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Gipfel muslimischer Staaten - Schutztruppe für Palästinenser gefordert

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Ein Gipfel muslimischer Staaten hat die Aufstellung einer internationalen Truppe zum Schutz der Palästinenser gefordert. Die Staaten verurteilten Israels Vorgehen im Gazastreifen.

Gruppenfoto der Staatschefs beim Gipfeltreffen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit
Die Mitglieder der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) haben über die Lage der Palästinenser beraten
Quelle: ap

Muslimische Staaten haben auf ihrem Gipfeltreffen in Istanbul eine internationale Schutztruppe für die palästinensische Bevölkerung gefordert. Sie reagierten damit auf Berichte des Gaza-Gesundheitsministeriums, wonach es bei den Protesten an der Grenze zwischen Gazastreifen und Israel am Montag 60 und am Dienstag zwei weitere tote Palästinenser gab.

Die 57 Mitglieder zählende Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) verurteilte am Freitag in ihrer Abschlusserklärung den gewaltsamen Tod der Palästinenser als "schwere Verbrechen des israelischen Militärs, begangen mit der Rückendeckung der US-Regierung".

Muslimische Staaten drohen anderen Ländern mit Sanktionen

Die Staats- und Regierungschefs sprachen sich zudem für angemessene politische und wirtschaftliche Maßnahmen gegen die Staaten aus, die dem Beispiel der USA folgen und ihre Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Dieser Schritt der USA am Montag hatte die Proteste der Palästinenser ausgelöst. Nach israelischen Angaben versuchten einige Demonstranten, den Grenzzaun zu durchbrechen.

Die Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump und die Verlegung der US-Botschaft stößt in der arabischen Welt, aber auch in westlichen Staaten auf Kritik. Die Palästinenser betrachten das seit dem Sechs-Tage-Krieg 1967 von Israel besetzte Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres künftigen Staates. Die meisten Staaten fordern, dass der Status Jerusalems nach einem abschließenden Friedensabkommen zwischen Israel und Palästinensern bestimmt werden soll. Die Eröffnung einer Botschaft in Jerusalem erachten sie als Vorfestlegung. Nach den USA hat Guatemala seine Botschaft nach Jerusalem verlegt, Paraguay will noch in diesem Monat folgen.

Erdogan vergleicht Israel mit den Nazis

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der sich im kommenden Monat zur Wiederwahl stellt, hatte zu dem Treffen eingeladen. Er verglich Israel wegen des Vorgehens im Gazastreifen mit den Nazis: "Die Kinder derer, die im Zweiten Weltkrieg in Konzentrationslagern allen Arten von Folter ausgesetzt waren, greifen jetzt Palästinenser mit Methoden an, die die Nazis in den Schatten stellen würden."

Er werde die Gewalt im Gazastreifen in der Vollversammlung der Vereinten Nationen ansprechen, sagte Erdogan und kritisierte: Jeder Schritt zur Gerechtigkeit werde von den USA im UN-Sicherheitsrat blockiert.

Der iranische Präsident Hassan Rohani rief alle muslimischen Staaten auf, ihre Beziehungen zu Israel zu kappen und ihre Wirtschaftsbeziehungen zu den USA auf den Prüfstand zu stellen.
Jordaniens König Abdullah, ein Verbündeter der USA, sagte, die Botschaftsverlegung schwäche die Pfeiler des Friedens und vertiefe die Verzweiflung, die zu Gewalt führe.

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