Wende bei Opel

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PSA legt Geschäftszahlen vor - Wende bei Opel

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Es sind gute Zahlen, die PSA-Chef Tavares für seine deutsche Tochter Opel verkündet hat. Zum ersten Mal seit 20 Jahren macht der Rüsselsheimer Autobauer wieder einen Jahresgewinn.

Der neue Eigner, der französische PSA-Konzern, hat das Runder rumgerissen. Der operative Gewinn betrug im vergangenen Jahr 859 Millionen Euro, wie PSA in Paris mitteilte. "Opel hat mit seinem Sanierungsplan die Grundlage für eine nachhaltige Zukunft gelegt und wird weiteres Potenzial freisetzen", sagte PSA-Chef Carlos Tavares. Die Wende bei Opel sei schon spektakulär, sagt Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler. General Motors habe das fast 20 Jahre vergeblich versucht.

Unter Führung der französischen Peugeot-Mutter PSA, die seit August 2017 bei Opel das Sagen hat, fährt der Autobauer einen drastischen Sparkurs. Tausende Mitarbeiter haben das Unternehmen bereits verlassen. Betriebsrat und Unternehmensführung vereinbarten den Abbau von 3.700 Stellen über Vorruhestandsregelungen und Abfindungen. PSA und Opel hatten zugesichert, kein Werk zu schließen und bis 2023 auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. PSA verpflichtete sich im Gegenzug zu Investitionen in Milliardenhöhe für alle deutschen Standorte in Rüsselsheim, Eisenach und Kaiserslautern. "Bei Opel läuft es sehr ähnlich, wie es vor sechs bis sieben Jahren bei Peugeot und Citroen gelaufen ist. Die hatten auch eine harte Zeit. Das ist weitestgehend überstanden, weil es PSA gut geht. Aber diese ersten Jahre waren im Prinzip genauso wie bei Opel", so Jürgen Pieper.

Druck auf Belegschaft

Doch der Erfolg hat eine Schattenseite. Der Druck auf die Belegschaft bei Opel wächst. Auf andauernden Unmut bei den Mitarbeitern trifft der PSA-Plan, für große Teile des Rüsselsheimer Entwicklungszentrums einen Käufer zu suchen. Der PSA-Konzern hält trotz des Widerstands der IG Metall an seinem im Herbst 2018 verkündeten Plan fest, große Teile des Entwicklungszentrums an den Ingenieurdienstleister Segula zu verkaufen. Mit den Hallen, Testständen und Einrichtungen sollen auch 2.000 der bislang 7.000 Opel-Ingenieure zur neuen Firma wechseln. Die IG Metall hat vor einigen Wochen großflächig Plakate im Werk verteilt: "Segula? Nein Danke! Wir sind Opel."

Hinter den Kulissen wird hart verhandelt.
Jürgen Pieper, Autoanalyst beim Bankhaus Metzler

Außerdem geht es um das Stammwerk Rüsselsheim. In dem Produktionswerk arbeiten rund 3.000 Menschen im Zwei-Schichtbetrieb. Sie montieren die Modelle Insignia und Zafira, für den Opel gerade einen Nachfolger vorgestellt hat, der aber im britischen Luton gebaut wird. Für den langsam auslaufenden Zafira will Opel ein zweites Modell nach Rüsselsheim vergeben, das dann bereits auf einer Plattform des neuen Mutterkonzerns PSA steht. Eine Entscheidung steht noch aus und verstärkt den Druck auf die Mitarbeiter. "Hinter den Kulissen wird hart verhandelt", sagt Autoanalyst Pieper und PSA-Chef Tavares sei nun mal ein "harter Hund" bei den Kosten. Aber das sei nun mal einer der Hauptfaktoren für die Wende bei Opel.

Dominik Lessmeister ist Reporter im ZDF-Landesstudio Hessen.

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