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LED-Wand kippte bei Gewitter um - Rap-Konzert: Verletzte außer Lebensgefahr

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Etwa 18.000 Menschen wollen in Essen die Rapper Marteria und Casper bei einem Open-Air-Konzert erleben. Doch dann zieht ein Gewitter auf - mit gefährlichen Folgen.

Bei einem großen Open-Air-Konzert in Essen sind während eines heftigen Gewitters 28 Menschen verletzt worden, zwei davon schwer - laut Polizei sind sie aber außer Lebensgefahr. Durch den starken Wind sei eine LED-Wand im Bereich der Bühne umgestürzt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Die Polizei sprach von einem eingestürzten Teil der Bühne.

Augenzeugin kritisiert Sicherheitsvorkehrungen

"Der Haupt-Act fing etwa um 20.30 Uhr an, die Leute waren guter Stimmmung und total ausgelassen", berichtet ZDF-Journalistin Michèle Mertes, die privat auf dem Konzert war. Als es jedoch kurz nach 21 Uhr zu regnen und dann auch zu stürmen angefangen habe, hätte es eine erste Durchsage gegeben, dass das Konzert wegen technischer Probleme unterbrochen werden müsste. Nach einer längeren Pause sei es dann ganz abgebrochen worden. "Zu der abgestürzten Leinwand wurde gar nichts gesagt", erinnert sich Mertes. "Aber ein Mädchen erzählte mir, dass neben ihr eine blutüberströmte Zuhörerin gelaufen sei."

So eine Masse an Menschen hat man schon mal gesehen, in Duisburg. Aber Fluchtwege? Die sollten anders aussehen.
Konzert-Besucherin Michèle Mertes

Die fast 20.000 Zuhörer verließen das Gelände dann über die Seiteneingänge. "Die Leute blieben eigentlich ganz ruhig und gesittet, aber es war schon sehr eng, und die Security wirkte total überfordert", erzählt Michèle Mertes. Bereitgestellte Shuttle-Busse seien nur über eine einzige Treppe zu erreichen gewesen. "Die Leute wussten einfach nicht wohin und alle steuerten auf diese Treppe zu. Das war schon eine beklemmende Situation, da hätte nur mal jemand schubsen müssen."

Mertes beobachtete auch, dass die Krankenwagen Schwierigkeiten hatten durchzukommen. Noch am Morgen danach klingt sie geschockt: "So eine Masse an Menschen hat man schon mal gesehen, in Duisburg. Aber Fluchtwege? Die sollten anders aussehen."

Viele Verletzte in Krankenhäusern

Bei dem Konzert und auf dem Heimweg wurden nach Angaben der Feuerwehr 28 Menschen verletzt, einigen konnte aber schon vor Ort geholfen werden. Die anderen Verletzten wurden auf Essener Krankenhäuser verteilt. Ärzte betreuten vor Ort etwa 150 Menschen. Der Polizei zufolge konnten viele nach ambulanter Behandlung wieder entlassen werden. Dunkelheit und Regen erschwerten den Einsatz.

Nach Feuerwehrangaben hatte der Deutsche Wetterdienst gegen 19.30 Uhr eine Gewitterwarnung herausgegeben. "Es gab ein kurzes, aber heftiges Gewitter", sagte der Sprecher. Der Feuerwehr zufolge hatten die Musiker ihren Auftritt zunächst fortgesetzt. "Schwere Regengüsse beendeten kurz darauf das Konzert von Marteria und Casper", hieß es.

Die Besucher hätten die Veranstaltung danach ganz normal verlassen, sagte ein Polizeisprecher. Sie seien mit Shuttle-Bussen in die Stadt gebracht worden oder warteten auf die S-Bahn. Die Kripo übernahm die Ermittlungen zur Unfallursache und sperrte den Unglücksort ab. Polizisten mit Helm und Schutzweste inspizierten am späten Abend die Bühne. Die LED-Wand lag zertrümmert neben der Bühne.

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