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Streit um Medizin-Fortschritt - Minister Spahn glaubt an Sieg im Kampf gegen Krebs

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Millionen Menschen weltweit erhalten pro Jahr die Diagnose Krebs. Der Gesundheitsminister glaubt, dass die Krankheit in zehn bis 20 Jahren besiegbar ist - und erntet dafür Kritik.

Tumor bei Lungenkrebs
Der Gesundheitsminister glaubt an einen absehbaren Sieg gegen die Krankheit - auch gegen Lungenkrebs, der hier dargestellt ist.
Quelle: imago/Science Photo Library

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält Krebsleiden in absehbarer Zeit für besiegbar. "Es gibt gute Chancen, dass wir in 10 bis 20 Jahren den Krebs besiegt haben", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Der medizinische Fortschritt sei immens, die Forschung vielversprechend. "Und wir wissen deutlich mehr. Es gibt Fortschritte bei der Krebserkennung, bei der Prävention."

Stiftung wirft Spahn Verantwortungslosigkeit vor

Krebs ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. 2015 waren Krebserkrankungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Ursache für fast ein Viertel aller Todesfälle.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte Spahn scharf und warf ihm  Verantwortungslosigkeit vor. "Die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs hat sich seit den 1970er Jahre in Deutschland fast verdoppelt. Knapp 500.000 Menschen erkranken jedes Jahr neu, etwa 220.000 sterben daran", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Grund dafür sei auch die älter werdende Gesellschaft. Es sei unverantwortlich, angesichts dieser Entwicklung zu behaupten, es gebe gute Chancen, den Krebs in zehn bis 20 Jahren besiegt zu haben. "Ein Gesundheitsminister sollte nicht für eine Schlagzeile das Vertrauen der Patienten verspielen."

Bundesregierung kündigt "enorme Fortschritte" an

Auch im Bundestag war der Kampf gegen Krebs am Freitag Thema. Die Bundesregierung will innerhalb von zehn Jahren "enorme Fortschritte" gegen Krebserkrankungen erreichen. "Zehn Jahre lang mobilisieren wir alle Kräfte", sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). "Wir wollen Krebs besser verstehen, wir wollen Krebs verhindern, wir wollen Krebs heilen."

Das Parlament debattierte die sogenannte Hightech-Strategie der Regierung, die Deutschland mit Milliardeninvestitionen im internationalen Wettbewerb um Technologie nach vorne bringen soll. Karliczek bekräftigte unter anderem, dass neben den Nationalen Centren für Tumorerkrankungen in Heidelberg und Dresden weitere entsprechende Standorte aufgebaut werden sollten.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erläuterte, 60 Prozent der Krebsfälle könne man nicht vermeiden, "selbst wenn wir alles umsetzen würden, was wir wissen". In Deutschland müsse Grundlagenforschung an Universitäten massiv unterstützt werden. Die Forschung münde zudem zu selten in Produkten für Patienten. Es gebe etwa zu wenig Vernetzung - etwa für eine einheitliche Kartierung der rund 150 Gene, die bei Krebs eine Rolle spielten. In den USA gebe es ein nationales Krebsinstitut, in England den National Health Service (NHS), in Frankreich zentrale Planung. "Wir haben die Köpfe, wir haben das Geld, wir haben die Möglichkeiten - das muss zusammengebracht werden", forderte Lauterbach. Sonst werde Deutschland abgehängt.

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