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Pflegekräfte aus Mexiko - Spahn: "Genau die Migration, die wir wollen"

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In Deutschland fehlen laut Gesundheitsminister Spahn 80.000 Pflegekräfte. Und der Mangel werde noch größer, erklärt er im ZDF heute journal. Pflegekräfte aus Mexiko sollen helfen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sieht einen "intensiven Wettbewerb um Pflegekräfte" und will wegen 80 000 "offener Stellen" Pflegekräfte auch aus Mexiko anwerben. Ohne solche aus dem Ausland "werden wir das nicht schaffen", argumentiert er.

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Zur Verbesserung der Situation in der Pflege setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Fachkräfte aus Mexiko. Im heute journal erklärte er: "Wir haben in Deutschland heute schon 80.000 offene Stellen - in der Pflege, in den Krankenhäusern, in der Altenpflege." Und laut Schätzungen werde der Bedarf weiter wachsen, erklärt Spahn. In den nächsten Jahren blieben Zehntausende Stellen unbesetzt. Deutschland wolle zwar mehr ausbilden, aber "ohne Pflegekräfte aus dem Ausland werden wir das nicht schaffen." Und deswegen freue er sich auch über jede Pflegekraft aus Mexiko.

Zunächst werden dies wohl einige Hundert solcher Arbeitskräfte sein. Für die Zukunft gehe es besonders darum, es Vermittlungsagenturen zu erleichtern, solche Arbeiter nach Deutschland zu bringen, etwa mit schnelleren Visa- und Anerkennungsverfahren: "Es dauert heute Monate, teilweise Jahre, bis diese beiden Schritte gemacht sind." Mexiko sei für ein solches Schnellverfahren besonders interessant, denn dort lebten sehr viele junge Menschen mit guter Ausbildung in der Pflege, die in ihrer Heimat keinen Job fänden.

Pflegeberufe müssen attraktiver werden

Zusätzlich brauche es aber auch eine bessere Bezahlung in der Pflege in Deutschland, sowohl für Kräfte aus dem Ausland als auch aus dem Inland. Es werde an vielen Stellen gearbeitet, um den Beruf insgesamt attraktiver zu machen, aber: "Der Bedarf ist so groß, dass wir ohne Fachkräfte aus dem Ausland, ihn nicht werden decken können", erklärte Spahn.

Der Gesundheitsminister war im Juli bereits in den Kosovo gereist, um dort Pflegekräfte anzuwerben. Kritiker bemängeln, dass von dort bereits zahlreiche Flüchtlinge, teilweise mit Erfahrung in der Pflege, in Deutschland seien. Doch diese würden abgeschoben. Für solche Fälle gebe es inzwischen entsprechende Lösungen, "dass sie die Ausbildung machen können, dass sie anschließend auch in Deutschland eine Zeit bleiben können." Aber besser sei der direkte Weg über die Arbeitsmigration: "Es Fachkräften, die schon ausgebildet sind, auch möglich zu machen, aus dem Kosovo, von den Philippinen, aus Mexiko nach Deutschland zu kommen", sagte Spahn.

Pflegekräfte müssen integriert werden

Spahn betonte, dass die Integration dieser Arbeitskräfte gelingen müsse. Das sei einerseits ein Thema der Sprache. Er nahm dabei auch die Agenturen und Arbeitgeber in die Pflicht, "dass wir ihnen allen eine Chance geben, mit uns unsere Werte, unsere offene Gesellschaft zu leben." In Anspielung auf die Gastarbeiter, die vor etwa 60 Jahren nach Deutschland kamen, müsse man auch mit nachkommenden Familien rechnen. "Aber das ist ja genau die Migration, die wir wollen: Fachkräfte, die bei uns mitanpacken und die mithelfen, und nicht Migration in die Sozialhilfe oder die sozialen Sicherungssysteme", so Spahn.

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