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Gründung des Staates Israel - Der Anfang eines Kampfes ohne Ende

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Für die einen war es die Erfüllung eines Traumes. Für die anderen der Beginn von Kampf und Vertreibung. Vor 70 Jahren wurde der Staat Israel in Palästina gegründet.

Der Staat Israel feiert sein 70. Gründungsjubiläum.

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Nach 2.000 Jahren der Verfolgung und des Exils war es der Wunsch nach einer "nationalen Heimstatt", der Ende des 19. Jahrhunderts in der Gründung der Zionistischen Weltorganisation mündete. Theodor Herzl verkündete seine Vision der "Besiedlung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwerkern und Gewerbetreibenden" beim ersten Zionistenkongress 1897. Zwei Weltkriege und gut 50 Jahre sollte es dauern, bis dieser Wunsch Wahrheit wurde. Die Folgen sind bis heute zu spüren.

Ein Teilungsplan, der bis heute nicht funktioniert

Der jüdische Bevölkerungsanteil Palästinas stieg von etwa fünf Prozent Ende des 19. Jahrhunderts auf fast ein Drittel nach Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Einwanderer schufen Selbstverwaltungsstrukturen, politische Organisationen und gründeten landwirtschaftliche Kollektivsiedlungen. Sie verstanden sich als Pioniere - was zu Unmut bei den Arabern Palästinas führte. In der Balfour-Erklärung von 1917 sicherten die Briten den Juden eine "nationale Heimstätte" in Palästina zu, das nach dem Ersten Weltkrieg unter britische Verwaltung kam. Doch militante Auseinandersetzungen wurden zur Tagesordnung. Die britische Regierung sah sich nicht mehr in der Lage, das Mandat aufrechtzuerhalten und bat die Vereinten Nationen um Vermittlung.

1947 beschloss die UN-Vollversammlung zunächst die Beendigung des britischen Mandats, einige Monate später dann die tatsächliche Teilung Palästinas in einen jüdischen und einen arabischen Staat. Diesen Teilungsplan würden in der heutigen Realität viele Araber sicher mit Kusshand annehmen. 33 Staaten, darunter die USA und die Sowjetunion, stimmten dafür. 13 waren dagegen, zehn enthielten sich. Beide neuen Staaten sollten eine wirtschaftliche Einheit bilden. Die für die drei Weltreligionen heilige Stadt Jerusalem sollte unter UN-Verwaltung gestellt werden.

Der UN-Teilungsplan und das Resultat

Tanzende Juden in Palästinas Straßen

Nach der live im Rundfunk übertragenen Entscheidung tanzten die Juden Palästinas jubelnd auf den Straßen. Für sie bedeutete es eine Absicherung des durch jahrelange Siedlung erworbenen Bodens in Palästina. 1,2 Millionen von ihnen waren der NS-Vernichtungsmaschinerie entkommen oder hatten sie überlebt. Davon waren mehr als zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs etwa 250.000 immer noch entwurzelt, viele davon in "Übergangslagern" in britischen Kolonialgebieten, wie etwa auf Zypern, eingepfercht.

Die UN-Staaten der Arabischen Liga, allen voran Syrien, Ägypten, der Irak und Jordanien, lehnten den Teilungsplan jedoch als "absolut inakzeptabel" ab. Seit Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Araber den ständig anschwellenden Strom jüdischer Einwanderer beobachtet. Sie fürchteten um ihr Land und ihren Besitz. Bereits einen Tag nach der Entscheidung begannen arabische Angriffe auf jüdische Siedlungen in ganz Palästina.

Israel sichert sich Existenz im ersten Unabhängigkeitskrieg

Als am 14. Mai 1948 der letzte britische Soldat Palästina verließ und David Ben Gurion den Staat Israel ausrief, mündeten die Überfälle in den ersten Nahostkrieg. Noch in der Nacht marschierten Ägypten, Transjordanien, Syrien, Irak und der Libanon in Palästina ein, um die Proklamation des jüdischen Staates rückgängig zu machen.

Es war der Beginn des ersten Nahostkrieges, in dem Israel seine staatliche Existenz sicherte und das Territorium weit über das von den UN zugestandene Gebiet hinaus ausdehnte. Konsequenz waren Flucht und Vertreibung Hunderttausender Palästinenser, die Heimat und Besitz verloren. Bis heute leben rund fünf Millionen Flüchtlinge und deren Nachkommen in den Palästinensergebieten und Nachbarländern. Ihr verweigertes Rückkehrrecht nach Israel ist ein Haupthindernis für eine Friedensregelung.

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