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Bei Klima-Botschaft "spielt Alter keine Rolle"

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Greta Thunberg in New York - Bei Klima-Botschaft "spielt Alter keine Rolle"

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Wie nehmen die Amerikaner Greta Thunbergs Klimaaktivismus wahr? Ist ihre Bedeutung ähnlich stark auf der anderen Seite des Atlantiks zu spüren? Eindrücke am Tag ihrer Ankunft.

Greta Thunberg Ankunft am 28.08.2019 in New York, USA
Greta Thunberg trifft nach zwei Wochen auf See in New York ein.
Quelle: imago

Greta ist in New York angekommen. Ihre ersten Schritte nach zwei Wochen auf See wirken unsicher. Sie blickt am Pier abwechselnd hoch zu den Wolkenkratzern und zu ihren Anhängern, die sie jubelnd, singend und Plakate schwenkend willkommen heißen.

Der Moment, als sie den Steg entlang geht, könnte sinnbildlicher nicht sein: Die imposante Skyline New Yorks und die Yachten am Hafen hinter ihr, lassen das kleine Mädchen noch kleiner erscheinen. Die jubelnden Menschen hingegen machen Gretas Aufgabe hier noch größer.

Größte Krise der Menschheit

Das Bild am Pier zeichnet Gretas Situation, ein 16-jähriges Mädchen, das über den Atlantik segelt, um am UN-Klimagipfel teilzunehmen. Um mit den Großen und Mächtigen unserer Welt das zu verhandeln, was sie zu dieser Reise bewegte: die Klimakrise. Diese sei, wie sie heute wieder sagte, die größte Krise, vor der die Menschheit je stand.

Vom Boot aus schlägt Greta den direkten Weg zur Pressekonferenz ein, vor ihr sprechen zwei junge amerikanische Klimaaktivisten sowie Boris Herrmann, der Skipper der Hochsee-Rennyacht, der Greta hierher brachte. Auch sie selbst wirkt in diesen ersten Momenten nach ihrer Ankunft überwältigt, teils abwesend. Sie klatscht, wenn alle klatschen, lächelt zurück, wenn sie angelächelt wird, so verhalten und unsicher, wie sie zuvor den Bootssteg entlang ging.

Mit ihrem Protestschild mit der Aufschrift "Skolstrejk foer Klimatet" (Schulstreik fürs Klima) unter dem Arm begrüßt Greta Thunberg, Schaulustige die zu Ihrer Begrüßung zahlreich erschienen sind, am 28.08.2019 in New York USA
Greta Thunberg begrüßt Schaulustige die in New York.
Quelle: dpa

Für Schwäche ist keine Zeit

Wenn jemand eine Botschaft hat, die so echt ist wie ihre, dann spielt das Alter keine Rolle.
Greta-Fan Maria

Als sie das Mikrofon in die Hand bekommt, wird es schlagartig ganz ruhig am Hafen. Greta spricht und verhaspelt sich einige Male nach wenigen Sätzen, macht dann eine Pause mit den Worten: "Mein Gehirn funktioniert noch nicht richtig." Daraufhin erhallen laute "Greta, wir lieben dich"-Rufe und Applaus aus der Menge, für Schwäche ist keine Zeit.

Ist das Mädchen nicht zu jung für eine solche Verantwortung? Auf diese Frage antwortet Maria, eine Rentnerin mit einem Plakat mit der Aufschrift "Greta, we love you" entschieden: "Wenn jemand eine Botschaft hat, die so echt ist wie ihre, dann spielt das Alter keine Rolle."

Kein Zweifel an Mission

Die Schüler der amerikanischen Fridays for Future-Bewegung haben keine Zweifel daran, dass Greta die führenden Politiker und die Bevölkerung der Vereinigten Staaten zu einer Änderung bewegen kann. Sie sind sich sicher, dass das, was Greta in Europa geschafft hat bei ihnen auch möglich ist. Mindestens.

Dass Greta nach Amerika segelt statt fliegt, ist für viele ein Zeichen ihres unbedingten Willens und der Erfüllung ihrer Vorbildrolle. Von der Kritik darüber, dass die Bootsbesatzung der Malizia II zurückfliegen wird und somit mehr Emissionen für Gretas Reise in die USA ausgestoßen werden, als wenn Greta geflogen statt gesegelt wäre, hat man hier entweder nichts gehört oder will nichts davon hören. "Es ist ein symbolischer Akt gewesen, der für etwas Größeres, der für die Sache stehe und deshalb auch gut ist", sagt eine Aktivistin. Greta bestätigt das bei ihrer Ansprache, sie sagt: "Ich verlange das nicht von jedem."

Fridays for Future eher eine europäische Bewegung

Auch wenn der Ansturm am Hafen groß war, politisch und gesellschaftlich polarisiert Greta in den USA bei weitem nicht so stark wie in Europa oder insbesondere in Deutschland. Paulina, eine deutsche Fridays for Future-Aktivistin, die auch in Deutschland an Demonstrationen und Kundgebungen teilnimmt, und zufällig gerade in New York ist, findet das Fridays for Future eher eine europäische Bewegung ist, "aber gerade deshalb ist es gut, dass sie hier hinkommt und die Idee weiterverbreitet".

Wenn man in den USA mit jemandem über Greta Thunberg reden möchte, muss man oft erst erklären, wer sie ist, was sie gemacht hat und was sie jetzt macht. Bei dem Versuch, die Geschichte des schwedischen Schulmädchens, das für das Klima die Schule schwänzt zu erklären, wird einem bewusst, wie schwierig das eigentlich ist. Die Bedeutung für unsere Gesellschaft in Deutschland und Europa ist in Form einer ganzen jugendlichen Klimabewegung zu beobachten. Auch auf die Politik hat die Fridays-for-Future-Bewegung Druck gemacht, und damit wird Greta beim Klimagipfel weitermachen.

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