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Nachwuchs-Aktivisten - Greta, Malala, Emma - wie die Jugend mobil macht

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Wenn heute weltweit Schüler für den Klimaschutz aufstehen, liegt das nicht zuletzt an Greta Thunberg. Doch sie ist nicht die einzige Jungaktivistin, die der Politik Druck macht.

Die schwedische Schülerin Greta war mit ihrem wöchentlichen "Fridays for Future"-Protest das Vorbild für viele Jugendliche, die sich nun ebenfalls engagieren. Auch andere junge Menschen haben mit ihrem Einsatz die Welt verändert und nicht selten eine ganze Bewegung gestartet.

Greta Thunberg, Jahrgang 2003

Umweltaktivistin Greta Thunberg spricht im ZDF-Interview darüber, wie ihre Krankheit sie im Kampf für die Umwelt vorantreibt und warum sie die Welt anders sieht als viele.

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7 min
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Im Sommer 2018 fasst Greta Thunberg einen Entschluss: Statt im Unterricht zu sitzen, will sie künftig immer freitags vor dem Parlamentsgebäude in Stockholm stehen und für besseren Klimaschutz protestieren. Nachdem sie von den Auswirkungen der CO2-Emissionen erfahren hat, sorgt Thunberg dafür, dass ihre Familie sich nur noch vegan ernährt und keine Flugreisen mehr unternimmt. "Für mich ist nichts davon ein Opfer, ich brauche diese Sachen nicht", sagt die 16-Jährige.

Inzwischen hat Greta Thunberg bei der UN-Klimakonferenz COP24 im polnischen Kattowitz gesprochen und nebenbei eine weltweite Protestbewegung angestoßen: Allein in Deutschland streiken die über das Aktionsnetzwerk Fridays For Future verbundenen Schüler in mehr als 30 Städten, es gibt inzwischen mehr als 200 Ortsgruppen. Zuletzt wurde Thunberg für ihren Einsatz für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Emma Gonzalez, Jahrgang 1999

Emma Gonzalez
Emma Gonzalez schloss in Washington im März 2018 so lange die Augen, wie der Amokläufer von Parkland einen Monat zuvor geschossen hatte.
Quelle: ap

Sechs Minuten und 20 Sekunden lang fallen Schüsse an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland im US-Bundesstaat Florida. 17 Menschen sterben bei dem Massaker am 14. Februar 2018. Emma Gonzalez überlebt - und wird zum Gesicht einer neuen Protestbewegung für strengere Waffengesetze.

Gemeinsam mit anderen Überlebenden ruft die junge Frau mit dem radikalen Kurzhaarschnitt zu Demonstrationen unter dem Motto "March for our lives" auf, unter dem Hashtag #NeverAgain mobilisieren sie Gleichaltrige und andere Unterstützer über soziale Netzwerke.

Für besonders viel Aufmerksamkeit sorgt dort ein Video, in dem Emma Gonzalez US-Präsident Donald Trump kritisiert: "Wenn der Präsident mir ins Gesicht sagt, dass das eine schreckliche Tragödie war (...) und dass man nichts tun kann, frage ich ihn, wie viel Geld er von der National Rifle Association bekommen hat", sagt Gonzalez. "Ich weiß es: 30 Millionen Dollar." Zum "March for our lives" in Washington kommen kurz darauf mehrere Hunderttausend Menschen.

Malala Yousafzai, Jahrgang 1997

Malala Yousafzai: Jüngste Friedensnobelpreisträgerin
Malala Yousafzai - die jüngste Friedensnobelpreisträgerin aller Zeiten.
Quelle: dpa

"Heute ist der 15. Januar, der letzte Tag, ehe der Erlass der Taliban in Kraft tritt." Mit diesen Worten wendet sich im Januar 2009 eine Siebtklässlerin aus dem pakistanischen Swat-Tal an das Publikum der BBC. Unter dem Pseudonym "Gul Makai" berichtet Malala Yousafzai in ihrem öffentlichen Tagebuch vom Leben unter einem Regime, das Mädchen verbietet, die Schule zu besuchen. In den kommenden Jahren äußert sie sich immer wieder öffentlich und trat für das Recht von Mädchen auf Bildung ein.

Im Oktober 2009 wird Yousafzai auf dem Heimweg von der Schule von einem Taliban-Kommando angegriffen und durch einen Kopfschuss schwer verletzt. Sie wird zur Behandlung nach Großbritannien gebracht, wo sie bis heute lebt. An ihrem 16. Geburtstag darf sie als erste Minderjährige vor den Vereinten Nationen in New York sprechen.

"Sie dachten, die Kugeln würden uns zum Schweigen bringen, doch sie scheiterten", sagt Yousafzai. 2014 erhält sie den Friedensnobelpreis für "ihren Einsatzes für das Recht aller Kinder auf Bildung". Derzeit studiert Yousafzai Politik an der Universität in Oxford und hat angekündigt, nach ihrem Abschluss nach Pakistan zurückzukehren.

Felix Finkbeiner, Jahrgang 1997

Archiv: Felix Finkbeiner, aufgenommen am 26.07.2014 in Uffing am Staffelsee (Bayern)
Felix Finkbeiner inspirierte Hunderttausende Kinder, Bäume zu pflanzen - und erhielt dafür das Bundesverdienstkreuz.
Quelle: dpa

Felix Finkbeiner ist neun Jahre alt, als er seinen ersten Baum pflanzt. Bei der Arbeit an einem Referat erfährt der Grundschüler aus Bayern von der Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die mit ihrer Umweltschutzorganisation das größte Aufforstungsprojekt in Afrika ins Leben gerufen hat. Finkbeiner eifert ihr nach und motiviert seine Mitschüler und Kinder in anderen Städten, unter dem Motto "Plant for the Planet" Bäume zu pflanzen.

Nach drei Jahren ist die erste Million Bäume erreicht, kurz darauf übergibt das UN-Umweltprogramm (UNEP) seine "Milliarden-Bäume-Kampagne" in die Hand von "Plant for the Planet". Neues Ziel: eine Billion neue Bäume. Inzwischen pflanzen weltweit rund 100.000 Kinder in mehr als 100 Ländern mit. 2018 zeichnet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Felix Finkbeiner mit dem Bundesverdienstkreuz aus.

Alexandria Villaseñor gehört ebenfalls zu den jungen Aktivisten. Lesen Sie hier, wofür sie kämpft:

Alexandriain ihrer 10. Woche der Streikaktion (15. Februar)

Fridays for Future - Junge Amerikanerin harrt für Klimaschutz vor UN aus

Weltweit streiken Hunderttausende Kinder und Jugendliche für mehr Klimaschutz. In New York City protestiert eine 13-Jährige seit drei Monaten jeden Freitag vor dem UN-Gebäude.

von Maya Dähne, New York
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