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Künstler polarisierte mit Rede - SPD in NRW solidarisiert sich mit Grönemeyer

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Herbert Grönemeyer hat mit seiner Anti-Rechts-Rede bei einem Konzert polarisiert. Nach Kritik von der AfD solidarisiert sich nun auch die NRW-SPD mit dem Musiker.

Herbert Grönemeyer
Herbert Grönemeyer erfährt Unterstützung aus der Politik
Quelle: dpa

Die Debatte um einen lautstarken Aufruf Herbert Grönemeyers "keinen Millimeter nach rechts" zu rücken, hat den Landtag in NRW erreicht. Nachdem die AfD-Fraktion den Sänger am Dienstagabend bei Twitter "The Voice of Anti-Germany" genannt hatte, reagierte die SPD: Zahlreiche Landtagsabgeordnete twitterten am Mittwoch Liedzeilen aus Grönemeyer-Songs, um ihre Solidarität mit dem gebürtigen Bochumer zu zeigen.

#GrönemeyerLieder

"Die Erde ist freundlich. Warum wir eigentlich nicht? Sie ist freundlich. Warum wir eigentlich nicht?", zitierte SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty aus dem Lied "Stück vom Himmel". Unter dem Hashtag #GrönemeyerLieder schlossen sich zahlreiche Sozialdemokraten und andere Twitter-User an.

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Auch Außenminister Maas stärkte dem Musiker den Rücken

Grönemeyer hatte sich in einem Video, das vor einigen Tagen bei einem Konzert in Wien entstanden sein soll, gegen Ausgrenzung, Rassismus und Hetze ausgesprochen. Im Internet gab es daraufhin Stimmen unter anderem von AfD-Politikern, die Grönemeyers teilweise herausgebrüllten Aufruf mit Nazi-Propaganda verglichen.

Grönemeyer sagt in dem Konzertvideo etwa, auch wenn Politiker schwächelten, und das sei in Österreich nicht anders als in Deutschland, "dann liegt es an uns, zu diktieren, wie 'ne Gesellschaft auszusehen hat. Und wer versucht, so 'ne Situation der Unsicherheit zu nutzen für rechtes Geschwafel, für Ausgrenzung, Rassismus und Hetze, der ist fehl am Platze (...)." Außenminister Heiko Maas stärkte ihm daraufhin den Rücken für sein Engagement. "Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen", schrieb der SPD-Politiker am Sonntag auf Twitter und verlinkte Grönemeyers Rede beim Konzert in Wien. "Danke an Herbert #Groenemeyer und allen anderen, die das jeden Tag tun."

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Grönemeyer und der Goebbels-Vergleich

Die stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Beatrix von Storch, bewertete den Auftritt des Musikers komplett anders und twitterte: "Das ist die furchterregendste, übelste, totalitärste Hassrede, die ich je gehört habe." Das sei Ton und Furor "des neuen Terrors von links", schrieb sie. "Wer das unterstützt, ist - wie Heiko Maas - ein Fall für den Verfassungsschutz."

Kritik an dem Auftritt kam nicht nur aus dem rechten Lager. Der Autor und Dramaturg Bernd Stegemann, Unterstützer der linken Sammlungsbewegung "Aufstehen", schrieb auf Twitter: "Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht mir ein wenig Angst. Ich sags ungern, aber er klingt wie ein Redner vor 1945."

Künstler unterstützen Grönemeyer

Verteidigt wurde der Musiker etwa vom Kabarettisten Florian Schroeder. Als Besucher des Berliner Grönemeyer-Konzerts könne er bestätigen und beruhigen: Grönemeyer brülle alle seine Moderationen so wie diese. "Grönemeyers Aufruf mit einer Sportpalast-Rede zu vergleichen, ist infam und vor allem dumm", schrieb Schroeder auf Twitter. Entscheidend sei der Inhalt einer Rede, nicht der Ton. "Wer den Ton, die Form, vom Gesagten trennt oder darüber stellt, betreibt gerade das Geschäft der Faschisten."

Der Satiriker Shahak Shapira schrieb:

Grönemeyer zeigte schon in Chemnitz Haltung

Deutschpop-Star Grönemeyer ("Männer", "Mensch") gehört zu den Musikern in Deutschland, die sich immer wieder politisch äußern. Im Juli trat er bei einem Festival in Chemnitz auf. Dort hatte er gesagt: "Das Land ist unser Land. Wir halten es fest und stabil und lassen es nicht nach rechts ausschwenken."

Dass Maas sich mit Musikern gegen rechts solidarisch zeigt, ist nicht neu: So lobte er 2016 neben Campino von den "Toten Hosen" und dem Rapper Marteria die linke Rockband "Feine Sahne Fischfilet" für ihr Engagement.

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