftritt bei Jungen Union war schon ein besonderer - ein besonders schwieriger für die CDU-Vorsitzende. In ihrer Heimat, dem Saarland, hatte die Parteijugend zur Attacke auf sie geblasen. Doch AKK hält stark dagegen. In einer Rede, die große Teile des Saals mitreißt, fordert sie die JU auf zwar zu streiten, aber zu wissen, dass "die Gegner immer ausserhalb der Partei sitzen".

Über das Schaulaufen ihrer Konkurrenten, das die JU in den zwei Tagen zuvor veranstaltete, spottet sie nur: "Man hatte den Eindruck, dass es hier um das nächste Germany next Topmodell geht." Und sie versucht Fehler, die ihr besonders die Junge Union angekreidet hat, wettzumachen. Nach der verlorenen Europawahl hatte AKK’s Adenauer-Haus noch der JU die Schuld zugeschoben. Jetzt lobt sie die JU für ihre programmatische Arbeit, insbesondere beim Klima. "Hätten wir diese Programmatik schon zur Europawahl gehabt, wäre diese Europawahl anders ausgegangen", sagt sie fast schon entschuldigend.

Schaulaufen der Konkurrenten

Ihre Konkurrenten hatten mit kleinen Spitzen ihre Punkte in den letzten zwei Tagen schon gemacht. Friedrich Merz, der unter großem Jubel der jungen Christdemokraten die JU auf die nächste Bundestagswahl einschwor, ob 2020 oder 2021: "Wir werden die politische Auseinandersetzung darum führen müssen. Und wenn Sie wollen, dass ich dabei bin, dann bin ich dabei." Was er damit meinte, ob er tatsächlich noch mal antreten wolle, ließ er bewusst offen.

Jens Spahn, der mit seiner Domäne Gesundheitspolitik versuchte zu punkten, setzte seine Kritik so, dass er den Namen von Kramp-Karrenbauer oder den ihres Generalsekretärs Paul Ziemiak nicht mal erwähnen musste. Es "wühle ihn auf", weil er auch er spüre, dass das Vertrauen in die CDU schwindet. Deshalb ginge es darum, wenn "man ein Amt hat, nicht nur zu reden, sondern zu machen". Manche Ratschläge sein halt "auch manchmal Nackenschläge", kritisierte er die ewigen Nörgler in der Partei, während er sich munter mit Ratschlägen beteiligte.

"Nicht die CSU überstimmen"

Den Unmut der Parteispitzen von CDU und CSU hatte die Parteijugend sich zugezogen mit ihrem klaren Beschluss, dass der Kanzlerkandidat oder die Kanzlerkandidatin künftig in einer Urwahl bestimmt werden sollen. Mit einer klaren Mehrheit hatte der Deutschlandtag dies Freitagnacht beschlossen. Armin Laschet, Ministerpräsident und als Vorsitzender des größten CDU-Landesverbandes NRW immer auch einer, der als Kanzlerkandidat gehandelt wird, wies diese Idee gegenüber dem ZDF zurück. Es dürfe "nicht zu einer Situation kommen, in der die große CDU die kleinere CSU überstimmt".

Und auch Markus Söder, CSU-Chef, tadelte die JU in diesem Sinne. Das seine Ambitionen auf das Amt des Kandidaten eher begrenzt sind, kleidete er in den Satz: "Ich persönlich habe meinen Traumjob gefunden." Dabei fände es der ein oder andere aus seiner Fan-Base, der bayerischen JU, sicher reizvoll. Ob er allerdings jenseits des Weißwurstäquators gewählt würde, weiss niemand. Nicht mal Söder. Der oder die Kandidaten müssten allerdings "die breiteste Akzeptanz bei den Wähler" haben.

Der Abwehrkampf des Adenauer-Hauses

Kramp-Karrenbauers Vorhut, CDU-Generalsekretär Ziemiak hatte sich bemüht die gesamte Union auf einen Zusammenhalt einzuschwören. Auch er steht mit dem Rücken zur Wand. Friedrich Merz hatte tief in der Wunde der Parteiführung gebohrt, als er Ziemiak in seiner Rede direkt ansprach. "Unter Heiner Geißler wäre es nie möglich gewesen, dass uns die politische Konkurrenz in dieser Art und Weise die politische Rhetorik abnimmt", kritisierte er die Kommunikation des Adenauer-Hauses.

Ziemiak reagierte darauf nicht, stattdessen hielt er eine Rede, die sich hart an den politischen Konkurrenten von Grünen, SPD und AfD abarbeitete. Ganz im Stile eines Generalsekretärs. Doch sein Appell, sich jetzt nicht zu sehr mit sich selbst zu beschäftigen und stattdessen den CDU-Spitzenkandidaten Mike Mohring in Thüringen zu unterstützen, verhallte nahezu ungehört. Ein Befreiungsschlag sieht wohl anders aus.

Kramp-Karrenbauer lässt Urwahlantrag unerwähnt

Mit keinem Wort erwähnt Kramp-Karrenbauer den als Attacke auf ihre Person gedachten Urwahlantrag. Als gäbe es diesen Antrag einfach nicht. Erst später in der Fragerunde wird sie von den Jungen Unionisten auf ihre Glaubwürdigkeit und ihre Fehler angesprochen. "Bitte eine ehrliche Antwort", fordert ein JU’ler, der wissen will, warum sie, trotz eines anderslautenden Versprechen, ins Kabinett gewechselt ist? Warum die CDU Zentrale auf das Rezo-Video mit einem PDF reagiert habe?

Kramp-Karrenbauer weicht nicht aus, aber ihre Antworten kommen nicht wirklich an im Saal. Für sie und die Bundeskanzlerin sei es darauf angekommen zu zeigen, dass die "Bundeswehr bei der CDU Chefsache ist", auch wenn das Debatten auslösen solle. Annegret Kramp-Karrenbauer, weiß, dass es heute nicht einfach für sie ist und sie sagt es den Delegierten sogar: "Mit der JU kuschelt man nicht, mit der streitet man."

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