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Höhere Kassenbeiträge drohen

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GKV-Spitzenverband - Höhere Kassenbeiträge drohen

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2018 noch hatten die Kassen einen Überschuss von zwei Milliarden Euro. 2019 war es schon ein Defizit von einer Milliarde. Dieser Trend dürfte sich bald in den Beiträgen zeigen.

Zwei Versichertenkarten. Archivbild
Zwei Versichertenkarten. Archivbild
Quelle: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Auf Kassenpatienten könnten in den kommenden Jahren höhere Beiträge zukommen. Allein 2020 rechne man wegen des "Terminservicegesetzes und des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes mit fünf Milliarden Euro Mehrausgaben", sagte GKV-Vizechef Gernot Kiefer der "WamS".

Anfang 2020 habe es zwar kaum Erhöhungen gegeben. 2021 werde es aber schwieriger aussehen. Viele der beschlossenen Gesetze "führen zu dauerhaft höheren Ausgaben. Und wenn die Rücklagen erst mal aufgebraucht sind, führt kein Weg an höheren Beiträgen vorbei".

Gesundheitsminister Spahn: "unechtes Defizit"

Nach Angaben des Ministeriums lagen die Finanzrücklagen der Kassen Ende September 2019 bei rund 20,6 Milliarden Euro - etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve. Minister Jens Spahn (CDU) nannte das Minus in den Bilanzen der Kassen Anfang Dezember "ein unechtes Defizit", das durch Rücklagen-Abbau entstehe. Auf Geheiß der Politik sind die Kassen dazu angehalten.

Der Finanzierungsdruck wird deshalb in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich zunehmen.
Jochen Pimpertz, Gesundheitsökonom vom IW Köln

Gesundheitsökonom Jochen Pimpertz vom IW Köln warnt in der "Welt am Sonntag" vor Panikmache. Kurzfristig erwarte der Schätzerkreis des Bundesversicherungsamtes keine extremen Ausschläge. Es sei zwar unbestritten, "dass die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung langfristig überdurchschnittlich stark steigen werden".

Das liege aber nicht in erster Linie an neuen Gesetzen, sondern am demografischen Wandel, am medizinisch-technischen Fortschritt sowie an einer ineffizienten Steuerung des Gesundheitssystems. "Der Finanzierungsdruck wird deshalb in den kommenden Jahrzehnten kontinuierlich zunehmen."

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