ZDFheute

Snake Preview

Sie sind hier:

Herner Kobra gesichtet - Snake Preview

Datum:

Showdown in Herne: Nach tagelanger Jagd ist die vermisste Kobra gesichtet worden. Das Tier ist allerdings sofort wieder in einen Keller verschwunden.

Entwischte Kobra in Herne am 28.08.2019
Dieses Bild hat ein junger Mann in einem Treppenhaus in Herne gemacht. Seine Freundin Lisa-Marie Schapeit hatte die Schlange dort entdeckt.
Quelle: dpa

Die gesuchte Giftschlange wurde am Freitagnachmittag von einem Mitarbeiter des Stadtbetriebs Castrop-Rauxel in einer Kelleröffnung entdeckt. Er sprach von einem "gelb-goldfarbigen Tier", das sich sofort wieder Richtung Keller zurückgezogen habe.

Die Anwohner der betroffenen Gegend dürften aufatmen, wenn die Kobra gefangen wird. Sie hatten zuletzt zunehmend genervt reagiert. "Man weiß ja nicht, ist sie noch drinnen oder ist sie schon draußen?", fragte sich zum Beispiel Jörg Lippe. Der 57-Jährige wohnt nur ein paar Häuser von der Mehrfamilienhaus-Anlage entfernt, in der die Monokelkobra am Sonntag im Treppenhaus gesehen wurde. "Meine Nachbarn haben kleine Kinder. Die gehen im Moment nicht in den Garten. Es ist zu riskant."

Weder Mehl noch Klebestreifen helfen bei Überführung

Monokelkobra
Produziert hochpotentes Gift: Monokelkobra
Quelle: picture alliance/imageBROKER

Lisa-Marie Schapeit (17) hatte das Tier am Sonntagnachmittag als Erste entdeckt. Ihr Freund machte das einzige Foto der Schlange. Auf dieser Grundlage schätzten Experten deren Länge auf 1,40 bis 1,60 Meter. Seitdem fehlt jede Spur des Tieres. Weder fanden sich Kriechspuren in ausgestreutem Mehl, noch blieb die Schlange an Klebestreifen hängen.

Fest steht: Ein Biss der in Asien beheimateten Schlange kann lebensgefährlich sein. Aus Sicherheitsgründen liegt deshalb bereits ein Gegengift in der Uniklinik Düsseldorf bereit. Als Reptilienexperten der Feuerwehr Düsseldorf am Mittwoch und Donnerstag die Wohnanlage akribisch durchkämmten, waren stets ein Notarzt und Rettungskräfte in der Nähe.

Mieter mit 20 Giftschlangen bestreitet Kobra-Besitz

Die Stadt geht davon aus, dass die Kobra aus der Wohnung eines Mieters stammt, in der dieser 20 Giftschlangen hielt. Er soll damit gehandelt haben. Laut Stadt bestreitet er, dass die Schlange aus seinem Bestand kam. Der Wohnkomplex war bereits am Sonntag aus Sicherheitsgründen evakuiert worden.

Jetzt will die Stadt den ausquartierten Bewohnern ermöglichen, in ihre Wohnungen zurückzukehren, obwohl die Schlange sich nach wie vor in dem Gebäudekomplex aufhalten soll. Nach der Durchsuchung durch Experten der Feuerwehr Düsseldorf sei man aber "absolut sicher", dass sich die Schlange nicht mehr im Hausflur und in den Wohnungen befinde, sagte Ordnungsdezernent Johannes Chudziak. Der Dachboden und der Keller würden amtlich versiegelt. Zweimal am Tag würden die Siegel kontrolliert. "Wir gehen davon aus, dass wir die Schlange durch unsere Maßnahmen im Gebäude isoliert haben und diese aufgrund von Wasser- und Futtermangel verenden wird." Die erwogene Möglichkeit, Gas in das Gebäude einzuleiten, werde zurückgestellt.

Es fängt mit der entwischten Schlange an und hört mit den Gaffern auf.
Anwohnerin Anette Paternostro ist genervt

Zuvor mussten die 30 Bewohner der Häuser ihre Wohnungen verlassen. Sie kamen bei Verwandten und Bekannten unter, einige auch in einer Notunterkunft. Wie jeden Tag sind auch an diesem Freitag einige Bewohner zu den Häusern gekommen, um sich auszutauschen und gemeinsam zu warten. "Ich bin heute bei meinem Sohn ausgezogen", erzählt Anette Paternostro (63). Sie wohne jetzt in einem Hotel. Ihre Stimmung bezeichnete sie als "genervt und verärgert". "Es fängt mit der entwischten Schlange an und hört mit den Gaffern auf." Viele Auswärtige kämen vorbei und fotografierten. "Das ist unmöglich", findet sie.

Bewohner und Nachbarn genervt

Provisorisch aufgestellte "Durchfahrt verboten, Anlieger frei"-Schilder auf der Straße scheinen nur wenige Schaulustige davon abzuhalten, den Bereich zu durchfahren. Eine 52-jährige Nachbarin, die drei Häuser weiter wohnt, regt sich sehr auf. "Es nimmt Ausmaße an", sagt sie. Ihr Auto werde zugeparkt. Spreche man die Leute an, gebe es patzige Antworten. "Das Ordnungsamt muss sich irgendwas einfallen lassen."

So richtig Angst vor der Schlange hat offenbar keiner. "Solange sie nicht bei mir ist, nein", sagt ein 71-jähriger Nachbar. Ein anderer sagt: "Ich habe Respekt, aber keine direkte Angst."

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.