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Migration über Türkei - Griechenland erwartet 100.000 Migranten

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Seit Monaten kommen Flüchtlinge über die Türkei auf die Inseln in der Ägäis. Athen erwartet im kommenden Jahr 100.000 Migranten und spricht von einer gravierenden Krise.

Die Regierung in Athen rechnet damit, dass im kommenden Jahr rund 100.000 über die Türkei auf die griechischen Inseln kommen. "Die Krise ist aktuell, und sie ist gravierend", sagte der Regierungsbeauftragte für die Erstaufnahme von Flüchtlingen, Manos Logothetis, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Allein in den vergangenen sechs Monaten habe sein Land 45.000 neue Flüchtlinge aufgenommen.

10.000 Migranten sollen zurück in die Türkei

Logothetis kündigte an, dass die griechische Regierung 2020 von den Inseln 10.000 Asylsuchende in Richtung Türkei abschieben wolle. Dafür werde man zusätzliche 270 Asyl-Entscheider einstellen. Zudem würden neue Erstaufnahmelager auf jenen fünf Inseln gebaut, die die größte Last der Migrationsbewegung trügen. Für Griechenland sei es "deutlich kritischer" als 2015. Damals seien die Flüchtlinge in andere EU-Staaten weitergezogen. Diesmal blieben sie auf den Inseln.

Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 und 2016 waren täglich Tausende Menschen von der türkischen Küste nach Lesbos und zu anderen griechischen Ägäis-Inseln übergesetzt. Seit dem EU-Flüchtlingsabkommen zwischen der Türkei und der EU im März 2016 ist die Zahl der Neuankömmlinge auf den Inseln zwar deutlich zurückgegangen. Seit einiger Zeit erreichen allerdings wieder mehr Menschen über die Ägäis Europa.

Dramatische Zustände in Flüchtlingslagern

Die Lage in den völlig überfüllten Registrierlagern gerät zunehmend außer Kontrolle, die Zustände dort sind nach Berichten humanitärer Organisationen dramatisch. Nach jüngsten Angaben des zuständigen Ministeriums in Athen harren in den Lagern der Inseln mehr als 41.000 Menschen aus. Das ist die höchste Zahl seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspakts im März 2016. Noch im April lebten auf den betroffenen Inseln nur 14.000 Migranten.

Archiv: Flüchtlinge in einem provisorischen Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos, am 13.12.2019
Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos
Quelle: Reuters

Deutschland hat dem Bericht zufolge dieses Jahr weniger Beamte als Hilfe für die griechischen Asylbehörden auf die Inseln geschickt. Laut der EU-Asylbehörde EASO seien es 2019 insgesamt 80 Asylexperten unter anderem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gewesen, um bei der Registrierung zu unterstützen, so die Zeitungen. 2018 waren es demnach noch 124 Beamte, im Jahr zuvor 130.

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