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Mali - Angriffe überschatten Präsidentenwahl

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Etwa acht Millionen Menschen konnten am Sonntag in Mali einen neuen Präsidenten wählen - überschattet von gewaltsamen Zwischenfällen.

Konflikte zwischen Volksgruppen und mit Islamisten sorgen für Spannungen in Mali. Präsident Boubacar Keïta und seiner Garde ist es nicht gelungen, die Sicherheitslage im Land zu verbessern. Dennoch werden ihm gute Chancen für eine Wiederwahl eingeräumt.

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Die Wahlberechtigten konnten zwischen 24 Kandidaten entscheiden - unter ihnen der seit 2013 regierende Präsident Ibrahim Boubacar Keita. Bewaffnete griffen am Wahltag mehrere Stimmbüros an, auch ein UN-Stützpunkt geriet unter Beschuss.

Die schlechte Sicherheitslage war eines der wichtigsten Themen im Wahlkampf. Die Opposition wirft dem 73-jährigen Präsidenten Keita Versäumnisse bei der Stabilisierung des Landes vor, in dem dschihadistische Rebellengruppen aktiv sind. Mehr als 30.000 malische Sicherheitskräfte waren zum Schutz des Wahlgangs im Einsatz.

Früher galt das Land als Musterstaat in Westafrika, bis es nach einem gescheiterten Militärputsch 2012 in die Anarchie abrutschte und zur Beute von Dschihadisten zu werden drohte. Die UNO entsandte rund 11.000 Blauhelmsoldaten, auch etwa tausend Soldaten der Bundeswehr sind dabei.

UN-Stützpunkt beschossen

Unbekannte beschossen am Wahltag einen Stützpunkt der UN-Blauhelmmission Minusma in Aguelhok mit Raketen. Diese hätten ihr Ziel aber verfehlt, es habe keine Opfer gegeben, teilte ein UN-Sicherheitsvertreter mit.

Aus mehreren Bezirken vom allem im unruhigen Norden und Zentrum Malis kamen Berichte über bewaffnete Angriffe auf Stimmbüros. In der Ortschaft Lakia bei Timbuktu hätten "Dschihadisten" bei einem Überfall in der Nacht die Wahlurnen angezündet, sagte ein örtlicher Beamter zu AFP. "Einer von ihnen hat gesagt: 'Gott mag keine Wahlen.'" Die Wahl konnte in Lakia nicht stattfinden.

In Dianke im Zentrum des Landes zündeten Bewaffnete am Morgen zwei Wahlbüros an, wie die Behörden mitteilten. Dort hatte Oppositionskandidat Soumaila Cissé zuvor seine Stimme abgegeben.

Amtliches Ergebnis am 3. August

Die ersten Auszählungsergebnisse werden 48 Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet, ein amtliches Ergebnis soll am 3. August vorliegen. Falls kein Kandidat die erforderliche Mehrheit erhält, ist für den 12. August eine Stichwahl vorgesehen.

Die internationale Gemeinschaft erhofft sich von der Wahl neue Impulse für den Friedensprozess. Die UNO hatte 2013 eine Blauhelmmission nach Mali entsandt, um das Land zu stabilisieren und eine Machtübernahme durch die Dschihadisten zu verhindern. Die Bundeswehr beteiligt sich mit über tausend Soldaten an den Mali-Missionen der UNO und der EU. Es ist ihr zweitgrößter Auslandseinsatz nach Afghanistan.

In Mali überlagern sich verschiedene Konflikte. Ganze Regionen sind weiterhin nicht unter Kontrolle der ausländischen und malischen Truppen. Im Norden Malis bleiben dschihadistische Gruppen aktiv, sie greifen inzwischen auch ins Zentrum des Landes und in die Nachbarländer über. Dazu gesellen sich blutige Konflikte zwischen Volksgruppen, etwa zwischen nomadisierenden Jägergruppen und sesshaften Ackerbauern. Seit Jahresbeginn wurden bei solchen ethnischen Unruhen mehr als 300 Zivilisten getötet.

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