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Gestrichene Thomas-Cook-Reisen - Fünf Antworten für Betroffene

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Der insolvente deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat alle gebuchten Reisen abgesagt. Wer hat jetzt Anspruch auf Entschädigung und wie hoch fällt diese aus? Ein Überblick.

Welche Reisen wurden abgesagt?

Der insolvente deutsche Reisekonzern Thomas Cook hat am Dienstag alle kommenden Reisen abgesagt, auch wenn sie bereits ganz oder teilweise bezahlt sind. "Reisen der deutschen Thomas-Cook-Veranstalter mit Abreisedatum ab 1. Januar 2020 können, auch wenn sie teilweise oder gänzlich bezahlt wurden, aus insolvenzrechtlichen Gründen nicht angetreten werden", teilte das Unternehmen in Oberursel bei Frankfurt mit.

Welche Veranstalter sind betroffen?

Es geht um Pauschalreisen der Veranstaltermarken Thomas Cook Signature, Thomas Cook Signature Finest Selection, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen und Air Marin sowie über Thomas Cook International gebuchte Trips. "Es tut uns unendlich leid, dass wir nun auch unseren Kunden mit Abreise im neuen Jahr endgültig diese Nachricht überbringen müssen", erklärte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung der Thomas Cook GmbH, dazu. "Wir hoffen aber, unseren Kunden und Vertriebspartnern damit die notwendige Planungssicherheit geben zu können."

Wie geht es jetzt weiter und gibt es Entschädigungen?

Die betroffenen Kunden würden nun "so schnell wie möglich proaktiv von den Veranstaltern informiert", erklärte das Unternehmen. Für den Zeitraum bis September 2020 hatten früheren Angaben zufolge etwa 660.000 Urlauber gebucht.

Die von der Insolvenz betroffenen Feriengäste sollen von Dezember an entschädigt werden. "Wenn wir die Schadensumme absehen können", werde der Versicherer eine Schadenquote bekanntgeben - also welchen Anteil seines Geldes jeder Kunde zurückbekommen dürfte.
Klar ist allerdings, dass die versicherte Summe bei weitem nicht ausreicht, und dass Geschädigte nur einen Teil ihrer Auslagen zurückbekommen.

Die Ansprüche der Urlauber, die eine Reise bei Thomas Cook bis Ende des Jahres gebucht hatten, aber nicht antreten konnten, summierten sich laut Zurich bis 1. November auf über 250 Millionen Euro. Rund 150.000 Kunden meldeten demnach bisher Ansprüche an. Die Summe, für die Zurich haftet, ist auf 110 Millionen Euro begrenzt.

Wie kann man Ansprüche geltend machen?

Betroffene Kunden mit Sicherungsschein können ihre Ansprüche dem vom Versicherer Zurich beauftragten Dienstleister Kaera hier anmelden oder per Telefon unter 06172/99761123.

Warum ist die deutsche Thomas Cook insolvent?

Die deutsche Thomas Cook war in den Sog der Pleite der britischen Mutter geraten. Der Reisekonzern hatte am 25. September einen Insolvenzantrag gestellt. Den Angaben zufolge gibt es bislang kein belastbares Angebot für die Fortführung des Unternehmens als Ganzes oder für das Veranstaltergeschäft der Thomas Cook Touristik GmbH. Aus rechtlichen Gründen wird daher die Einstellung des operativen Geschäftsbetriebs der Thomas Cook Touristik GmbH, zu der Neckermann Reisen, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, zum 1. Dezember 2019 vorbereitet, wie das Unternehmen bereits mitgeteilt hatte.

Die Geschäftsleitung und die vorläufigen Insolvenzverwalter versuchten dennoch unter Hochdruck, noch bis zum Monatsende jede sich bietende Chance für den Erhalt des Traditionsunternehmens zu nutzen. Konkrete Angebote gebe es für die Bucher Reisen & Öger Tours GmbH, trotzdem könne die Durchführung der gebuchten Reisen nicht gewährleistet werden. Konkurrent DER Touristik wiederum strebt die Übernahme der Hotelmarke Sentido und den Kauf der Reisebüro-Franchisemarke Holiday Land an.

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