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"Wir wollen solche Entwicklungen nicht"

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Gorbatschow gegen Atomwaffen - "Wir wollen solche Entwicklungen nicht"

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Der ehemalige sowjetische Generalsekretär Gorbatschow fordert die weltweite Abschaffung von Atomwaffen. Er blicke mit Sorge auf die Spannungen zwischen Russland und dem Westen.

Michail Gorbatschow fordert Abschaffung aller Atomwaffen. Archiv
Michail Gorbatschow fordert die weltweite Abschaffung aller Atomwaffen.
Quelle: -/kyodo/dpa

Knapp 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hat der ehemalige sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow zur Abschaffung von Atomwaffen aufgerufen. "Alle Nationen, alle, sollten erklären, dass nukleare Waffen zerstört werden müssen", sagte der 88 Jahre alte ehemalige Politiker dem britischen Rundfunksender BBC.

Sorge um Spannungen zwischen Russland und dem Westen

Gorbatschow zeigte sich besorgt über den derzeitigen Stand der Beziehungen zwischen Russland und dem Westen. Nach der großen Rivalität zwischen den USA und der Sowjetunion im 20. Jahrhundert sei nun eine Zeit der "permanenten" Kriegsführung eingetreten. "Es gibt in verschiedenen Bereichen Scharmützel und Schüsse, Flugzeuge und Kriegsschiffe werden hier und dorthin geschickt", sagte Gorbatschow. "Wir wollen solche Entwicklungen nicht."

Solange Massenvernichtungswaffen existierten, vor allem Atomwaffen, seien die derzeitigen Spannungen zwischen Russland und dem Westen "kolossal" gefährlich. Er sehe die gesamte Welt einer "kolossalen Gefahr" ausgesetzt, sagte Gorbatschow, der von 1985 bis zu ihrer Auflösung 1991 als KP-Generalsekretär an der Spitze der Sowjetunion stand. Die Abschaffung von Atomwaffen weltweit würde die Menschen und den Planeten "retten", so Gorbatschow.

Gorbatschow kritisiert Rückzug vom INF-Vertrag

Gorbatschow und Reagan bei der Unterzeichnung des Abrüstungsvertrages 1987
US-Präsident Reagan und der sowjetische Generalsekretär Gorbatschow unterzeichneten 1987 den INF-Vertrag.
Quelle: reuters

Anfang des Jahres hatte Gorbatschow den Rückzug der USA vom INF-Abrüstungsvertrag kritisiert. Nachdem auch Russland aus dem Vertrag ausstieg, verlor dieser Anfang August seine Wirksamkeit. Der Vertrag wurde 1987 von Gorbatschow und dem damaligen US-Präsidenten Ronald Reagan unterzeichnet und verbot den Einsatz von landgestützten Raketen und Marschflugkörpern mit einer Reichweite zwischen 500 und 5.500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können.

Vor einigen Wochen erst hatte Russlands Präsident Wladimir Putin Washington zu zügigen Gespräche über eine Verlängerung des New-Start-Vertrags zur Begrenzung strategischer Atomwaffen aufgefordert. Das Abkommen läuft 2021 aus. Moskau und Washington hatten sich bereit erklärt, über eine Verlängerung zu sprechen. Greifbares gab es bisher nicht. Der Vertrag sieht vor, die Nukleararsenale auf je 800 Trägersysteme und 1.550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern.

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