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Goldsucher im Amazonasgebiet - Brasilien: Bergbau statt Regenwald

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Brasiliens Regierung hat ein großes Naturschutzgebiet im Amazonasgebiet aufgelöst und für den Bergbau freigegeben. Es handelt sich um eine Fläche von mehr als vier Millionen Hektar. Umweltschützer und Menschenrechtler kritisieren die Ausweitung der wirtschaftlichen Ausbeutung mitten im Amazonaswald.

Brasilien ist der sechstgrößte CO²-Produzent weltweit. Bis 2030 will die Regierung 43 Prozent der Treibhausgase einsparen, indem sie vor allem die illegale Brandrodung des Regenwaldes stoppt.

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Brasiliens Regierung hat ein Urwaldgebiet nördlich des Amazonasflusses für die Rohstoffförderung freigegeben. Das unter dem Namen "Renca" bekannte Gebiet ist mit rund vier Millionen Hektar größer als Baden-Württemberg. Umweltschützer hatten vor der Freigabe gewarnt, da Naturschutzgebiete und indigenes Land in der Region liegen.

Bereits seit den Sechzigerjahren hatten sich brasilianische und ausländische Unternehmen für das Gebietes interessiert. Dort sollen reiche Vorkommen an Kupfer, Gold, Eisenerz, Mangan und anderen Rohstoffen liegen. Um das Gebiet vor dem Zugriff ausländischer Unternehmer zu schützen, beschloss die damalige Militärdiktatur 1984 die Einrichtung der "Renca" (Nationale Kupfer-Reserve). Damit waren wirtschaftliche Aktivitäten dort blockiert.

Fast 70 Prozent der Fläche sind Naturschutzgebiet

Bereits im März hatte das Ministerium für Bergbau und Energie jedoch die Aufhebung der "Renca" und damit die Freigabe des wirtschaftlichen Abbaus der Rohstoffe gefordert. Allerdings stieß dies auf Widerstand von Umweltschutzverbänden. Rund 69 Prozent des Gebietes sind mittlerweile in Naturschutzgebiete und indigene Reservate umgewandelt worden. So befinden sich dort neun Naturparks sowie das indigene Territorium des Wajapi-Volkes.

In den vergangenen zwölf Monaten sind im brasilianischen Amazonasgebiet fast 3.000 Quadratkilometer Wald zerstört worden. Laut einem Bericht des Umweltinstitut Amazoniens "Imazon", der dem Nachrichtenportal G1 vorliegt, ist das ein Rückgang um 21 Prozent. Dennoch sei es der drittschlechteste Wert seit der Registrierung der Abholzung durch das Institut. Mehr als 20 Prozent der Entwaldung fand demnach in Schutzgebieten statt.

In den vergangenen Jahrzehnten hat Brasiliens Amazonasurwald bereits rund ein Fünftel seiner ursprünglichen Fläche verloren, hauptsächlich südlich des Amazonas-Flusses. Bisher galt dabei der Amazonas als natürliches Hindernis. Umweltschützer befürchten nun, dass mit dem beginnenden Rohstoffabbau auch die Zerstörung nördlich des Flusses eingeleitet wird.

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