Sie sind hier:

Digitalisierung - Neu bei Google: "Pixel 2", Tier-Cam und ein Laptop

Datum:

Wenn Suchmaschinengigant Google ein neues Smartphone vorstellt, darf man etwas Besonderes erwarten: Doch ist das "Pixel 2" mehr als eine Leistungsschau für Googles Dienste?

Am 9. Januar 2007 wurde das erste Smartphone ohne Tastatur vorgestellt. logo! erklärt, wie das Gerät die Welt verändert hat.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Google mag Smartphones. Kein Wunder, denn Web-Experten gehen davon aus, dass bald mehr Anfragen mobil an Suchmaschinen gestellt werden als über Desktop-PCs. Doch während Google Suchmaschinen und künstliche Intelligenz ganz klar im Griff hat, war Hardware nicht gerade die Stärke des Alphabet-Konzerns.

Letztes Jahr stellte Google Knall auf Fall seine "Google Nexus"-Serie ein, um eine neue "Pixel"-Handyreihe vorzustellen. Die Sache schien aufzugehen: Die neuen Modelle kamen gut an. Fachjournalisten gefiel vor allem die außergewöhnlich gute Kamera, die Leistung des Handys und die neueste Android-Version.

Teure Hardware, gute Spezifikationen

Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die Pressekonferenz, die am heutigen Mittwoch in Kalifornien abgehalten wurde. Doch wer das neue Google-Handy will, muss tief in die Tasche greifen. 799 Euro oder 909 Euro legt man für das 5-Zoll-Modell "Pixel 2" hin (64 oder 128 Gigabyte Speicher, drei Farbvarianten). Wer den 6-Zoll-Bildschirm will, investiert 939 oder 1.049 Euro für das große Modell "Pixel 2 XL" (64 oder 128 Gigabyte, zwei Farben).

Damit liegen die "Pixel 2"-Geräte fast gleichauf mit Apples Spitzenmodell "iPhone X", das 1.149 Euro kostet, aber mehr Arbeitsspeicher bietet. Samsungs Topmodell "Galaxy 8" kommt ebenfalls auf mindestens 799 Euro - geschenkt wird einem in der Oberklasse nichts.

Der Bildschirm des "Pixel 2" ist guter Standard (5-Zoll-Diagonale, Full-HD, Spielfilm-freundliches 16:9-Bild). Die XL-Variante löst etwas höher auf (6 Zoll, Full-HD, 2.880 x 1.440 Pixel, 18:9 Seitenverhältnis) und hat ein OLED-Display. Wer ein randloses Handy erwartete, wurde allerdings enttäuscht - das mag es dann zum "Pixel 3" geben. Im Inneren tickt Snapdragon-835, Qualcomms bislang stärkster Chip. Brancheninsider berichten, dass Google eigentlich den schnelleren 836-Nachfolger verbauen wollte - doch der lag nicht in ausreichender Stückzahl vor. Die Handys werden übrigens von LG und HTC gefertigt.

Auch Google lässt die Kopfhörerbuchse fallen

Smartphones sind mehr als die Summe ihrer Bauteile. Vor allem das Zusammenspiel von Hard- und Software entscheidet, wie viel Freude ein Smartphone seinem Nutzer macht. Hier setzt Google auf "Android Oreo", die achte und neueste Inkarnation seines populären Betriebssystems. Interessant ist dabei die Ankündigung, Android-Sicherheitsupdates erstmal an Pixel-Kunden auszuliefern; was gerade bei virengeplagten Android-Nutzern zu Stirnrunzeln führen dürfte. Ebenfalls ärgerlich: Wer seinen Kopfhörer anschließen will, muss - wie bei Apple - zu einem Adapter greifen. Eine Kopfhörer-Buchse sucht man beim "Pixel 2" vergebens.

Google pries die Qualität der eingebauten Kamera an: 12 Megapixel mit einer f/1.8-Blende sind nicht ungewöhnlich, dafür aber arbeitet im Hintergrund Googles Bilderkennungssoftware, die jedes Foto verbessern kann. Zusätzlich gibt es eine optische und digitale Fotostabilisierung. Ärger mit vollem Speicher entfällt übrigens - "Pixel"-Nutzer haben bei Google unbegrenzten Festplatten-Speicherplatz.

Der Rest lässt sich durchaus sehen: Stereolautsprecher, eine AR-fähige Kamera, ein wasserdichtes Gehäuse und natürlich der omnipräsente "Google Assistent". Der ist tief ins Betriebssystem verwoben und wird durch Sprache oder einen Druck auf die Seiten des Gehäuses aktiviert.

Was sonst noch war: Laptop, Katzenkameras und Echo-Konkurrenz

Seit langem wagt sich Google auch wieder an einen Laptop. Das 12.3-Zoll-Gerät "Google Pixelbook" lässt sich als Laptop und Tablet nutzen und läuft mit dem weitgehend webbasierten "Chrome OS". Wenn es mal kein WLAN gibt, verbindet sich das Notebook auf Wunsch automatisch mit einem "Pixel"-Handy, ohne dass der Nutzer irgendetwas tun muss. Und wer will, kann mit dem optionalen "Pixelbook Pen" automatisch Suchanfragen stellen, indem er fragliche Stellen einkreist oder markiert.

Auch in Sachen Audio ist Google aktiv. Mit dem kleinen Internetlautsprecher "Google Home Mini" zieht der Konzern mit dem dem Konkurrenten "Amazon Echo" gleich. Die kräftigen "Google Home Max"-Lautsprecher sind eher für größere Beschallung gedacht. Ihre Besonderheit: Sie passen sich den räumlichen Gegebenheiten an, so dass der Nutzer keine Klangunterschiede mehr hören soll, egal, wo er die Box benutzt. Und die "Google Pixel Buds" stehen in Konkurrenz zu Apples "Earpods". Auch sie sind über das "Pixel"-Handy ans Internet gekoppelt. Ein spannendes Beispiel ist da die Live-Übersetzung über Google Translate, die nahezu simultan in 40 Sprachen funktioniert.

Zu guter Letzt präsentierte man eine kleine, leichte quadratische Anklips-Kamera im Actioncam-Format. Sie ist besonders für Kinder- und Tier-Fotografie gedacht, damit Fotografen endlich mal den "goldenen Moment" erwischen. Man stellt sie auf und startet die Kamera. Anschließend sucht man aus den Filmen die besten Momente aus (Foto oder Video) und speichert sie mit einem Wisch in der Google Cloud.

Ein prima Handy - aber reicht das aus?

Wird Google es schaffen, mit dem "Pixel 2" den Smartphonemarkt aufzurollen? Vermutlich nicht, denn um hier eine große, populäre Handymarke aufzubauen, fehlt’s an einer Modellpalette, die auch Handys für schmalere Geldbeutel in petto hat. Die technischen Daten lesen sich jedoch äußerst appetitanregend, die neue Android-Version ist spannend und die Kamera wird so manchem Konkurrenten Kopfzerbrechen bereiten.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.