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Globaler Klima-Risiko-Index - Extremwetter: Immer heftiger, häufiger tödlich

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In keinem Jahr war das Wetter weltweit so extrem wie 2017. Mehr als 11.500 Menschen starben. Das geht aus dem Klima-Risiko-Index hervor, der in Kattowitz vorgestellt wurde.

Ein Wirbelsturm
Stürme, Überschwemmungen und Erdrutsche machten den Menschen im Wetterjahr 2017 besonders zu schaffen.
Quelle: NASA

Deutlicher kann es ein Bericht vermutlich nicht formulieren: Das Jahr 2017 geht als das bisher verheerendste Extremwetterjahr weltweit in die jüngere Geschichte ein. Mehr als 11.500 Menschen kamen bei Stürmen, Überschwemmungen oder Erdrutschen ums Leben, der finanzielle Schaden liegt bei über 375 Milliarden US-Dollar (rund 329 Milliarden Euro) und bricht damit alle Rekorde. Besonders hart getroffen hat es Puerto Rico. Deutschland liegt im Ranking auf Platz 40.

Das hat der aktuelle "Globale Klima-Risiko-Index" ermittelt, den die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Germanwatch auf dem Weltklimagipfel in Kattowitz vorgestellt hat. Der Index untersucht jährlich, welche Staaten am stärksten von Wetterextremen betroffen sind. Verwendet werden dafür Daten des Rückversicherers Munich Re und des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Verheerende Stürme

Dass Puerto Rico das Ranking anführt, liegt an mehreren verheerenden Stürmen, die über die Insel hinweggezogen sind. Puerto Rico und die Insel Dominica wurden dabei schwer verwüstet, über 3.000 Menschen verloren ihr Leben.

"Puerto Rico liegt nach dieser Jahrhundert-Katastrophe sowohl in unserem Klima-Risiko-Index für 2017 als auch im Langfrist-Index über die letzten 20 Jahre an der Spitze", erklärt David Eckstein von Germanwatch. Auf Rang zwei folgt für 2017 Sri Lanka vor Dominica, Nepal und Peru.

In Deutschland schlugen 2017 vor allem Herbststürme, aber auch Stark- und Dauerregen und die Trockenheit im Frühsommer zu Buche. Die traurige Bilanz: 27 Menschen starben, der Schaden wird auf knapp 3,6 Milliarden Dollar (rund 3,2 Milliarden Euro) beziffert. Rang 40 im aktuellen Ranking, im Langfrist-Index liegt Deutschland sogar auf Rang 25. "Durch die Rekorddürre und extreme Hitze in diesem Jahr ist im nächsten Index damit zu rechnen, dass europäische Länder noch mehr in den Fokus geraten", sagt Eckstein.

Der April war der Wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. . Extreme Wetter-phänomene treten weltweit immer häufiger auf.

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Wucht nimmt zu

Zwei Trends stellt der Klima-Risiko-Index dabei fest: Die Wucht einzelner Ereignisse hat in den letzten 20 Jahren zugenommen. Und: Manche Regionen werden so häufig und regelmäßig davon heimgesucht, dass sie überhaupt keine Chance haben, sich zu erholen. Haiti sei dafür ein Beispiel, oder auch die Philippinen. Ob der Klimawandel an dieser Entwicklung schuld ist, bewertet der Index nicht. Er misst die Ereignisse und Schäden nur. Allerdings: "Dass die Stürme an Intensität bei Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen zunehmen, deckt sich mit den Prognosen der Klimawissenschaft", sagt Eckstein.

Germanwatch fordert deshalb von der Weltklimakonferenz in Kattowitz klare Signale. Der Index mache deutlich: "Auch reiche Industrienationen werden vom Klimawandel immer härter getroffen", so Eckstein. Am meisten müssten allerdings gerade arme Länder leiden, die die Erderwärmung selbst kaum mitverursacht haben. Sie sind zunehmend auf Hilfe angewiesen, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen, aber auch, um mit den Schäden klarzukommen. "Diese Forderung wird in Kattowitz eine große Rolle spielen", erwartet er.

Tatsächlich gehört die Frage, ob Schäden in das geplante Regelwerk für eine Klimafinanzierung miteinbezogen werden, zu den Hauptstreitpunkten auf der Konferenz. Entwicklungsländer leiten ihre Forderung danach vom Klimaabkommen von Paris ab. Da dieser Punkt aber darin nicht eindeutig geregelt ist, beharren vor allem Industrieländer darauf, die Klimafinanzierung auf Anpassungsmaßnahmen zu begrenzen.

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