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Grüne: Handwerk für Frauen attraktiv machen

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Fachkräftemangel - Grüne: Handwerk für Frauen attraktiv machen

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Das Handwerk boomt, aber in fast allen Bereichen fehlen Fachkräfte. Die Grünen fordern, Handwerksberufe für Frauen attraktiver zu machen.

Frau an Werkbank
Viele Handwerksberufe sind noch immer eine Männerdomäne.
Quelle: imago

Die Grünen-Bundestagsfraktion hat die Bundesregierung angesichts des Fachkräftemangels aufgefordert, Handwerksberufe für Frauen attraktiver zu machen. "Dass das deutsche Handwerk oft immer noch eine Männerdomäne ist, müsste nicht so sein", sagte die Mittelstandsbeauftragte Claudia Müller. "Die Regierung könnte weit mehr leisten, indem sie den Mutterschutz und Familienverträglichkeit verbessern würde."

Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer hatte zuvor einen "Riesenbedarf" an Fachkräften beklagt, der zurzeit nicht gedeckt werden könne.

Zahl der Frauen "nur minimal gestiegen"

Die Zahl der Frauen und der Frauenanteil in Handwerksberufen seien in den vergangenen Jahren nur minimal angestiegen und verharrten immer noch auf sehr niedrigem Niveau, kritisierte Müller. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Fraktion, die AFP vorlag, stieg bei den abgeschlossenen Ausbildungsverträgen der Frauenanteil in den vergangenen Jahren zwar in vielen Bereichen an, liegt aber weiterhin deutlich unterhalb des Männeranteils.

Frauenanteil in ausgewählten Handwerksberufen: 1998-2018
1998 2018
Kfz-Mechatronik 1,8 3,9
Metallbau 1,0 2,2
Tischlerei 7,1 13,3
Handwerk ingesamt 19,2 80,8
Angaben in Prozent

Allerdings befinde sich das Handwerk seit etwa zehn Jahren im Wandel, heißt es in der Antwort des Wirtschaftsministeriums weiter. Hätten sich Frauen bisher insbesondere auf die kaufmännischen Berufe und das Friseurhandwerk konzentriert, wählten sie zunehmend auch bislang eher männlich geprägte Ausbildungsberufe.

Müller kritisierte hingegen, die Werbekampagnen der Bundesregierung, die beispielsweise mit der 2016 gestarteten "Initiative Klischeefrei" für eine Berufswahl ohne Geschlechterstereotype wirbt, zeigten "kaum Wirkung". Die Bundesregierung scheine dies jedoch kaum zu evaluieren und zeige überdies "wenig Interesse daran, die Vereinbarkeit von Familie und Handwerk im Falle weiblicher Beschäftigung zu stärken - oder ein Sexismusproblem im Handwerk überhaupt anzuerkennen".

Frauen bereit, Verantwortung zu übernehmen

Insgesamt beträgt der Anteil der Frauen an den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Handwerk laut der Regierungsantwort knapp 22 Prozent. Die zehn beliebtesten gewerblich technischen Berufe der Frauen sind demnach: Friseurin, Augenoptikerin, Konditorin, Tischlerin, Zahntechnikerin, Malerin, Lackiererin, Kraftfahrzeugmechatronikerin, Hörgeräteakustikerin und Bäckerin.

Zugleich zeigen die Zahlen demnach auch, dass viele Frauen, die im Handwerk eine Ausbildung machen, anschließend Verantwortung in einem Unternehmen übernehmen: Im Jahr 2017 absolvierten Frauen etwa jede sechste Meisterprüfung (16,8 Prozent) - und sogar jeder fünfte Handwerksbetrieb wird von einer Frau geführt (19.4 Prozent).

Müller fordert "respektvolles Miteinander ohne Sexismus"

Auf dieses Potenzial zu verzichten, sei "angesichts des weiterhin eklatanten Fachkräftemangels im Handwerk absurd und führt auch dazu, dass viele Menschen immer längere Wartezeiten für Handwerkertermine in Kauf nehmen müssen", kritisierte Müller.

Damit mehr Frauen ins Handwerk gingen, müssten sich aber auch die Handwerksorganisationen selbst stärker für gutes Betriebsklima und "respektvolles Miteinander ohne Sexismus" einsetzen, forderte die Grünen-Politikerin. "Solange Werbeanzeigen fürs Fliesenlegen oder Installationsarbeiten mit knappen Bikinis und schlüpfrigen Sprüchen versehen werden, muss man sich nicht wundern, dass viele Frauen in manchen Handwerksbranchen wenig Zukunft sehen."

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