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GfK-Index - Gedämpfte Kauflaune - Guter Endspurt erwartet

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Wirtschaftsforscher sind nichtg mehr ganz so euphorisch, jetzt trüben zahlreiche Risiken auch die Stimmung der Verbraucher. Das Weihnachtsgeschäft soll aber dennoch brummen.

Archiv: Kunden in einem Kaufhaus in Berlin

Quelle: dpa

Die Stimmung der Konsumenten ist zum Jahresende hin gesunken. Das ergab die jüngste Umfrage der GfK-Marktforscher. Als Ursache für den Rückgang sieht das Institut die zahlreichen politischen Risiken, die die Konjunktur durchaus bremsen können. Zum anderen spielt die Inflation eine entscheidende Rolle. Denn steigende Preise wirken sich negativ auf die Einkommenserwartungen von Verbrauchern aus.

Es sind in erster Linie die Preise für Energie und Nahrungsmittel, die das Geld in den Portemonnaies der Verbraucher schwinden lassen. Benzin und Heizöl etwa sind in den vergangenen Wochen spürbar teurer geworden. "Wenn mehr Geld an den Zapfsäulen zu bezahlen ist, fehlt es für andere Anschaffungen. Dies knabbert an der Kaufkraft der Konsumenten", sagt Rolf Bürkl von den GfK-Marktforschern. Im Oktober lagen die Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr bei 2,5 Prozent.

Hoffnung auf einen dennoch guten Jahres-Endspurt macht Einzelhändlern dagegen die gestiegene Bereitschaft zu größeren Anschaffungen. Deswegen geht die GfK davon aus, dass die Geschäfte im Weihnachtsmonat stabil bleiben werden.

Politische Risiken dämpfen Stimmung

Das sieht auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels so. Für das Weihnachtsgeschäft sieht er eine positive Grundstimmung. "Wir erwarten zum ersten Mal für November und Dezember einen Gesamtumsatz von über 100 Milliarden Euro", sagt der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Stefan Genth. Allerdings darf man bei diesen Prognosen des Einzelhandels ein gewisses Interesse unterstellen.

Fest steht nach Meinung der GfK-Forscher aber, dass die gesunkene Verbraucherstimmung nicht nur mit höheren Preisen zu erklären ist. Ein anderer Grund sind die überwiegend politischen Risiken. Dazu zählt aktuell das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union, der schwelende Haushaltskonflikt zwischen Italien und der EU und nicht zuletzt der Handelskonflikt zwischen den USA und China.

"Angemessene" Sorgen

Bei diesem Kräftemessen der beiden größten Wirtschaftsnationen der Welt hat Donald Trump in dieser Woche verbal einmal mehr seine Muskeln spielen lassen. Zwar treffe er am Freitag seinen chinesischen Amtskollegen Xi Jingping. In einem Interview schraubte er aber die Erwartungen herunter. Es sei "höchst unwahrscheinlich", dass er von seinen Zoll-Plänen abrücke, sagte er dem "Wall Street Journal". Er gehe davon aus, weitere und höhere Strafzölle gegen die Volksrepublik einzuführen. Schon jetzt ist ein Warenvolumen von rund 200 Milliarden Dollar betroffen. Auch der Rest der chinesischen Einfuhren im Wert von 267 Milliarden Dollar könnte bald mit Zöllen belegt werden.

"Das dritte Quartal hat uns gezeigt, wie schnell wenn etwas Unerwartetes passieren kann", sagt Stefan Schneider, Chefvolkswirt für Deutschland bei der Deutschen Bank. "Und wenn man sich die politischen Risiken anschaut - Brexit, Italien oder die Handelskonflikte - kann auch aus einem positiven Wachstum ein negatives werden." So gesehen sind die Sorgen der Verbraucher, die in der GfK-Umfrage zum Tragen kommen, durchaus der angespannten Lage angesichts der politischen Risiken angemessen.

Allerdings heißt das noch nicht, dass diese Risiken wirklich eskalieren. Sollten sie es nicht tun und einigermaßen glimpflich ausgehen, sehen Volkswirte wie Schneider den wirtschaftlichen Aufschwung nicht gefährdet. Zwar habe sich das Wachstum in den vergangenen Monaten abgeschwächt. Und auch für die kommenden Monate rechnen viele Ökonomen noch mit schwächelnden Wachstumsraten für die deutsche Konjunktur. So gesehen sind in der Tat dunkle Wolken am Horizont der Konjunktur zu sehen. Dafür rechnen sie aber für das kommende Jahr immerhin noch mit einem Wachstum von robusten rund anderthalb Prozent - wenn Trump & Co. auf Twitter halbwegs ruhig bleiben.

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