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Großrazzia in NRW - Mit der Härte des Rechtsstaats gegen Clans

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Nach der Großrazzia gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet zieht NRW-Innenminister eine positive Bilanz. Es gab mehrere Festnahmen. Die Beamten stellten Waffen und Bargeld sicher.

Polizisten vor einer Shisha-Bar in Bochum
Polizisten vor einer Shisha-Bar in Bochum
Quelle: dpa

Nach einer groß angelegten Razzia gegen Clankriminalität im Ruhrgebiet haben die Polizeibehörden und ihre Kooperationspartner eine erste Bilanz gezogen. Demnach wurden 14 Menschen festgenommen und über hundert Strafanzeigen erstattet. Zudem stellten die Beamten zehn Waffen wie verbotene Messer und Teleskopschlagstöcke, mehrere Tausend Euro Bargeld sowie mehrere Hundert Kilogramm unversteuerten Tabak sicher.

"Der Einsatz zeigt, dass manche Clanmitglieder sich offenbar systematisch über Recht und Gesetz hinwegsetzen. Für diese kriminellen Teile der Großfamilien haben wir eine klare Botschaft: Bei uns in Nordrhein-Westfalen gilt nicht das Gesetz der Familie, sondern das Gesetz des Staates", kommentierte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) die Aktion.

Er warnte aber auch davor, alle Mitglieder von Großfamilien unter Generalverdacht zu stellen. "Selbstverständlich gibt es in diesen Familien auch viele rechtschaffende Leute. Und es gibt Leute, die vom kriminellen Tun genug haben. Diesen sollten wir in Zukunft auch Ausstiegsangebote unterbreiten", so der Minister.

Polizei: Größte Clan-Razzia in NRW-Geschichte

Etwa 1.300 Polizisten hatten am Samstagabend zeitgleich unter anderem in Dortmund, Essen, Duisburg, Recklinghausen, Bochum und Gelsenkirchen zugeschlagen, um Shisha-Bars, Wettbüros, Cafés und Teestuben zu kontrollieren. In einigen Städten liefen die Durchsuchungen bis in die frühen Morgenstunden am Sonntag. Nach Angaben des NRW-Innenministeriums handelte es sich um die größte Razzia gegen Clankriminalität in der Geschichte Nordrhein-Westfalens.

Es ging um den Verdacht der Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Schwarzarbeit, hatten die Sicherheitsbehörden erklärt. "Die heutige Razzia liegt voll auf unserer Nulltoleranz-Linie. Diese verfolgen wir sehr konsequent und sehr kontinuierlich. Die kriminellen Clanmitglieder sollen merken, wir lassen sie nicht in Ruhe - zu keiner Zeit und an keinem Ort", sagte Innenminister Reul.

Kampf gegen Drogenhandel und Geldwäsche

Die deutsche Polizei geht immer wieder gegen Clans und Mafia-Organisationen vor. Anfang Dezember hatten Ermittler bei großen Razzien gegen die italienische Mafia-Organisation 'Ndrangheta in Deutschland und anderen Staaten fast 90 Verdächtige festgenommen. Bei den Vorwürfen geht es um Drogenhandel und Geldwäsche. Vor allem in Nordrhein-Westfalen wurden nach Behördenangaben damals Vermögenswerte von mehreren Millionen Euro vorläufig beschlagnahmt. An den Durchsuchungsaktionen in Deutschland waren damals rund 440 Beamte beteiligt, es gab 14 Festnahmen.

Im vergangenen Juli und August war die Berliner Polizei mit einem Großaufgebot gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien vorgegangen. Beamte durchsuchten Wohnungen und andere Objekte. Es gab vier Festnahmen, wie die Polizei mitteilte. Bei der Razzia ging es um den Verdacht des Drogenhandels im großen Stil.

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