Sie sind hier:

GEW-Chefin zum Tarifstreit - "Müssen öffentlichen Dienst attraktiver machen"

Datum:

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst haben begonnen - eine rasche Einigung scheint unwahrscheinlich. "Die Öffentlichkeit wird das spüren", so GEW-Chefin Tepe im ZDF.

Tarifverhandlungen für den Öffentlichen Dienst: Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt. "Wir müssen erreichen, dass der öffentliche Dienst wieder attraktiv wird", sagt GEW-Chefin Marlis Tepe.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder liegen die Positionen von Gewerkschaften und Arbeitgeber weit auseinander. Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Betroffen sind rund 3,3 Millionen Menschen: Verhandelt wird für 1 Million Tarifbeschäftigte der Länder ohne Hessen, das gesonderte Verhandlungen führt, außerdem soll der Abschluss auf rund 2,3 Millionen Beamte und Versorgungsempfänger übertragen werden. Hessen gehört seit 2004 nicht mehr der Tarifgemeinschaft an. In der Regel übernimmt das Land aber die Tarifabschlüsse.

"Menschen im öffentlichen Dienst sind abgehängt"

"Die Menschen im öffentlichen Dienst sind jetzt schon lange abgehängt und wir haben einen exorbitanten Mangel an Fachkräften", sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Marlis Tepe, im ZDF-Mittagsmagazin. "Wir müssen unbedingt erreichen, dass der Öffentliche Dienst wieder attraktiv wird und das geht nur über eine hohe Gehaltsforderung."

Doch diese Gehaltsforderung wies der Verhandlungsführer der Länder, Berlins Finanzsenator Matthias Kollatz (SPD), am Montag erneut zurück.  "Wenn man das Paket zusammenrechnet, liegt es bei zehn Prozentpunkten in einem Jahr", sagte er. "Und das ist zuviel." Denn jeder Prozentpunkt bedeute Kosten von 1,3 Milliarden Euro. Dbb-Chef Ulrich Silberbach betonte, die Forderung der Gewerkschaften sei berechtigt, die Beschäftigten der Länder müssten den Anschluss halten an die Lohnentwicklung ihrer Kollegen in Bund und Kommunen. Für diese hatten Verdi und Beamtenbund 2018 einen Lohnabschluss von 7,5 Prozent bei einer Laufzeit von 30 Monaten erzielt.

Die Verhandlungen von Verdi und Beamtenbund dbb mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sollen bis zu einer dritten Runde Anfang März dauern.

"Die Öffentlichkeit wird das schon spüren"

Sollten die Tarifparteien nicht aufeinander zu gehen, werden Streiks wahrscheinlich. DBB-Chef Ulrich Silberbach stellte vor Verhandlungsbeginn klar, eine streikfreie Einigung sei nur möglich, wenn es zum Auftakt eine Verhandlungsgrundlage gebe. Sollte es zu Streiks kommen, geht GEW-Chefin Tepe davon aus, dass unter anderem Erzieher, Lehrer und Pflegekräften in den Ausstand treten würden. "Die Öffentlichkeit wird das schon spüren", sagte Tepe im ZDF.

Vor dem jüngsten Abschluss vor zwei Jahren hatten Warnstreiks unter anderem das Schulleben in weiten Teilen Deutschlands massiv gestört. Zudem blieben Kitas und Straßenmeistereien geschlossen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.