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Glücksatlas 2017 - "Haben überall Anlass, zufrieden zu sein"

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Die starke Konjunktur und der Abbau der Arbeitslosigkeit machen sich auch beim Lebensgefühl bemerkbar. Deutschland ist weiter glücklich - und zwar in Ost und West.

Eine Frau sonnt sich am in St. Peter Ording (Archivbild)
An der Spitze des regionalen "Glücksrankings" steht zum fünften Mal in Folge Schleswig-Holstein. Quelle: dpa

Die Deutschen sind weiterhin zufrieden mit ihrem Leben. Das ist das Ergebnis des Glücksatlas 2017 der Deutschen Post. "Es ist eine gute Nachricht für Deutschland, dass die Menschen hierzulande weiter glücklich sind", sagt Post-Konzernvorstand Jürgen Gerdes. "Die starke Konjunktur und die geringe Arbeitslosigkeit dürften dafür maßgeblich verantwortlich sein."

2016 hatten die Autoren des Glücksatlas einen deutlichen Anstieg der subjektiven Lebenszufriedenheit in Deutschland gemessen. Das Glücksniveau lag, nachdem es seit 2010 bei um die 7,0 Punkte verharrte, auf einer Skala von eins bis zehn bei 7,11. Dieses Jahr wird das gute Ergebnis mit 7,07 Punkten im Wesentlichen bestätigt.

Schleswig-Holstein führt im Glücksranking

2017 ist der Abstand zwischen der glücklichsten und unglücklichsten Region Deutschlands so gering wie nie. An der Spitze des regionalen "Glücksrankings" steht dabei zum fünften Mal in Folge Schleswig-Holstein, am Ende Sachsen-Anhalt. Deutschlands nördlichstes Bundesland konnte in diesem Jahr seine Führung sogar noch leicht ausbauen (von 7,41 auf 7,43 Punkten).

Hamburg und Baden folgen mit jeweils 7,28 Punkten auf den Plätzen zwei und drei. Ähnlich hohe Werte werden in Hessen (7,27), Franken (7,26) und Bayern-Süd (7,25) erreicht. Diese Gruppe konnte sich in diesem Jahr vom Mittelfeld, in dem sich insbesondere westdeutsche Regionen befinden, absetzen.

Die zufriedensten Regionen
Platz Region Punkte
1 Schleswig-Holstein 7,43
2 Hamburg 7,28
Baden 7,28
3 Hessen 7,27
4 Franken 7,26
5 Bayern-Süd 7,25

Glücksabstand zwischen West- und Ost auf Tiefststand

Der Osten hat die Aufholjagd der vergangenen Jahre fortgesetzt. "Der aktuelle Glücksabstand zwischen West- und Ostdeutschland liegt auf einem historischen Tiefststand von nur noch 0,22 Punkten", berichtet Gerdes. Er erhofft sich, dass der Glücksatlas einen neuen Blickwinkel in die aktuelle gesellschaftliche Debatte bringt: "Denn auch, wenn oftmals Unterschiede betont werden - wir alle haben überall in Deutschland Anlass, zufrieden zu sein."

Die zufriedensten Menschen im Osten leben in Thüringen, das den 14. Platz belegt. Größter Gewinner im diesjährigen Regionen-Ranking ist Mecklenburg-Vorpommern (6,89). Hier liegt die subjektive Lebenszufriedenheit 0,12 Punkte höher als im Vorjahr. Das Bundesland gibt den letzten Platz vom Vorjahr an Sachsen Anhalt (6,83) ab.

Schwerpunkt: Nachhaltiges Engagement

Schwerpunkt im diesjährigen Glücksatlas ist das Thema nachhaltiges Engagement. Im Frühsommer diesen Jahres hat dafür das Meinungsforschungsinstitut Kantar Emnid im Auftrag der Deutschen Post 1.001 Menschen im Alter über 18 Jahren in einer repräsentativen Umfrage befragt, wie sich ein nachhaltiger Lebensstil auf die persönliche Lebenszufriedenheit auswirkt.

"In der Tat zeigt sich hier ein positiver Zusammenhang", berichtet Gerdes. "So sagen 73 Prozent derer, die sich ökologisch oder sozial engagieren, dass genau dieses Engagement ihr Leben bereichert."

Die Bereitschaft, mehr Geld auszugeben, ist gering

Doch Wunsch und Wirklichkeit fallen in Deutschland auseinander, wenn es um persönliches Engagement, Spendenfreudigkeit und Freiwilligentätigkeit geht. Die Bereitschaft, deutlich mehr Geld für umweltschonende Produkte und Dienstleistungen zu zahlen, ist bisher jedoch eher gering.

Am ehesten sind die Befragten noch bei nachhaltig produzierten Lebensmitteln dazu bereit, für diese Angebote mehr zu bezahlen. Nur 14 Prozent würden für recycelbare Produkte deutlich höhere Preise bezahlen. Bei der besonders umweltschonenden Urlaubsreise sind dazu nur elf Prozent bereit, für ein eigenes Auto mit Elektroantrieb würden nur sieben Prozent deutlich mehr ausgeben.

Plastik im Alltag reduzieren, das ist möglich: Von Geschäften, die einem Produkte in eigene Behälter abfüllen bis hin zur Zahnbürste aus Bambus. Verzicht lässt Plastikmüllberge schrumpfen.

Beitragslänge:
3 min
Datum:

"Nacholbedarf in Deutschland"

"Auf der einen Seite werden Themen wie Umweltschutz und soziales Engagement als wichtige Bestandteile des gesellschaftlichen Lebens gesehen", sagt Gerdes. Auf der anderen Seite bleibe der persönliche Beitrag des Einzelnen zumeist deutlich hinter diesem Anspruch zurück. Lediglich 23 Prozent geben an, sich hier auch aktiv einzusetzen. "In puncto gelebtes nachhaltiges Engagement herrscht also Nachholbedarf in Deutschland", bilanziert Gerdes.

Ganz allgemein gefragt erklären 98 Prozent nämlich, sie legen Wert auf "Natur und Grün in der Umgebung". Und 82 Prozent sind gute Angebote im ÖPNV oder gute Fahrradwege wichtig. Staatliche Einschränkungen im Zuge der Umweltpolitik lehnen die Befragten allerdings mehrheitlich ab. Nur 34 Prozent würden der Sperrung der Stadtzentren für den Lieferverkehr von Nicht-Elektrofahrzeugen zustimmen und lediglich 30 Prozent höheren Parkgebühren, um die Nutzung des ÖPNV zu fördern.

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