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Astronaut Gerst unterwegs im All - "Nächster Halt #ISS"

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Da fliegt er: Astronaut Alexander Gerst düst zum zweiten Mal zur Internationalen Raumstation, kurz ISS. Alles Routine? Niemals, sagt er.

Nach langer Vorbereitung ist die Sojus-Rakete aus Bajkonur mit Alexander Gerst und seinen Kollegen zur ISS-Raumstation gestartet. Die sechsmonatige „Horizons“-Expedition ist Gersts zweite Mission, bei der er ab Herbst auch das Kommando übernehmen wird.

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"Als ich ein kleiner Junge war, habe ich viele Starts des Space Shuttle gesehen", sagte Alexander Gerst kürzlich. "Jedes Mal klebte ich förmlich am Fernseher und schaute die Astronauten an, die da nach oben flogen und wissenschaftliche Experimente machten." Das habe ihn letztlich inspiriert, Wissenschaftler zu werden.

Jetzt ist er der wohl prominenteste deutsche Astronaut - bekannt als "Astro-Alex" - zum zweiten Mal unterwegs zur Internationalen Raumstation. Um 13.12 Uhr deutscher Zeit hob der ESA-Astronaut zusammen mit seiner NASA-Kollegin Serena Aunon-Chancellor und dem russischen Kosmonauten Sergej Prokopjew in einer Sojus-Rakete vom kasachischen Weltraumbahnhof Baikonur ab. Am Freitag sollen die Raumfahrer auf der ISS eintreffen.

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Zum letzten Mal für sechs Monate geduscht

Zuvor genoss er noch einmal Alltägliches: "Eben aufgestanden und zum letzten Mal in 6 Monaten geduscht", twittert er zunächst, später dann "Ziehen unsere Raumanzüge an und testen sie auf Lecks. Zum letzten Mal Schuhe tragen für 6 Monate ... ;)".

Wenige Stunden vor dem Start dann dieser Tweet: "... Stimmung in der Crew ist super. Beobachten desinteressierte Kamele am Wegesrand." Beim Verlassen des Kosmonautenhotels strahlte Gerst und winkte in seinem blauen Overall in die Menge.

"Junge, pass auf dich auf"

Beim Start dann schieben 26 Millionen PS die Crew ins All. Schon nach neun Minuten ist das Raumschiff im Weltraum - fast 28.000 Kilometer pro Stunden schnell. Aus gut zwei Kilometern Entfernung blicken die Familien der Raumfahrer, die Branchenprominenz und die Weltpresse auf die Rampe.

Bei Esa-Chef Jan Wörner brechen sich vor dem Start die Emotionen Bahn: "Alex, weißt du, du könntest mein Sohn sein", habe er Gerst kürzlich noch gesagt. "Da war die Situation, dass ich sagte: 'Junge, pass auf dich auf'", so Wörner.

Ein besonderer Gast beim Start war Deutschlands Weltraumpionier Sigmund Jähn. Gerst hatte den 81-jährigen "guten Freund" selbst eingeladen. "Er ist aus meiner Sicht einer der fähigsten Leute, die wir hatten", so Jähn über "Astro-Alex". Im August 1978 war der DDR-Bürger mit einer Sojus zur Raumstation Saljut-6 geflogen - und wurde so zum ersten Deutschen im All. Gerst ist der elfte Landsmann, der zu den Sternen aufbricht. In den 40 Jahren seit Jähns Mission hat sich viel geändert in der Branche: Die Technik ist automatisierter, digitaler, ausgereifter. Der Veteran Jähn sagt auch: "Die Leute werden immer klüger. Der Alexander Gerst ist ja ein treffendes Beispiel. Ein äußerst fähiger junger Mann, ein gestandener Wissenschaftler."

Gerst: Es ist einfacher beim zweiten Mal

34 Mal umrundet die Crew die Erde, bis sie am Raumlabor andockt. 187 Tage wird der Astronaut diesmal auf der ISS leben und arbeiten, die in rund 400 Kilometern Höhe um die Erde rast. In der zweiten Hälfte seiner Langzeit-Mission wird Gerst als erster Deutscher das Kommando auf der ISS übernehmen. Bei seinem ersten ISS-Flug 2014 brachte er es auf 165 Tage im All, als Bordingenieur. "Es ist einfacher, wenn man zum zweiten Mal fliegt, denn man hat die großen Unbekannten nicht", sagte er vor seinem zweiten Start. Man frage sich nicht mehr, wie das Leben da oben eigentlich ist.

Als Wissenschaftler erwartet den promovierten Geophysiker ein strammes Programm. Für rund 300 Experimente soll das halbe Jahr im All etwa reichen. 41 Forschungsprojekte steuert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR bei. Gerst soll in der Schwerelosigkeit unter anderem an Künstlicher Intelligenz und an den Eigenschaften planetarer Magnetfelder forschen. Auch geht es um die Frage, was Wissenschaftler vom Wanderverhalten der Tiere über den Klimawandel lernen können. Der Zeitplan ist eng getaktet. "Wenn Alex Commander ist, hat er weniger Zeit, weil er noch andere Aufgaben wahrnehmen muss", erklärte Volker Schmid vom DLR.

Viel lernen, hart arbeiten

Als Kommandant ist Gerst vor allem für die Sicherheit der Crew im Notfall verantwortlich. Dafür muss er den Zustand der Station im Blick behalten. Schmid will deshalb als Leiter von Gersts Mission "Horizons" so viele Aufgaben wie möglich umsetzen, bevor der Astronaut im Herbst auf der ISS das Ruder übernimmt. Gerst gab seinen Fans unlängst mit auf den Weg , mit seiner Mission wolle er anderen klar machen, dass es "immer eine Chance gibt, über ihren persönlichen Horizont hinauszuwachsen und etwas zu tun, was man vorher nie gewagt hat". Zum ersten Mal Kommandant der ISS zu werden, sei etwas, wofür er "sehr viel lernen und hart arbeiten musste".

Aufgeregt wirkte Gerst wegen alldem nicht - zumindest nicht äußerlich. Es gelte immer und immer wieder, mit größtem Respekt vor der Technik zu handeln, sagte er bei seinem Abschied in Baikonur. Und: "Raumfahrt ist niemals Routine."

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