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Sondierungen - Gezerre um Schäubles Nachfolger

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Noch bevor Schäuble zum Bundestagspräsidenten gewählt ist, geht der Kampf um sein Erbe als Finanzminister los. Lindners Vorwürfe, Schäuble sei ein "leitender und leidender Mitarbeiter des Bundeskanzleramts" gewesen, wies er zurück. Der FDP-Chef will, dass das Ressort nicht wieder an die CDU geht.

Fünf Stunden saßen CDU, CSU, Grüne und FDP bis gestern am späten Abend zusammen. Am Dienstag gibt’s die nächste Runde. ZDF-Korrespondent Thomas Walde berichtet aus Berlin, was bis dahin passiert.

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Am Dienstag soll Wolfgang Schäuble in das Amt des Bundespräsidenten wechseln. Nach Ansicht des scheidenden Bundesfinanzministers muss das Finanzministerium dann nicht zwingend mit einem Haushaltsexperten besetzt werden. "Er muss politisch führen können", sagte Schäuble der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Der größte Fachmann muss er nicht sein. Darin liegt sogar eine Gefahr, weil er dann auf seine Berater nicht mehr hört", so Schäuble weiter.

Lindner will "andere Finanzpolitik"

Christian Lindner hatte sich vergangene Woche dafür ausgesprochen, dass das Finanzressort in einer neuen Regierung nicht wieder an die CDU gehen soll. "Mir ist eine andere Finanzpolitik wichtiger als die Frage, welche Person im Ministerium sitzt. Es hat sich aber gezeigt, dass Wolfgang Schäuble ein leitender und leidender Mitarbeiter des Bundeskanzleramts war", sagte er der Zeitung vor Beginn der Jamaika-Gespräche von Union, FDP und Grünen.

Schäuble konterte, dass sich die Kanzlerin 2009 für ihn entschieden habe, gerade weil er nicht bequem sei.

"Schwarze Null" in Gefahr

Angesichts milliardenschwerer Wünsche der vier potenziellen Partner einer Jamaika-Koalition, gerät nun womöglich die "schwarze Null" in Gefahr, der Staatshaushalt ohne neue Schulden. Schäuble hat ihn seit 2014 verteidigt - in der ersten Sondierungsrunde von CDU, CSU, FDP und Grünen haben die Verhandlungsführer laut Teilnehmerkreisen einander versichert, daran festhalten zu wollen.

Der Tag der Wahrheit, welche Pläne in einem Jamaika-Bündnis trotz einer solchen Zusage umsetzbar sind, soll nach der Steuerschätzung Anfang November kommen. Auflistungen von Haushaltspolitikern der Union und des Bundesfinanzministeriums offenbaren, wie schwer es für die möglichen Regierungsparteien werden dürfte, Wunsch und Wirklichkeit miteinander zu vereinen.

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