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Nach heftigen Kämpfen - Waffenruhe zwischen Israel und Hamas

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Israel und die radikalislamische Hamas haben offenbar einen neuen Waffenstillstand ausgehandelt. Am Wochenende war es zu den heftigsten Kämpfen seit dem Gazakrieg 2014 gekommen.

Im Gaza-Konflikt haben sich die Palästinenser nach eigenen Angaben auf einen Waffenstillstand mit Israel verständigt. Am Wochenende starben in dem Konflikt 23 Menschen.

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Die im Gazastreifen regierende Hamas und die mit ihr verbündete Gruppe Islamischer Dschihad haben sich nach Angaben von Verhandlungsteilnehmern auf einen Waffenstillstand mit Israel verständigt. Die unter Vermittlung Ägyptens ausgehandelte Feuerpause gelte ab Montag um 4:30 Uhr, sagten Vertreter der Palästinensergruppen und Ägyptens. "An einem neuen Krieg" mit Israel sei die radikalislamische Gruppe nicht interessiert, erklärte deren Chef Ismail Hanije bereits am Sonntagabend.

"Nach den schwersten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Gaza und Israel seit dem Gaza-Krieg 2014 ist seit heute Morgen eine Waffenruhe in Kraft", berichtet ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht in Tel Aviv. "Es finden also keine Raketenangriffe mehr statt, auch Israel fliegt keine Luftangriffe auf den Gaza-Streifen." Allerdings habe Israel seinerseits die Waffenruhe noch nicht bestätigt, sagte Albrecht weiter. "Indirekt gibt es diese Bestätigung allerdings schon, denn seit heute Morgen sind die Schulen in Israel wieder geöffnet und das ist ein Zeichen für Entspannung." Israels Armee hatte am Montag alle Einschränkungen für die israelische Bevölkerung im Grenzgebiet aufgehoben. Man kehre zur Routine zurück, teilte das Militär mit.

Gewalteskalation am Wochenende

Am Wochenende hatten militante Kämpfer im Gazastreifen Hunderte Raketen auf Südisrael abgefeuert, vier Menschen wurden dabei dort getötet - die ersten Todesopfer auf israelischer Seite seit dem Gazakrieg 2014. Israel reagierte mit massiven Luftangriffen, die nach Militärangaben rund 250 Zielen in dem palästinensischen Autonomiegebiet galten. 23 Palästinenser kamen nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza um. Beobachter sprachen von der schwersten Eskalation seit dem Gazakrieg 2014.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beriet sich am Sonntag mit seinem Sicherheitskabinett. Am Abend wies es die Armee an, "die Angriffe fortzusetzen" und sich für weitere Befehle bereitzuhalten. Israel meldete zudem die Tötung eines Hamas-Kommandeurs, der an den Transfers iranischer Gelder an die radikalislamische Gruppe beteiligt gewesen sei.

Nach einem Monat relativer Ruhe war die Lage mit den freitäglichen Protesten gegen die israelische Blockade im Gazastreifen eskaliert, zu denen die Hamas die Bevölkerung seit Monaten aufruft. Zwei israelische Soldaten wurden angeschossen und verletzt, Israel flog erste Luftangriffe. Bei den Demonstrationen wurden palästinensischen Angaben zufolge zwei Palästinenser getötet und mehr als 50 verletzt.

Karte: Israel - Jerusalem - Westjordanland - Gaza

Quelle: ZDF

USA warnt radikale Palästinenser

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen aufs Schärfste. Er forderte eine Deeskalation und rief "alle Parteien auf, maximale Zurückhaltung zu üben". In Washington nahm US-Präsident Donald Trump vor allem militante Kämpfer im Gazastreifen in die Pflicht. "Diese terroristischen Akte gegen Israel werden euch nichts als mehr Elend bringen", warnte er via Twitter. "Wir unterstützen Israel zu 100 Prozent bei der Verteidigung seiner Bürger. BEENDET die Gewalt und arbeitet auf Frieden hin - es kann passieren."

Die Hamas wirft Israel vor, Zusagen, die bei der Vereinbarung einer Waffenruhe im April gemacht wurden, nicht umzusetzen. Die Hamas hält Israel auch vor, Geld aus Katar für die Institutionen im klammen Gazastreifen zurückzuhalten. Zudem unternehme Israel nicht genug gegen Stromausfälle, beklagten Hamas-Führer.

Wegen des Raketenbeschusses verschärfte Israel am Samstag die Blockade des Gazastreifens. Die Fischereizone vor der Küste des Gebiets wurde geschlossen, ebenso zwei Grenzübergänge, über die Patienten ein- und ausreisen können, die medizinische Hilfe benötigen.

"Kursänderung nicht in Sicht"

Dass die momentane Waffenruhe dauerhaft anhält, davon geht ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht jedoch nicht aus, denn denn dazu müsse sich die Lage grundlegend ändern. "Israel müsste die Wirtschaftsblockade auf Gaza aufheben, müsste Reisefreiheiten gewähren, die Situation für die Menschen in Gaza müsste sich so ändern, dass die Menschen dort in Würde leben können. Aber in Gaza gibt es eine radikale Führung und die müsste wiederum auch ihren radikalen Kurs ändern und das ist momentan nicht in Sicht."

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